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Radio & TV

D

Digitalradio

Der Begriff Digitalradio ist der Oberbegriff für die digitale Ausstrahlung von Hörfunkprogrammen. In Deutschland und Europa ist damit in der Regel der digitale terrestrische Hörfunk über die Übertragungssysteme DAB (Digital Audio Broadcasting) und den Nachfolgestandard DABplus gemeint, der zukünftig das analoge UKW-Radio ablösen soll. Daneben werden auch die digitale Verbreitung von Hörfunk via Satellit (DVB-S), über das Internet (Webradio) sowie über Lang-, Mittel- oder Kurzwelle (DRM, Digital Radio Mondiale) als „digitales Radio" bezeichnet.

Weite Teile der Bundesrepublik sind bereits mit DAB-Sendernetzen versorgt. DAB verspricht einen störungsfreien Radioempfang in CD-Qualität sowie Kapazitäten für eine größere Programmauswahl, als diese mit analoger UKW-Übertragung möglich ist. Außerdem können über DAB bzw. DABplus parallel zum Programm Zusatzinformationen in Text und Bild sowie Daten zur Verkehrslenkung (z.B. für Navigationsgeräte) ausgestrahlt werden.

Derzeit lassen sich je nach Bundesland bis zu etwa fünfzig verschiedene DAB-Programme empfangen. Informationen über das aktuelle private DAB-Angebot in Bayern, das derzeit neun bundesweite plus fünf landesweite und 38 lokale Hörfunkprogramme (in München, Augsburg, Ingolstadt und Nürnberg) umfasst, finden Sie unter www.blm.de.

Zusätzlich zu den DAB-Netzen in den einzelnen Bundesländern werden bundesweit seit August 2011 Hörfunkangebote über DABplus ausgestrahlt. Anfang 2015 wurden drei öffentlich-rechtliche Programme sowie zeitweise der Sonderkanal DRadioDokDeb und neun privatwirtschaftliche Programme bundesweit verbreitet. Ende 2014 erreichte dieses DABplus-Angebot bei einer bundesweiten Flächenabdeckung von rund siebzig Prozent etwa neunzig Prozent der Bevölkerung.

Zum Empfang von DAB und DABplus sind jeweils besondere Radiogeräte erforderlich. Die Preise dafür beginnen bei etwa 40 Euro. Mit den meisten dieser Geräte ist zusätzlich auch weiterhin der Empfang von analogen UKW-Programmen möglich. Als Weiterentwicklung von DAB zeichnet sich DAB-plus durch die Möglichkeit aus, mehr Programme bei gleicher Qualität zu übertragen. Mit DABplus-Geräten lassen sich auch DAB-Programme empfangen. DAB-Endgeräte aber können keine DABplus-Signale verarbeiten.

Links zum Thema

www.blm.de

www.bayerndigitalradio.de

www.digitalradio.de

Duales Rundfunksystem

Zum Rundfunksystem gehört gleichermaßen Hörfunk und Fernsehen. Das Rundfunksystem in Deutschland zeichnet sich dadurch aus, dass nebeneinander öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Anbieter von Radio- und TV-Programmen existieren. Das Bundesverfassungsgericht prägte dafür in seinem vierten Rundfunkurteil 1986 den Begriff des dualen Rundfunksystems, das auf zwei Säulen basiert: Solange öffentlich-rechtliche Programme (die Programmangebote von ARD, ZDF, Deutschlandradio) die unerlässliche Grundversorgung mit Informationen, Kultur und Unterhaltung gewährleisten, sind privat-kommerzielle Veranstalter lediglich zur Einhaltung eines Grundstandards gleichgewichtiger Vielfalt verpflichtet. Dabei ist akzeptiert, dass die privatwirtschaftlichen Anbieter „möglichst massenattraktive, unter dem Gesichtspunkt der Maximierung der Zuschauer- und Hörerzahlen erfolgreiche Programme zu möglichst niedrigen Kosten" (4. Rundfunkurteil, 1986) ausstrahlen.

Im dualen Rundfunksystem finanzieren sich öffentlich-rechtliche Programme überwiegend aus dem Rundfunkbeitrag und zu einem sehr geringen Anteil über Werbung, während private Anbieter den größten Anteil ihrer Einnahmen entweder über Werbung (Free TV) oder über Abonnement-Entgelte (Pay TV) erzielen. Wirtschaftlich stehen die beiden Säulen des dualen Rundfunksystems also kaum in direktem Wettbewerb zueinander. Erwünscht aber ist eine gesunde Konkurrenz, die sich bei öffentlich-rechtlichen wie privat-kommerziellen Anbietern „anregend und belebend auf das inländische Programmangebot auswirken und die Meinungsvielfalt stärken und erweitern" (5. Rundfunkurteil, 1987) soll.

Rechtliche Grundlage für das duale Rundfunksystem ist der Rundfunkstaatsvertrag. Dieser wurde im Rahmen der Kulturhoheit der Bundesländer erstmals 1987 von den Ministerpräsidenten der Länder unterzeichnet und wird seitdem regelmäßig an die sich ändernde Medienlandschaft angepasst. Weitere Regelungen für privatwirtschaftliche Hörfunk- und Fernsehprogramme finden sich in den einzelnen Landesmediengesetzen. Die Zulassung und Kontrolle kommerzieller Rundfunkangebote erfolgt durch die Landesmedienanstalten der Länder.

Links zum Thema

www.die-medienanstalten.de

www.bpb.de
(Medienmenschen)

DVB

Das Kürzel DVB steht für Digital Video Broadcasting, also den digitalen Fernsehstandard. Dieser schafft deutlich höhere Übertragungskapazitäten als bei der analogen TV-Verbreitung möglich. So lassen sich nicht nur mehr TV-Kanäle senden, sondern es ist auch eine bessere Bild-Qualität möglich, zum Beispiel als High Definition Television (HDTV), inklusive Stereo- und Raumklangübertragung (Surround-Sound). Zudem können die Programmanbieter über DVB einen elektronischen Programmführer (EPG) mit Informationen zum Programm anbieten. Darüber hinaus lassen sich auch Pay-TV-Programme und interaktive Angebote realisieren, für die ein Rückkanal vom Empfangsgerät zum Sender Voraussetzung ist. DVB-Programme können über Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S) oder über Sendemasten für das terrestrische Fernsehen (DVB-T) verbreitet werden.

Wer über ein analoges Fernsehgerät (mit Bildröhre) verfügt, benötigt einen Decoder (Set-Top-Box), um digitale Signale so umzuwandeln, dass sie auch von analogen Endgeräten verarbeitet werden können. Moderne Flachbildfernseher (Flat-TV‘s) hingegen haben einen digitalen Empfänger bereits integriert. Beim Kauf muss darauf geachtet werden, dass das jeweilige Gerät auch der gewünschten Empfangsart (DVB-C, DVB-S, DVB-T) entspricht. Inzwischen haben nahezu alle Hersteller Empfangsgeräte, die alle Verbreitungswege akzeptieren (Multi-Tuner).

Links zum Thema

www.tv-plattform.de
(Digitales Fernsehen)

www.test.de
(Digitales Fernsehen)

www.verbraucherzentrale-rlp.de
(Fernsehempfang)

DVB-C

Die Abkürzung DVB-C bezeichnet den Empfang von digitalen Fernsehprogrammen (DVB) über einen Kabelanschluss. Während das analoge TV-Angebot nur etwa dreißig verschiedene Programme beinhaltet, umfasst das digitale Angebot je nach Kabelnetzbetreiber in Deutschland zwischen 100 und 300 Programmen. Ein Teil davon ist frei empfangbar. Hinzu kommen Hörfunkprogramme. Für den Kabelanschluss fällt bei den meisten großen Anbietern für Einzelnutzer ein monatliches Entgelt in Höhe von etwa 19 Euro an. In Mehrparteien-Wohnanlagen gewähren die Anbieter häufig Rabatte, so dass der Preis pro Haushalt sinkt. In der Regel offerieren TV-Kabelnetzbetreiber ein Basis-Angebot, das durch unterschiedliche Programmpakete (HDTV, Pay-TV) ergänzt werden kann. Für Pay-TV-Angebote oder HD-Programme fallen weitere Kosten an (HDTV).

