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DMB (Digital Multimedia Broadcasting) und Pilotprojekt "Mi friends"

Der Übertragungsstandard DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ist eine Weiterentwicklung von DAB (Digital Audio Broadcasting) und ergänzt den digitalen Hörfunkstandard um bewegte Bilder. Dabei ist DMB speziell darauf ausgerichtet, audiovisuelle Inhalte auf mobile Empfangsgeräte, wie z.B. Smartphones, zu übertragen.

Parallel zur Fußballweltmeisterschaft 2006 startete das erste kommerzielle DMB-Projekt in Deutschland mit dem Plattformanbieter "Mobiles Fernsehen Deutschland" (MFD). Unter dem Namen "watcha" wurden fünf Fernsehprogramme und das Hörfunkprogramm "bigFM2see" mit programmbegleitenden Bildern auf Mobiltelefon und kleinen mobilen TV-Empfangsgeräten verbreitet.

Im Mai 2008 wurde der Sendebetrieb eingestellt, da sich das DMB-Format bei den Kunden nicht durchsetzen konnte.

DMB war auch die technologische Basis für das nicht-kommerzielle europäische Pilotprojekt MI FRIENDS das unter der Gesamtkoordination der BLM von 2006 bis 2008 durchgeführt wurde.
 

DMB-Pilotprojekt MI FRIENDS

Zur Entwicklung und Erprobung mobiler multimedialer Rundfunkangebote und Mediendienste führte die BLM von Anfang 2005 bis Mitte 2008 das Europäische Mobile Media Projekt MI FRIENDS durch. Das Projekt wurde von einer Allianz von 75 Unternehmen aus 10 Ländern getragen und gliederte sich in folgende Teilprojekte:

  • München WM 2006
  • Regensburg (09/2006 - 07/2008)
  • Südtirol (technischer Test)

Das für den Raum Bodensee geplante Teilprojekt wurde aus organisatorischen Gründen nicht realisiert.

Das Projekt war interdisziplinär und technologieübergreifend ausgerichtet und zielte auf programmliche, technische und ökonomische Fragestellungen zu Mobile Media im lokalen/regionalen Raum. Im zentralen Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen stand insbesondere die Nutzerforschung.

Als Fazit zeigte sich, dass Mobile Broadcasting zum damaligen Zeitpunkt noch vor einem Bündel offener Fragen und Herausforderungen stand:

Neben nachhaltigen Optimierungsstrategien in Programm und Technik bedurfte es insbesondere innovativer Lösungsansätze für Geschäftsmodelle zur Refinanzierung von Infrastruktur- und Programmkosten. Nicht zuletzt war die Tatsache von entscheidender Bedeutung, dass eine deutliche Mehrheit der befragten Nutzer zum Zeitpunkt der Projektdurchführung nicht bereit war, für eine mobile Rundfunknutzung zusätzliche Entgelte zu bezahlen.

Der Abschlussbericht ist als Band 90 der BLM-Schriftenreihe erschienen. Sie können diesen über den Link in unserer rechten Infospalte beim Nomos-Verlag kostenpflichtig bestellen.

DVB-H

Die Übertragungstechnologie DVB-H gehört zur DVB-Systemfamilie und stellt eine speziell für den Handyempfang optimierte Weiterentwickung des DVB-T-Standards dar. Mit DVB-H lassen sich frequenz- und systemtechnisch deutlich mehr Programmangebote übertragen.

Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hatte in seiner Sitzung am 13. März 2008 dem Konsortium Mobile 3.0 - einem Joint Venture der MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH und der NEVA Media GmbH, an der die Medienkonzerne Hubert Burda Media und Georg von Holtzbrinck beteiligt waren - für drei Jahre die Genehmigung erteilt, ein Versuchsprojekt im DVB-H-Standard in Bayern durchzuführen. Das Betreiberkonsortium konnte das im Rahmen der Ausschreibung vorgelegte Gesamtkonzenpt nicht umsetzen. Deshalb gab Mobile 3.0 Ende Oktober 2008 die Lizenzen an die Landesmedienanstalten zurück.