Die digitale Ausstrahlung von Medieninhalten bedeutet nicht nur eine Vervielfachung der Übertragungskapazitäten - ob terrestrisch, im Kabel oder via Satellit - sondern auch mobile Nutzung dieser Inhalte. Der Trend zur Multimedialität und Mobile Media (Stichwort: "Anywhere, Anything, Anyway") gewinnt an Dynamik. Deshalb ist es notwendig, neue Technologien und Technikanwendungen mit neuen Inhalten zu erproben.
Für die Versorgung des Nutzers mit mobilen Rundfunkangeboten sowie zusätzlichen Diensten und Services wurden in der jüngsten Vergangenheit die zwei unterschiedlichen digitalen Übertragungssysteme Digital Multimedia Broadcasting (DMB) und Digital Video Broadcasting for Handhelds (DVB-H) entwickelt.
DMB ist die multimediale Weiterentwicklung der bestehenden DAB-EUREKA 147 Technologie. Auf dieser Technologie basiert auch das bereits in Betrieb befindliche Digital Audio Broadcasting-System für Digital Radio.
Die BLM initiierte ein DMB-Pilotprojekt mit dem Titel "MI FRIENDS". Dieses Projekt wurde auf der Grundlage von Artikel 30 des Bayerischen Mediengesetzes (BayMG) ins Leben gerufen und konzipiert. Ziel des bis Ende 2008 angelegten Projekts war die Entwicklung neuer mobiler Rundfunkangebote und Dienste unter Einsatz neuer Medientechnologien. Im Zentrum des Projekts stand der Mensch als mobiler Mediennutzer im lokal-regionalen Raum.
Näheres zu diesem Projekt erfahren Sie über unsere rechte Informationsspalte.
DVB-H baut auf DVB-T auf, der terrestrischen Variante des DVB-Standards
Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hatte in seiner Sitzung am 13. März 2008 dem Konsortium Mobile 3.0 - einem Joint Venture der MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH und der NEVA Media GmbH, an der die Medienkonzerne Hubert Burda Media und Georg von Holtzbrinck beteiligt sind - für drei Jahre die Genehmigung erteilt, ein Versuchsprojekt im DVB-H-Standard in Bayern durchzuführen.
Das Betreiberkonsortium konnte das im Rahmen der Ausschreibung vorgelegte Gesamtkonzept nicht umsetzen. Deshalb haben die Landesmedienanstalten Mobile 3.0 aufgefordert, die Lizenzen zurückzugeben, was Ende Oktober 2008 der Fall war.
Mit Rückgabe der Lizenzen wird der Weg frei für einen möglichen Neustart von DVB-H unter veränderten Rahmenbedingungen.