Während für den analogen Empfang von Kabelfernsehprogrammen keinerlei Zusatzgeräte erforderlich sind, wird für digitale Programme entweder ein Flachbildfernseher mit integriertem digitalem Empfangsteil (DVB-C-Tuner) oder eine Set-Top-Box (Decoder) benötigt, welche die digitalen Signale für ein analoges Endgerät (Röhrenfernseher) oder einen Flat-TV ohne DVB-C-Tuner übersetzt. Einige Set-Top-Boxen bieten darüber hinaus auch eine Aufzeichnungsfunktion (Rekorder). Die Set-Top-Box muss für DVB-C geeignet sein. Sie kann entweder gekauft oder gegen eine geringe Gebühr beim Kabelnetzbetreiber geliehen werden. Für den Empfang von HD-Programmen muss das Empfangsgerät (Receiver) zusätzlich HD-fähig sein. Einen solchen HD-Receiver stellen Netzbetreiber oft nur gegen ein zusätzliches monatliches Nutzungsentgelt zur Verfügung. Entsprechende Geräte können auch gekauft werden. Teurere HD-Receiver für DVB-C bieten zusätzlich eine Rekorderfunktion. In neuen Fernsehgeräten ist ein HD-fähiger DVB-C-Receiver bereits eingebaut. Vor dem Kauf sollte man jedoch beim Kabelnetzbetreiber nachfragen, ob der jeweilige Receiver den technischen Anforderungen des Netzbetreibers entspricht.

Die Entschlüsselung von Pay-TV-Angeboten und vielen HD-Programmen erfolgt mithilfe eines sogenannten Conditional-Access-Systems: Zum Empfang ist dabei ein spezielles CI+-Modul mit Smartcard notwendig, welches beim Kabelnetzbetreiber gemietet oder gekauft werden muss.

Die Programmauswahl für TV-Kabelnetze ist unterschiedlich geregelt. Generell gilt, dass nur rechtlich zulässige Programme verbreitet werden dürfen. Das analoge Programmangebot legen in den einzelnen Bundesländern entsprechende Satzungen fest. Dort werden die verpflichtend einzuspeisenden Programme genannt. Die Programmauswahl im digitalen Bereich liegt weitgehend in den Händen der Kabelnetzbetreiber und ist bundeseinheitlich geregelt. Verpflichtende Vorgaben macht der Rundfunkstaatsvertrag für öffentlich-rechtliche Programme, für das Lokalfernsehen und für privatwirtschaftliche Programme, die lokale und landesweite Fernsehfenster enthalten.

Link zum Thema

www.verbraucherzentrale-rlp.de

DVB-S

Das Kürzel DVB-S (Digital Video Broadcasting – Satellite) bezeichnet den Standard für digitales Satellitenfernsehen. Der Vorteil des Programmempfangs über Satellit liegt vor allem in der großen Auswahl von mehreren hundert Fernseh- und Radioprogrammen aus dem europäischen Raum. Zum Empfang sind ein DVB-S-Receiver und eine Parabolantenne („Satellitenschüssel") notwendig. Hinzu kommen Kosten für eine fachgerechte Montage und Einrichtung.

Alle öffentlich-rechtlichen Programme sowie die Free-TV-Programme, die sich überwiegend aus Werbeeinnahmen finanzieren, werden über Satellit unverschlüsselt und kostenfrei übertragen („free to air", oftmals mit FTA abgekürzt). Zusätzliche Kosten entstehen allerdings, wenn private HD- oder Pay-TV-Programme empfangen werden sollen. HDTV wird im weiterentwickelten Standard DVB-S2 übertragen, weshalb ältere Satellitenanlagen HDTV-Programme oft nicht empfangen können. Wer Programme in HD-Qualität nutzen möchte, sollte unbe-dingt darauf achten, dass sein Empfangsgerät der Norm DVB-S2 entspricht. So können öffentlich-rechtliche Angebote in hochaufgelöster Bildqualität ohne Aufpreis empfangen werden. Privatwirtschaftliche HD-Programme sind in der Regel kostenpflichtig und können über die Satelliten-Plattform HD+ genutzt werden. Voraussetzung ist der Erwerb eines HD+-Satellitenreceivers. Im ersten Jahr nach dem Kauf fallen keine weiteren Entgelte an. Ab dem zweiten Jahr müssen jährlich 60 Euro Prepaid-Gebühr überwiesen oder eine neue HD+-Karte gekauft werden.

DVB-S-Receiver werden im Handel bereits für weniger als 50 Euro angeboten. In neuen Fernsehgeräten ist ein DVB-S-Receiver häufig vorinstalliert.

Für den DVB-S-Empfang kommen in Deutschland vor allem folgende Orbitpositionen in Frage: 13˚ Ost (Eutelsat Hotbird), 19,2˚ Ost (Astra), 23,5˚ Ost (Astra), 42˚ Ost (Türksat). Auf der Position 19,2° Ost (Astra) finden sich alle deutschsprachigen Programme. Um die TV-Programme eines dieser Satelliten empfangen zu können, muss die Parabolantenne auf die entsprechende Position ausgerichtet werden.

Links zum Thema

www.astra.de

www.eutelsat.de 

DVB-T/DVB-T2

Die Buchstabenkombination DVB-T ist das Kürzel für digitales terrestrisches Fernsehen (Digital Video Broadcasting – Terrestrial). Dabei handelt es sich um die Übertragung von TV-Programmen über Sendemasten, die per Antenne empfangen werden.

DVB-T ist seit Ende 2008 bundesweit verfügbar, und mehr als neunzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland können DVB-T über eine Dachantenne empfangen. Für mehr als ein Drittel aller Haushalte ist der Empfang mit einer Zimmerantenne möglich. Zusätzlich zur Antenne ist ein DVB-T-Receiver notwendig, der aber oft bereits in TV-Geräten oder Computern (PC, Laptop) eingebaut ist. Ein externer Receiver mit Antenne ist im Handel ab etwa 30 Euro erhältlich, ein DVB-T-Stick für den Computer schon für weniger als 20 Euro. Je nach Region können via DVB-T in Deutschland zwischen 12 und 28 Fernsehprogramme empfangen werden. Die Unterschiede ergeben sich, da in einigen Regionen private TV-Programmanbieter aus Kostengründen auf eine Ausstrahlung über DVB-T verzichten. Ein Empfang von HD- und Pay-TV-Programmen über DVB-T ist in Deutschland derzeit nicht möglich.

Im Jahr 2016 hat der Umstieg auf die verbesserte DVB-T-Version DVB-T2 begonnen. In den ersten Regionen wurde DVB-T zum 29. März 2017 abgeschaltet. Der komplette Umstieg auf DVB-T2 soll bis Mitte 2019 abgeschlossen sein. Die neue DVB-T-Generation erlaubt mehr als die zur Zeit maximal dreißig Kanäle pro Verbreitungsgebiet. Darüber hinaus lassen sich in DVB-T2 auch Programme in HD-Qualität und Pay-TV-Programme ausstrahlen.

Öffentlich-rechtliche Angebote bleiben unverschlüsselt und ohne Aufpreis empfangbar. Private Anbieter werden auch kostenpflichtige Pay-TV-Kanäle für das digitale Antennenfernsehen anbieten. Für DVB-T2 ist ein entsprechender Digitalreceiver für ca. 50 € notwendig. Die bisherigen DVB-T-Receiver können für DVB-T2 nicht verwendet werden.

