Die 8. Augsburger Mediengespräche zum Thema
Inszenierte Wirklichkeit:
Was ist eigentlich noch echt im deutschen TV?
- Mittwoch, den 22. September 2010, ab 18.30 Uhr
- Augsburger Rathaus
Scripted Reality heißt das Genre, das derzeit den TV-Nachmittag beherrscht. Laiendarsteller spielen nach einem Drehbuch Beziehungsdramen. Die Themen sind schrill, die Darstellung simpel, das Geschehen ist durch erklärende Einblendungen und einen Sprecher problemlos zu verstehen. Im Unterschied zu den Dokusoaps behaupten diese gescripteten Sendungen nicht, tatsächliche Begebenheiten nachzuerzählen. Wer sich allerdings in die laufende Show einschaltet und nicht bis zum Abspann wartet, wird den Unterschied zur realen Dokusoap nicht bemerken. Betrug am Zuschauer oder zulässige Bearbeitung lebensnaher Geschichten? Und was für einen bleibenden Eindruck von der Lebenswelt hinterlassen die Bilder der zerrütteten Familien beim Betrachter?
Eine Inszenierung anderer Art: Die Castingshow. Deutschland sucht eigentlich seit Jahren ständig: den Superstar, das nächste Topmodel und bald bei „Popstars“ erneut die Girlgroup der Saison. Mitunter scheinen ganze Sender aus der Suche nach Stars zu bestehen. Sie sind mit zum Teil über 62 % Marktanteil bei den 12- bis 17-Jährigen der Quotenerfolg des neuen Jahrtausends. Zur neuen, siebten Staffel von DSDS ließen sich 34.000 Menschen casten und wieder einmal werden Millionen von Zuschauern die Sendungen verfolgen und sich am nächsten Tag darüber austauschen.
Wie kommt es, dass sich nach wie vor so viele Menschen für das Genre begeistern, obwohl doch nun schon zum siebten Mal eigentlich genau das Gleiche dargeboten wird? Was bewirken die Bilder, die z.B. bei Germany´s Next Top Model von den Mädchen gezeichnet werden bei den jungen Zuschauerinnen? Und was treibt so viele Kandidaten an, sich bei einer Castingshow zu bewerben und sich öffentlich inszenieren zu lassen?


