Alles auf dem Schirm? Jugendliche in vernetzten Informationswelten
6. Interdisziplinäre Fachtagung von JFF und BLM
- Datum:
12.11.2009, 11:00-18:00 Uhr
- Ort:
BLM - großer Sitzungssaal
Zu allen Zeiten hatte die Entwicklung der Medien Rückwirkungen auf die Formen und Wege der Informationsvermittlung und gleichzeitig auf die Erwartungen an mediale Information. Heute verändert sich im Zuge der Digitalisierung nicht zuletzt die verfügbare Informationswelt und deren Nutzung. Globalisierte Informationszugänge imWorldWide Web ergänzen einerseits die national geprägten Informationsmedien,
andererseits erfolgt eine Globalisierung von interessengebundener Information und von Meinungsäußerungen mit „privatem“ Charakter.
Ob auf 160 „Post“-Zeichen oder ausführlich in Blogs und Wikis – wer meint, der Welt etwas mitzuteilen zu haben, kann und darf es. Einzuschätzen, wie fundiert und glaubwürdig eine Information ist, wird dadurch erheblich erschwert. Zugleich eröffnen sich aber Chancen zu vielfältiger und grenzüberschreitender Information und zu aktiver Mitgestaltung von Meinungsbildung.
Vor allem Jugendliche nutzen das Internet und die Mitmachoptionen desWeb 2.0, um sich selbst und ihre Verortung in derWelt zu suchen und zu testen. Das kann ihnen zum Vorteil und zum Nachteil gereichen: Kompetent genutzt taugt die vielgestaltige, vernetzte Informationswelt
als „Entwicklungshelfer“ und kann dazu beitragen, sich im
sozialen Leben souverän zu positionieren. Genauso aber birgt sie das Risiko, sich im Informationswald zu verirren.
Dass Medien eine, wenn nicht gar die zentrale Informationsinstanz für Jugendliche sind, ist unstrittig. Wie sich Jugendliche die heute verfügbaren Informationsnetze zunutze machen, nach welchen Kriterien sie aus der Fülle auswählen,welche Informationen sie selbst verbreiten und unter welchen Bedingungen sie daraus Gewinn ziehen oder in Problemlagen geraten – das sind Fragen, die für die Medienpädagogik wichtig sind. Denn der Umgang mit medialer Information hat hohe Relevanz für eine souveräne Lebensführung in der mediatisierten Gesellschaft.
Die Interdisziplinäre Tagung 2010 will zur Klärung dieser Fragen beitragen und so die Entwicklung angemessener (medien-)pädagogischer Handlungsstrategien gegenüber und in den medialen Informationsnetzen anregen.