Links zum Thema

www.ueberallfernsehen.de

www.tv-plattform.de

E

EPG (Electronic Program Guide)

Als Electronic Program Guide (EPG) werden Informationen zum aktuellen Rundfunkprogramm bezeichnet, die in Schriftform über elektronische Medien verbreitet werden und auf dem Fernsehbildschirm erscheinen. EPG-Systeme werden von Geräteherstellern und Plattformbetreibern, aber auch von unabhängigen Dritten angeboten. Die elektronischen Programmführer liefern Informationen zum laufenden Programm sowie eine Programmübersicht. Die Programminformationen stammen in der Regel von den Sendern und werden je nach Endgerät unterschiedlich grafisch aufbereitet.

Da es immer mehr Programme und Plattformen für digitale Inhalte (Videos, Filme, Serien, etc.) gibt, gewinnen Systeme an Bedeutung, die TV-Zuschauern einen aktuellen Überblick verschaffen. Electronic Program Guides stellen eine Alternative zu Programmzeitschriften dar. Zunehmend werden Begleitinformationen auch als Bilder, Töne und kurze Video-Vorschauen (Trailer) über elektronische Programmführer verbreitet. Außerdem lassen sich über die EPG-Funktion meistens Aufzeichnungen einzelner Sendungen programmieren. Zunehmend werden in EPG-Systeme zusätzlich Funktionen integriert, die es ermöglichen, mit der TV-Fernbedienung auch Kaufbestellungen (zum Beispiel beim Teleshopping) oder Abstimmungen (zum Beispiel beim Tele-Voting) vorzunehmen.

Link zum Thema

www.die-medienanstalten.de
(Plattformen)

G

Gewinnspiele

Sowohl bei Fernseh- als auch bei Radioprogrammen können Zuschauer oder Hörer an Gewinnspielen teilnehmen. Die Programmanbieter müssen sich an bestimmte Regeln halten, die von den Landesmedienanstalten in der Gewinnspielsatzung (GWS) vorgegeben werden. Verstöße dagegen können von den Landesmedienanstalten mit Bußgeldern geahndet werden.

Zu den wichtigsten Regeln gehören:

• Für einen Anruf aus dem deutschen Festnetz dürfen nicht mehr als 50 Cent verlangt werden.

• Minderjährige dürfen an Gewinnspielen nicht teilnehmen.

• Die Sender müssen sicherstellen, dass jeder Mitspieler grundsätzlich die gleiche Chance hat, durchgestellt zu werden.

• Die Auflösung der Spiele muss transparent und verständlich sein.

• Generell müssen die Teilnahmebedingungen und Mitmachregeln im Internet- und Teletextangebot der Sender veröffentlicht werden.

• Über die wichtigsten Regeln müssen die Zuschauer zusätzlich während der Sendung durch permanente Einblendungen und Laufbänder auf dem Bildschirm und durch regelmäßige Hinweise der Moderatoren informiert werden.

• Aussagen jeglicher Art, die falsch, zur Irreführung geeignet oder widersprüchlich sind, sind unzulässig. Dies gilt insbesondere für die Spieldauer, den Gewinn, die Einwahlchancen, die Spielregeln, den Schwierigkeitsgrad eines Spiels und das Verfahren zur Auswahl der Nutzer.

Links zum Thema

www.die-medienanstalten.de
(Gewinnspielsatzung)

→ www.die-medienanstalten.de
(Anwendungsregeln)

www.programmbeschwerde.de
(Gewinnspiele)

H

HbbTV

Der technische Standard HbbTV (Hybrid Broadband Broadcast Television) macht es möglich, dass mit entsprechend ausgerüsteten Flachbildfernsehern oder Settopboxen nicht nur Fernsehprogramme empfangen werden können, sondern auch dazu passende Internet-Angebote. HbbTV ermöglicht eine inhaltliche Verknüpfung von TV- und Online-Inhalten. Voraussetzung ist der Anschluss eines entsprechend ausgestatteten TV-Gerätes an das Internet.

HbbTV wird wegen seiner Verbindung von Fernsehen und Internet auch als Hybrid-TV bezeichnet. Bei HbbTV-Geräten gelangen per Internetprotokoll transportierte Daten auf den TV-Bildschirm. Mit dem roten Knopf (Red Button) auf der Fernbedienung können Zuschauer passend zu einzelnen Programmen Zusatzinformationen in Text, Ton und Bild aufrufen oder sie gelangen zu Streaming-Inhalten (Mediatheken u.ä.) einzelner Anbieter.

Bei HbbTV stammen – im Gegensatz zum Smart TV – alle Online-Inhalte ausschließlich von den jeweiligen TV-Programmanbietern. Um Internet-inhalte auf HbbTV-Geräte transportieren zu können, fügen die Sender dem Rundfunksignal eine entsprechende Internetadresse hinzu, die dann vom HbbTV-Fernsehgerät über den Online-Anschluss aufgerufen wird, wenn Zuschauer den entsprechenden Knopf ihrer Fernbedienung drücken. Über HbbTV wird auch das über Satellit verbreitete Lokal-TV-Portal der BLM realisiert.

Links zum Thema

www.hbbtv.org (Institut für Rundfunktechnik engl.)

www.irt.de (HbbTV deutsch, Kurzfassung)

www.lokal-tv-portal.de

HDTV/Ultra HD

HDTV (High Definition Television) ist eine Fernsehnorm für hochaufgelöste Bilder. Im Unterschied zur üblichen TV-Standardqualität (Standard Definition Television, SDTV) bietet HDTV Bilder, die aus einer größeren Anzahl einzelner Bildpunkte (Pixel) bestehen. Durch die höhere Auflösung werden auch feinste Konturen und Farbunterschiede besser erkennbar. HDTV kann derzeit über alle digitalen Verbreitungswege außer DVB-T verbreitet werden. In jedem Fall muss jedoch auch das verwendete Empfangsgerät HDTV-tauglich sein.

Ohne Zusatzkosten können nur die HD-Programme empfangen werden, die unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Dies sind aktuell einige private Programme sowie sämtliche Programme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Für die Nutzung der verschlüsselten privaten Programme (via Satellit über HD+) sind monatliche Gebühren an den TV-Kabelnetz- bzw. Satellitenbetreiber zu entrichten. Pay-TV-Programme werden teilweise in HD-Qualität ausgestrahlt, oder HDTV kann als kostenpflichtige zusätzliche Option gebucht werden.

Auch mit einem Blu-Ray-Disc-Player können Filme in voller HD-Qualität abgespielt und über ein HDMI-Kabel auf einen HD-fähigen Fernseher übertragen werden. Ein solches Kabel wird auch beim Anschluss eines HDTV-Receivers benötigt, um die Programme in HD-Qualität zu sehen.

Die nächste HD-Generation heißt Ultra HD (UHDTV). Fernseher, die der UHD-Spezifikation entsprechen, müssen neben anderen technischen Vorgaben eine Mindestauflösung von über acht Millionen Pixel haben. Damit besteht das TV-Bild aus viermal mehr Bildpunkten als bei einem herkömmlichen Full-HD-Fernseher.

Link zum Thema

www.verbraucherzentrale-bayern.de
(HD-TV)

I

Internet-TV: IPTV/DSL-TV

TV-Programme sind außer über Kabel, Satellit oder Antenne auch über DSL und somit über das Telefonnetz zu empfangen. Das DSL-Netz ist hierbei wie ein geschlossenes Netz, vergleichbar mit einem Breitbandkabelnetz, zu betrachten. Die Verteilung der Programme erfolgt IP-basiert, das bedeutet, es wird die gleiche Technik (IP = Internet Protocol) und Infrastruktur verwendet, wie sie auch für den Zugang zum offenen Internet zum Einsatz kommt. Deswegen spricht man in diesem Zusammenhang von IPTV oder auch DSL-TV.

Innerhalb des DSL-Netzes steht für die Übertragung von Fernsehprogrammen eine garantierte Bandbreite zur Verfügung, während die Bandbreite für die offene Internetnutzung von zahlreichen Faktoren abhängt.
Aktuell gibt es in Deutschland lediglich zwei native IPTV-Angebote: Zum einen Entertain der Deutschen Telekom und zum anderen Vodafone TV. Das IPTV-Angebot von 1&1, Digital TV, wird von der Telekom zugeliefert.

Die jeweiligen Kosten variieren je nach gewünschtem Programmpaket.

Um die Programme empfangen zu können ist ein breitbandiger Internetzugang mit mindestens 16 Mbit/s erforderlich. Für den Empfang von HD-Inhalten ist ein VDSL-Anschluss mit mindesten 25 Mbit/s zwingend erforderlich.

Link zum Thema

www.iptv-anbieter.info/

Internet-TV: WebTV

WebTV bezeichnet die Übertagung eines linearen Fernsehprogramms über das freie Internet. In der Regel handelt es sich dabei um den auf der Internetseite eines Anbie-ters eingebundenen Livestream. Aktuelle Angebote passen dabei Auflösung und Bildqualität automatisch der jeweils zur Verfügung stehenden Bandbreite an. Dieser Vorgang wird als „adaptives Streaming" bezeichnet.

Da ein Anbieter nicht an die klassischen Verbreitungswege gebunden ist, stehen dem Nutzer beim Web-TV zahlreiche unbekanntere Nischen-angebote oder Angebote aus anderen Ländern zur Verfügung.

Links zum Thema

www.webtvmonitor.de

www.global-itv.com
(Internet-TV)

Internet-TV: OTT

Unter OTT (Over the Top) versteht man die Übertragung von linearen TV-Angeboten gebündelt auf einer Plattform. Für die Verbreitung dient wie bei WebTV das freie Internet als Infrastruktur. Im Gegensatz zu IP-TV steht für die Rundfunk-verbreitung keine fest zugesicherte Bandbreite zur Verfügung. OTT-Streams sind dadurch in der Regel erheblich ver-zögert gegenüber dem klassischen Rundfunksignal.

Die gegenwärtig bekanntesten Anbieter sind die Plattformen Zattoo und Magine. OTT-Angebote können entweder über entsprechende Apps auf Smart-TVs, über die jeweiligen Internetseiten direkt im Webbrowser oder über eigene Programme auf externen Geräten wie Tablets, Konsolen, Mediaplayern oder Ähnlichem empfangen werden.

Für die Nutzung von OTT-Angeboten ist ein Nutzerkonto erforderlich, das je nach gewünschter Auflösung und Programmvielfalt mit entsprechenden Kosten verbunden ist.

Internet-TV: VoD

Neben der Verbreitung von linearen Programm sind im Internet viele Videoangebote auf Abruf (VoD = Video on demand) erhältlich. Dadurch hat der Zuschauer die Möglichkeit die Angebote zeitlich so zu nutzen, wie er möchte.

Bei Video-on-Demand können drei Hauptformen unterschieden werden. Zum einen die Mediatheken der Fernsehsender, über die ausgestrahlte Sendungen zu einem späteren Zeitpunkt  angeschaut werden können. Zum anderen Streaming-Anbieter wie Maxdome, Netflix oder Amazon Prime die, vergleichbar mit einer Online-Videothek, ihren Kunden Inhalte zum Abruf anbieten. Die Abrechnung erfolgt dabei entweder für den Einzelabruf oder als Flatrate. Einen großen Anteil haben auch Videoplattformen wie Youtube oder MyVideo, deren Inhalte kostenlos zum Abruf bereitstehen, häufig aber über Werbung finanziert werden. Der Abruf erfolgt in allen Fällen entweder über den Browser oder über Apps der jeweiligen Angebote.

Einige Unternehmen wie Google (chromecast) und Apple (Apple TV) vertreiben eigene Endgeräte zum Anschluss an den Fernseher, damit ihre Streamingdienste für den Verbraucher einfacher zu bedienen sind.

Links zum Thema

www.was-ist-vod.de
(Video on Demand)

www.media-perspektiven.de
(Video auf Abruf)

J

Jugendmedienschutz

Die im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag formulierten Regelungen sollen für einheitlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung von elektronischen Medien (Radio/Fernsehen) und Telemedien (v.a. Internet) vor entwicklungsbeeinträchtigenden oder -gefährdenden Angeboten sorgen. Außerdem geht es um den Schutz vor Inhalten, die die Menschenwürde oder sonstige durch das Strafgesetzbuch geschützte Rechtsgüter verletzen.

Je nach Altersstufe können Angebote entwicklungsbeeinträchtigend wirken, die Gewalt oder Sexualität darstellen oder die die Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Anbieter müssen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche der betroffenen Altersstufe entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte – wie etwa TV-Sendungen mit Gewaltdarstellungen – üblicherweise nicht anschauen. Im Fernsehen gibt es dafür bestimmte Sendezeitgrenzen. So dürfen Sendungen, die nur für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet sind, erst ab 22 Uhr gesendet werden. Die Ausstrahlung von Sendungen, die für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet sind, ist erst ab 23 Uhr zulässig.

Für die Bereiche Pay-TV und Internet existieren darüber hinaus sogenannte technische Mittel, z.B. Vorsperren oder Verschlüsselung, die gewährleisten sollen, dass Kinder und Jugendliche bestimmte Angebote nicht nutzen können. Im Internet kann inzwischen auch auf die Möglichkeit der Alterskennzeichnung von Inhalten mittels Labeling für ein von der KJM anerkanntes Jugendschutzprogramm zurückgegriffen werden. Angebote in Telemedien (Internet), die nur Erwachsenen den Zugang zu bestimmten Inhalten ermöglichen, dürfen in geschlossenen Benutzergruppen, die mit einem Altersverifikationssystem gesichert sind, verbreitet werden.

Für die Prüfung problematischer Angebote und die Entscheidung über Maßnahmen bei Verstößen gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag oder die Anerkennung von technischen Jugendschutzprogrammen ist seit 2003 die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) zuständig, und zwar für den privaten Rundfunk und Telemedien. Die Umsetzung der Maßnahmen, wie Bußgelder, Beanstandungen oder Untersagungen, gegenüber den einzelnen Anbietern übernimmt die jeweils zuständige Landesmedienanstalt. Die deutsche TV-Branche verfügt zudem mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF) über eine Institution zur Selbstregulierung. Die FSF prüft unter Jugendschutz-Aspekten strittige Sendungen ihrer Mitglieder und gibt diese für bestimmte Sendezeiten frei. Im Telemedien-Bereich werden die Landesmedienanstalten von Jugendschutz.net unterstützt. Diese von den Ländern sowie den Landesmedienanstalten finanzierte Einrichtung überprüft den Online-Bereich kontinuierlich auf Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und ist organisatorisch an die KJM angebunden. Zudem gibt es auch im Telemedienbereich Selbstkontrolleeinrichtungen: die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM), die Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware online (USKonline) und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft online (FSKonline).

Links zum Thema

www.kjm-online.de

www.jugendschutz.net

www.fsf.de 
(Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen)

www.fsm.de 
(Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia)

www.fsk.de 
(Freiwillige Selbstkontrolle Filmwirtschaft)

www.usk.de 
(Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware)

L

Landesmedienanstalten

Weil die Gesetzgebungszuständigkeit für den Rundfunk bei den Bundesländern liegt, erfolgt auch die Zulassung und Kontrolle von Rundfunkanbietern auf Landesebene. Als Aufsichtsbehörden für alle privaten Anbieter von Hörfunk- und Fernsehprogrammen fungieren die Landesmedienanstalten. Sie finanzieren sich durch einen Anteil von knapp 1,9 Prozent am Aufkommen der Rundfunkbeiträge, das im Zuständigkeitsgebiet der jeweiligen Landesmedienanstalt eingenommen wird. Allerdings steht dieser Anteil am Beitragsaufkommen nicht jeder Landesmedienanstalt komplett zur Verfügung, sondern wird je nach Landesmediengesetz teilweise auch für andere Zwecke wie etwa Film- und Standortförderung reserviert. Grundsätzlich existiert eine Landesmedienanstalt pro Bundesland. Lediglich die Bundesländer Berlin und Brandenburg sowie Hamburg und Schleswig-Holstein haben jeweils eine gemeinsame Landesmedienanstalt.

Landesmedienanstalten sind für die Zulassung und Kontrolle von privatwirtschaftlichen Rundfunkangeboten (Hörfunk und Fernsehen) zuständig. Sie entscheiden über die Zulassung neuer Programme und kontrollieren, ob die gesetzlichen Vorgaben in Bereichen wie Werbung oder Jugendschutz eingehalten werden. Die meisten Landesmedienanstalten sind auch für die allgemeine Aufsicht im Bereich der Telemedien mit rundfunkähnlichen Inhalten (Internet) zuständig.

Grundlage für gemeinsame Regeln aller Landesmedienanstalten ist der Rundfunkstaatsvertrag mit bundesweit einheitlichen Regelungen. Rundfunkanbieter können sich bei der bundesweiten Zulassung eine Landesmedienanstalt aussuchen und erhalten dann eine Zulassung für die Verbreitung z.B. über Satellit. Terrestrische Frequenzen und ein Teil der Plätze in den Kabelnetzen können von den Landesmedienanstalten nach den Bestimmungen des jeweiligen Landesmediengesetzes vergeben werden. Landesspezifische Zulassungs- und Kontrollbestimmungen für lokale und landesweite Hörfunk- und Fernsehangebote legen die Bundesländer jeweils in eigenen Landesmediengesetzen fest.

Um länderübergreifende Aufgaben zu regeln, werden bei den Landesmedienanstalten eine Reihe von gemeinsamen Gremien gebildet. Dazu gehören die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten, die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK). Für Entscheidungen über die Zulassung und Kontrolle bundesweiter Veranstalter, die Plattformregulierung und die Entwicklung des digitalen Rundfunks ist die gemeinsame Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) zuständig.

Ob die gesetzlichen Bestimmungen zur Sicherung der Meinungsvielfalt eingehalten werden, prüft die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Sie erfasst kontinuierlich alle Unternehmensbeteiligungen und Marktanteile im Fernsehen und auf medienrelevanten verwandten Märkten. So kann vor Programmzulassungen, geplanten Zusammenschlüssen oder Übernahmen von Unternehmen beurteilt werden, ob diese eine Bedrohung für die Vielfalt darstellen. Sollte dies der Fall sein, können von den Landesmedienanstalten beispielsweise Zusammenschlüsse untersagt oder nur unter bestimmten Auflagen genehmigt werden. Die inhaltliche Kontrolle privat-wirtschaftlicher Rundfunk- und Internetangebote in Bezug auf den Jugendmedienschutz übernimmt die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), deren Vorsitz zurzeit bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) liegt.

Links zum Thema

www.die-medienanstalten.de (Regulierung)

www.blm.de

www.kek-online.de

www.kjm-online.de

M

Mediatheken

Unter einer Mediathek versteht man in der Regel ein im Internet verfügbares Video-Archiv von Fernsehsendungen. Einzelne Beiträge oder Sendungen können so auch zeitversetzt von der TV-Ausstrahlung über das Internet als Video-On-Demand abgerufen werden. Die Inhalte der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unterliegen rechtlichen und zeitlichen Beschränkungen. Viele TV-Beiträge bleiben deswegen höchstens sieben Tage nach der Ausstrahlung in der Mediathek abrufbar. Bestimmte Sportübertragungen und Sendungen über Großereignisse dürfen nur 24 Stunden bereitgehalten werden. Außerdem finden sich in Medientheken vor allem Eigenproduktionen der Sender, weil TV-Programmanbieter häufig nur in diesen Fällen über entsprechende Rechte verfügen, Sendungen über das Internet weltweit zur Verfügung zu stellen.

Links zum Thema

www.kabeleins.de

www.n24.de

www.n-tv.de

www.prosieben.de

www.rtl-now.de

www.sat1.de

www.sixx.de

www.sport1.de

www.ardmediathek.de

www.br.de

www.kika.de

www.zdfmediathek.de

Menschenwürde

Die Menschenwürde ist das höchste Gut unserer Verfassung. „Die Würde des Menschen ist unantastbar", heißt es deshalb in Artikel 1 des Grundgesetzes. Eine Verletzung der Menschenwürde ist bei einem Medienangebot dann gegeben, wenn es den Geltungsanspruch eines Menschen leugnet, ihn systematisch und zielgerichtet herabwürdigt und zum Objekt degradiert. Die Menschenwürde wird also dann verletzt, wenn Menschen nicht mehr als eigenständige und willensbestimmte Wesen wahrgenommen werden.

Die Menschenwürde kann durch Medien beispielsweise verletzt werden, wenn z.B. in den Nachrichten Menschen gezeigt werden, die sterben oder schwer leiden, wobei ein tatsächliches Geschehen gegeben ist und die Art der Darstellung besonders problematisch ist, etwa durch Zeitlupen oder Wiederholungen besonders drastischer Bilder. In diesen Fällen schreiten die Landesmedienanstalten bzw. die KJM ein. An sie sollten sich Zuschauer mit Programmbeschwerden wenden, wenn sie TV-Inhalten begegnen, von denen sie vermuten, dass die Menschenwürde verletzt wird.

Das Gleiche gilt für entsprechende Inhalte, wie z.B. Hinrichtungsvideos, im Internet.

Links zum Thema

www.kjm-online.de
(Menschenwürde)

www.lfm-nrw.de
(Broschüre Mediennutzerschutz)

www.programmbeschwerde.de
(Menschenwürde)

Multiplex

Die Digitalisierung von Rundfunkprogrammen basiert bei DVB und DAB darauf, dass Bilder und Töne zunächst in Daten zerlegt, diese dann übertragen und schließlich wieder zurück in Bilder und Töne verwandelt werden. Digitale Übertragungsstandards erlauben es, über Kapazitäten, die früher nur für einen analogen TV-Kanal oder eine analoge Hörfunkfrequenz (z.B. UKW) bestimmt waren, heute mehrere Programme zu senden. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Signaldaten zusammengefasst und automatisch platzsparend in sogenannte Datencontainer einsortiert. Diese Digitalisierung und Bündelung von digitalen Rundfunk-Inhalten zu einem Transportdatenstrom wird Multiplexing genannt.

Im Transportdatenstrom eines digitalen Sendesignals können sich durchaus mehrere TV-Programme mit jeweils mehreren Tonkanälen, mehrere Radioprogramme und auch ein multimediales Begleitprogramm befinden. Die jeweilige Datenzusammenstellung wird als Multiplex bezeichnet. Unterschiedliche Multiplex-Verfahren erlauben schließlich – je nach Überragungsweg (Satellit, Kabel, Terrestrik) – eine optimale Ausnutzung der Leitungen bzw. Kanäle. Dabei werden unterschiedliche Signale gebündelt oder zeitlich ineinander verschachtelt, um sie störungsfrei übertragen zu können.

N

Non-lineares Fernsehen

Beim klassischen Fernsehen werden TV-Programme ausgestrahlt und zur selben Zeit unverändert empfangen. Dieses Verfahren wird als linear bezeichnet. Das Internet und digitale TV-Plattformen machen es jedoch auch möglich, digitale Fernsehprogramme zeitversetzt zu sehen. Dies gilt etwa für die Nutzung von Abruf-Diensten (Video on Demand) oder von Mediatheken im Internet. Weil in diesem Fall TV-Sendungen nicht zeitgleich ausgestrahlt und empfangen werden, handelt es sich bei dieser Form der zeitversetzten Nutzung via Internet um non-lineares Fernsehen, also nicht linear verbreitete TV-Programme.

Möglich wird das Abspielen dieser Sendungen durch die sogenannte Streaming-Technik, bei der Video- und Audiodaten online übertragen werden. Weil immer mehr Fernsehgeräte an das Internet angeschlossen werden können (Smart TV), gelangen non-lineare TV-Inhalte zunehmend auf den digitalen Fernsehschirm.

P

Persönlichkeitsrechte

Jedermann hat ein grundrechtlich garantiertes Persönlichkeitsrecht. Das heißt, er kann grundsätzlich selbst darüber bestimmen, wie er sich anderen oder der Öffentlichkeit gegenüber darstellt. Dies gilt sowohl für Radio und Fernsehen als auch für das Internet. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die folgenden drei Fallgruppen des Persönlichkeitsrechts von Interesse: das Recht am eigenen Bild, das Recht am gesprochenen Wort und das Recht der persönlichen Ehre.

Gemäß des Rechtes am eigenen Bild dürfen im Grundsatz keine Bilder oder Filmaufnahmen von Individuen im Fernsehen oder Internet ohne deren Zustimmung veröffentlicht und verbreitet werden. Das Recht am gesprochenen Wort bedeutet, dass Menschen grundsätzlich selbst darüber bestimmen, ob ihre Äußerungen aufgezeichnet und veröffentlicht werden. Das Recht der persönlichen Ehre besagt, dass Bürger auch in den Medien nicht beleidigt oder diffamiert werden dürfen. Allerdings ist dadurch nicht jede kritische Äußerung ausgeschlossen. Bei einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts in den Medien stehen den Betroffenen verschiedene zivilrechtliche Abwehrrechte zur Verfügung (z.B. Gegendarstellungsrecht, Berichtigungs- sowie Unterlassungsanspruch, ggf. auch Schadensersatz).

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www.klicksafe.de

www.lfm-nrw.de
(Broschüre Mediennutzerschutz)

Podcast/Videocast

Der Begriff Podcast ist ein Kunstwort, das aus dem englischen Begriff für Rundfunk (Broadcast) und der Bezeichnung für bestimmte MP3-Player (iPod) gebildet wurde. Ein Podcast besteht aus einer Reihe von Audio-Beiträgen, die über das Internet heruntergeladen oder auch automatisch bezogen werden können (Web-Feed). Handelt es sich nicht um Audio-, sondern um Video-Dateien, wird dies als Videocast (auch Vidcast oder Vodcast) bezeichnet.

Per Internet können Podcasts und Videocasts unabhängig von der ursprünglichen Sendezeit im Radio oder Fernsehen genutzt werden. Außer TV- und Hörfunkprogrammanbietern nutzen auch zahlreiche freie Autoren die Technik von Pod- oder Videocasts. Das Abonnieren von Videocasts und Podcasts lässt sich besonders komfortabel mit Zusatzprogrammen vornehmen, die Podcatcher oder Podcast-Clients genannt werden. Über sogenannte RSS-Feeds der gewünschten Beiträge lädt der Podcatcher neue Folgen automatisch herunter.

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www.podcast.de

www.podster.de

www.podlist.de

Programmgrundsätze

Radio- und Fernsehprogramme müssen die Würde des Menschen sowie religiöse, sittliche und weltanschauliche Überzeugungen anderer achten. Sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Hörfunk- und Fernsehprogramme sollen die Zusammengehörigkeit in Deutschland sowie die internationale Verständigung fördern und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken, damit Menschen ohne Vorurteile miteinander umgehen. Speziell Beiträge in Informationssendungen müssen der Wahrheit entsprechen, unabhängig und sachlich sein und dürfen nicht einseitig nur einen Aspekt eines Geschehens darstellen.

In ihren Allgemeinen Programmgrundsätzen müssen sich private Rundfunkveranstalter außerdem verpflichten, bei Berichterstattung und Informationssendungen anerkannte journalistische Grundsätze und die Vorgaben der allgemeinen Gesetze und die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Ehre einzuhalten. Ob die Programmgrundsätze umgesetzt werden, wird von den Landesmedienanstalten überwacht. Die Programmgrundsätze schränken allerdings nicht das Recht auf freie Meinungsäußerung ein. Kritik ist erlaubt, darf aber nicht beleidigend sein. Kommentare sind von der Berichterstattung deutlich zu trennen.

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www.lfm-nrw.de
(Broschüre Mediennutzerschutz)

www.programmbeschwerde.de
(Programmgrundsätze)

Product Placement

Unter Product Placement oder Produktplatzierung versteht man die Platzierung von Produkten und Marken in Filmen und TV-Sendungen. Produktplatzierungen sind mittlerweile auch in Deutschland unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Product Placement ist in fast allen Formaten möglich. Außer Nachrichten, Informationssendungen und Kindersendungen müssen lediglich Verbraucher- und Ratgeber-Magazine, die im Wesentlichen informierenden Charakter haben, von Produktplatzierungen frei bleiben. Gleiches gilt auch für die Übertragung von Gottesdiensten.

Voraussetzung für Platzierung von Produkten in TV-Programmen ist, dass die redaktionelle Unabhängigkeit gewahrt wird. Außerdem darf gemäß Rundfunkstaatsvertrag keine versteckte Werbung zugunsten bestimmter Themen (Themen-Placements) erfolgen. Einzelne Produkte dürften „nicht zu stark herausgestellt" werden. Tauchen Produkte außerhalb der Werbeblöcke auf, so verpfllichtet der Rundfunkstaatsvertrag dazu, zu Beginn und am Ende der betreffenden Sendungen sowie nach Werbepausen auf Placements hinzuweisen. Private Rundfunkveranstalter dürfen in selbstproduzierten Filmen und Serien, Sportsendungen und „Sendungen der leichten Unterhaltung" Produkte auch gegen Bezahlung platzieren. Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erlaubt der Rundfunkstaatsvertrag in seinen Eigenproduktionen nur sogenannte Produktbeistellungen. Dabei handelt es sich um geldwerte Leistungen im Rahmen von Produktionen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn dem ZDF für seine Traumschiff-Serie ein Luxus-Liner zur Verfügung gestellt wird. Geht es dabei um eine „Ware oder Dienstleistung von bedeutendem Wert", muss eine Kennzeichnung erfolgen. Werden Waren oder Dienstleitungen eines Dritten – meist gegen Bezahlung – in Programmen zu Werbezwecken erwähnt, ohne dass dies gekennzeichnet wird, handelt es sich um Schleichwerbung, die verboten ist.

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www.die-medienanstalten.de
(Werberichtlinien)

www.programmbeschwerde.de
(Werbung)

S

Scripted Reality

Bei Scripted Reality handelt es sich um ein Format von TV-Sendungen, die wie journalistische Dokumentationen oder Reportagen wirken, tatsächlich aber erfunden sind. Es geht vor allem um TV-Formate, die auf einem Drehbuch basieren, aber auf den ersten Blick wie klassische Dokumentationen wirken, weil Laien-Darsteller Dialoge entlang einer vorgegebenen Dramaturgie improvisieren. Die künstlich geschaffenen Geschichten garantieren, dass vor der Kamera immer Entscheidendes passiert, was den Drehaufwand minimiert. Die Wirklichkeit wird fiktional nachempfunden, inhaltlich verdichtet und so inszeniert, dass beim Publikum gezielt Gefühle ausgelöst werden sollen.

Erzählstoffe und Handlungsfäden von Scripted-Reality-Formaten scheinen mitten aus dem Leben gegriffen und haben meist soziale Krisensituationen zum Inhalt: Es geht um Schicksalsschläge, Beziehungs- und Familienkonflikte. Die Dramaturgie folgt in der Regel dem Spannungsbogen vom Aufbau einer Streit- oder Konfliktsituation über die (drohende) Eskalation bis zum Happy End. Im Vergleich zu herkömmlichen Serien sind Scripted-Reality-Formate deutlich billiger zu produzieren. Dies liegt vor allem am Einsatz von preiswerter Reportage-Kameratechnik und an dem Verzicht auf professionelle Darsteller und Studios. Dass die Bilder weniger professionell wirken als bei klassischen TV-Serien, ist ein erwünschter Effekt. Dadurch entsteht nämlich der Eindruck, die abgebildeten Ereignisse und Interviews seien das Ergebnis spontan gedrehter Bilder eines realen Geschehens.

In der Regel werden die Zuschauer nur am Ende einzelner Scripted-Reality-Folgen darauf hingewiesen, dass die Inhalte frei erfunden sind und nicht wirklich stattgefunden haben. Aus Sicht der Landesmedienanstalten besteht die Gefahr, dass Zuschauer erfundene Inhalte mit der Wirklichkeit verwechseln könnten. Deshalb wurden gemeinsam mit dem Verband der privaten Rundfunk und Telekommunikationsanbieter (VPRT) Leitlinien für die Kennzeichnung und Wahrnehmbarkeit von Scripted-Reality-Formaten entwickelt. So sollen die Zuschauer auf den erfundenen Charakter der geschilderten Ereignisse hingewiesen werden. Gemäß der „Leitlinien für die Kennzeichnung und deren Wahrnehmbarkeit bei Scripted-Reality-Formaten", an die sich die Privatsender freiwillig halten wollen, sollen die Zuschauer zu Beginn des Abspanns und gegebenenfalls auch zu Beginn einzelner Folgen informiert werden, dass Handlungen und Personen frei erfunden sind.

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www.die-medienanstalten.de
(Scripted Reality)

www.vprt.de
(Leitlinien Scripted Reality)

Smart TV

Smart-TV-Geräte sind digitale Flachbildfernseher, die an das Internet angeschlossen werden und so zusätzlich zu Fernsehprogrammen auch Online-Angebote abbilden können. Der Fernsehbildschirm wird beim Smart TV – ähnlich wie ein Computer – zu einem netzwerkfähigen Endgerät. Zu diesem Zweck muss das TV-Gerät mit dem Internet verbunden werden, was auch kabellos per WLAN möglich ist. Wer alle zur Verfügung stehenden Online-Angebote auf seinem Fernsehgerät nutzen will, benötigt dafür eine möglichst breitbandige Internetverbindung.

Je nach Hersteller verfügen Smart-TV-Geräte über eine Reihe von Online-Zusatzfunktionen. Dazu zählen – ähnlich wie beim Smartphone – auch bestimmte Applikationen (Apps), die direkt von der Benutzeroberfläche gestartet werden können, beispielsweise Verbindungen zu Mediatheken oder sozialen Online-Netzwerken, zu Videoportalen, Musik- oder Wetterdiensten. Um alle Funktionen möglichst leicht bedienbar zu machen, haben einige Hersteller spezielle Smart-TV-Fernbedienungen entwickelt, da die Navigation im Internet mit einer normalen TV-Fernbedienung oft schwierig ist.

Smart TV ist ein Begriff für interaktives und hybrides Fernsehen, das Elemente aus der TV-Welt mit dem Internet verbindet. Fernsehanbieter können über den Standard Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV) programmbegleitende Online-Inhalte zur Verfügung stellen, die mit Hilfe von Smart-TV-Geräten genutzt werden können. Vernetzte Smart-TV-Geräte machen es außerdem möglich, auf Bild-, Musik- oder Videodateien zuzugreifen, die auf anderen Computern eines Heimnetzwerkes abgelegt sind. Sogar Videotelefonate oder eine Bedienung des Flachbildschirmes mit Smartphone, Tablet sowie einer Bluetooth- oder USB-Tatstatur sind möglich, wenn die dazu notwendigen Apps installiert wurden.

Links zum Thema

www.tv-plattform.de
(Smart TV)

www.test.de
(Fernseher/Smart TV)

Social TV

Als Social TV wird die Möglichkeit bezeichnet, sich direkt mit Hilfe des Fernsehgerätes oder mit anderen digitalen Geräten per Internet über TV-Sendungen auszutauschen. Im Grunde geht es um begleitende Information und Kommunikation rund um Fernsehprogramme, und zwar im Vorfeld, parallel oder im Anschluss an einzelne Sendungen. Dies geschieht entweder auf Plattformen, die direkt über den TV-Monitor angeboten werden, oder mit Hilfe weiterer Endgeräte wie Smartphone, Tablet oder Laptop. Diese Geräte werden auch als Second Screen (zweiter Bildschirm) bezeichnet.

Die stärkste Social-TV-Aktivität zeigen die Nutzer derzeit bei Unterhaltungs- und Casting-Shows und bei Serien. Eine zentrale Rolle spielen bei Social TV soziale Online-Netzwerke. Zuschauer können zu aktiv Mitwirkenden werden, wenn sie sich nicht nur über TV-Programme untereinander austauschen, sondern auch interaktiv Einfluss auf die Inhalte einzelner Sendungen nehmen. Jede Aktion der Zuschauer liefert den Programmmachern wertvolle Informationen über das, was sich das Publikum wünscht.

Spezielle Second-Screen-Applikationen (Apps) für Smartphones und Tablets bieten Hintergrundinformationen oder übernehmen die Funktion einer virtuellen Programmzeitschrift. Sie dienen aber auch als Interaktionsplattform für den Meinungsaustausch oder belohnen besonders treue Stammzuschauer bestimmter Sendungen mit virtuellen Auszeichnungen. Apps können auch automatisch individuelle Programmtipps erzeugen oder auf Empfehlungen anderer Nutzer verweisen.

Links zum Thema

www.medienpuls-bayern.de
(Social TV Summit)

www.social-tv-monitor.de
(Social TV Monitor)

Sponsoring

Sponsoring ist eine eigenständige Finanzierungsform für öffentlich-rechtliche und private Radio- und Fernsehsender, die im Sinne des Rundfunkrechtes nicht als Werbung gilt. Beim Sponsoring unterstützen Unternehmen finanziell eine bestimmte Sendung, ohne auf deren Inhalt Einfluss zu nehmen. Auf den Sponsor einer Sendung muss vor und/oder nach einer Sendung hingewiesen werden. Auch vor und nach Werbeunterbrechungen sind entsprechende Hinweise auf Sponsoren zulässig. Sponsorhinweise dürfen keine absatzwerblichen Aussagen zum Sponsor und seinen Produkten enthalten.

Nicht gesponsert werden können Zeitansagen, Grüße, Nachrichtensendungen und Sendungen zum politischen Zeitgeschehen. Nicht sponsern dürfen Unternehmen, deren Haupttätigkeit die Herstellung von Zigaretten oder Tabakerzeugnissen ist. Außerdem dürfen auch Arzneimittel oder medizinische Behandlungsmethoden nicht Gegenstand einer Sponsorennennung sein, wohl aber die Namen von Unternehmen aus der Medizin-Branche.

Links zum Thema

www.blm.de
(Werbeformen)

www.die-medienanstalten.de
(Werberichtlinien)

www.programmbeschwerde.de
(Sponsoring)

Streaming

Beim sogenannten Streaming werden Musik- oder Videodateien über das World Wide Web übertragen. Dabei werden die Inhalte nicht vollständig heruntergeladen und gespeichert, sondern die heruntergeladenen Daten sofort genutzt und danach wieder verworfen. Es entstehen dadurch auch keine dauerhaften Kopien der Dateien beim Nutzer. Solche Angebote können entweder als Live-Streaming nahezu in Echtzeit an alle Videodisplays mit Online-Zugang übermittelt oder auch aus virtuellen Videotheken über entsprechende Portale im Netz zeit- und ortsunabhängig abgerufen werden.

Streaming ist vor allem für Videoportale, Mediatheken und kommerzielle Video-Abrufangebote (Video on Demand, VoD) im Internet wichtig. Während für den Empfang klassisch über Satellit, Kabel oder terrestrisch verbreiteter Programme speziell für diesen Zweck hergestellte Empfangsgeräte erforderlich sind, ist die Nutzung von Streaminginhalten grundsätzlich mit allen internetfähigen Geräten möglich, sofern sie über die entsprechende Software verfügen. Einzige Voraussetzung zur Nutzung von Videostreaming ist ein möglichst breitbandiger Online-Zugang (mindestens 2 Mbit/s, bei HD-Videos 6 Mbit/s). Für Audiostreaming sind erheblich geringere Bandbreiten ausreichend.

Streaming-Inhalte lassen sich auch auf digitale Smart-TV-Flachbildfernseher übertragen. VoD-Anbieter vermarkten Filme oder Serien entweder pro Einzel-Abruf oder mit einer Art Flatrate als Monatsabonnement (Subscription-Video-on-Demand). Es gibt aber auch eine Reihe von Anbietern, die ihre Inhalte werbefinanziert und für den Nutzer kostenlos zur Verfügung stellen. Bei einigen Streaming-Portalen ist es auch möglich, die Nutzung eines Films, die bei einem Endgerät unterbrochen werden musste, auf einem anderen Endgerät fortzusetzen.

Link zum Thema

www.vz-nrw.de

T

Teleshopping

Beim Teleshopping vertreiben Unternehmen ihre Produkte über das Fernsehen. Dies kann über reine Teleshopping-Kanäle oder über Teleshopping-Fenster oder Teleshoppingspots erfolgen. Bei all diesen Angeboten erhält der Verbraucher die Möglichkeit, ein im TV-Programm präsentiertes Produkt auszuwählen und per Telefon, Telefax oder E-Mail bei einem Händler oder Teleshop-Betreiber zu bestellen. In einigen Fällen können Waren auch in speziellen Online-Shops ausgesucht und gekauft werden. Eine weitere Form des Teleshoppings sind Auktionen, bei denen Zuschauer für bestimmte Produkte mitbieten können.

Teleshopping-Angebote müssen als solche klar erkennbar sein, dürfen nicht irreführen oder den Interessen der Verbraucher schaden. Außerdem dürfen Minderjährige nicht dazu angehalten werden, Kauf- oder Miet- bzw. Pachtverträge für Waren oder Dienstleistungen zu schließen. Wer etwas beim Teleshopping bestellt, hat genau wie beim Einkauf über das Internet das Recht, die Ware innerhalb von vierzehn Tagen zurückzuschicken und den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Dieses Recht (Fernabsatzgesetz/EU-Verbraucherrechte-Richtlinie) wird damit begründet, dass Kunden beim Teleshopping die Produkte nicht unmittelbar begutachten können.

Teleshopping-Fenster, die innerhalb eines Programms ausgestrahlt werden, das nicht ausschließlich für Teleshopping bestimmt ist, müssen mindestens 15 Minuten lang sein und dürfen nicht unterbrochen werden.

Links zum Thema

www.kek-online.de
(Teleshopping und Telemedien)

www.die-medienanstalten.de
(Werberichtlinien Fernsehen)

TV-Empfang und Programmangebot

Es gibt derzeit vier unterschiedliche technische Möglichkeiten, Rundfunkprogramme (Hörfunk/Fernsehen) zu empfangen: über Satellit, Kabel, Haus- bzw. Zimmerantenne sowie per Internetanschluss (IPTV, OTT). Diese Verbreitungswege unterscheiden sich hauptsächlich in Bezug auf die Anzahl der empfangbaren Programme und die Kosten, die – zusätzlich zum Rundfunkbeitrag für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme – für die Haushalte anfallen.

Bei vielen Bürgern ist die Art des Fernsehempfangs bereits durch ihre Wohnsituation vorgegeben. Für Mieter in einer Wohnanlage ist der Kabelanschluss (DVB-C) meist fester Bestandteil des Mietvertrages. Eine private Satellitenschüssel (DVB-S) etwa auf dem Balkon ist in Wohnanlagen häufig untersagt. Davon ausgenommen sind ausländische Mitbürger, denen unabhängig von der Wohnsituation das Recht eingeräumt wird, Programme aus ihrer Heimat auch über Satellit empfangen zu dürfen, sofern nicht über den vorhandenen Kabelanschluss ausreichend heimatsprachliche Programme angeboten werden.

Der Satellitenempfang bietet von allen Empfangsarten derzeit die größte Programmauswahl. Dabei können einige Hundert Programme empfangen werden. Welche Programme die Satellitenbetreiber ausstrahlen, hängt von den Vertragsbeziehungen mit den Sendern ab. Die Programme müssen allerdings über eine gültige Genehmigung in ihrem Herkunftsland verfügen.

Während die Satellitenprogramme seit April 2012 nur noch digital ausgestrahlt werden, spielt beim Kabel der analoge Empfang immer noch eine wichtige Rolle. Beim analogen Kabelempfang mit rund dreißig empfangbaren Programmen schreiben in Bayern das Bayerische Mediengesetz (BayMG) und die Kanalbelegungssatzung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) eine festgelegte Auswahl von acht öffentlich-rechtlichen und acht privaten Programmen vor, die der Kabelnetzbetreiber verbreiten muss. Bei den restlichen Programmen ist der Kabelnetzbetreiber bei seiner Auswahlentscheidung frei. Die Programme müssen über eine rechtmäßige Genehmigung verfügen und sollen inhaltlich nicht im Wesentlichen identisch sein, sondern zusammen ein ausgewogenes und vielfältiges Programmangebot darstellen. Beim digitalen Kabelempfang werden von der Landesmedienanstalt keine Programme konkret zur Einspeisung vorgeschrieben. Allerdings sind die Netzbetreiber und IPTV-Anbieter gemäß Rundfunkstaatsvertrag dazu verpflichtet, die öffentlich-rechtichen Programme sowie die privaten Programme, die Fernsehfenster enthalten (RTL und Sat.1), und lokale Fernsehprogramme einzuspeisen.

Für den digitalen terrestrischen Antennenempfang (DVB-T) gilt, dass die Anzahl der vorhandenen Programmplätze zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privatwirtschaftlichen Rundfunkprogrammanbietern aufgeteilt wird. Sollte es für den privatwirtschaftlichen Anteil mehr Bewerber als freie Plätze geben, entscheidet die jeweils zuständige Landesmedienanstalt über die Vergabe. Sollte es weniger private Interessenten geben, bleiben die nicht von privatwirtschaftlichen Fernsehsendern belegten Plätze in der Regel frei. Wegen der hohen Kosten für die Verbreitung der Programme über DVB-T verzichten in vielen Regionen Deutschlands private Programmanbieter auf eine Ausstrahlung über diesen Verbreitungsweg.

Links zum Thema

www.verbraucherzentrale-rlp.de 
(Fernsehempfang)

www.blm.de 
(Kabelbelegung in Bayern)

W

Werbung

Werbung ist die wichtigste Finanzierungsform der privatwirtschaftlichen Hörfunk- und Fernsehprogrammanbieter. Für die Ausstrahlung von Werbung gibt es eine Reihe von Regeln: Grundsätzlich gilt, dass Werbung und Programm unterscheidbar sein müssen, damit Zuschauer und Zuhörer nicht in die Irre geführt werden (Kennzeichungspflicht).

Sowohl bei öffentlich-rechtlichen als auch bei kommerziellen Programmen ist die Ausstrahlung von Werbung zeitlich begrenzt, allerdings sind die Vorgaben dafür sehr unterschiedlich. ARD und ZDF dürfen im Jahresdurchschnitt werktäglich nur maximal 20 Minuten TV-Werbung ausstrahlen, und zwar vor 20 Uhr und höchstens 12 Minuten pro Stunde. Beim Hörfunk liegt die Höchstmenge, welche die Landesrundfunkgesetze öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen erlauben, bei 90 Minuten; für private Hörfunkveranstalter gibt es keine Werbemengenbeschränkung. Bei privatwirtschaftlichen TV-Programmen darf pro Stunde maximal 12 Minuten Spotwerbung gesendet werden.

Eine besondere TV-Werbespot-Form stellt die Split-Screen-Werbung dar. Dabei werden redaktionelle und werbliche Inhalte zugleich dargestellt, indem die Bildschirmfläche geteilt wird. Split-Screen-Werbung kann in einem gesonderten Fenster als Spotwerbung oder durch optisch hinterlegte Laufbandwerbung erfolgen. Das Werbefenster muss während des gesamten Spots durch den Schriftzug „Werbung" gekennzeichnet werden. Split-Screen-Werbung ist auf die erlaubte Höchstdauer der Spotwerbung anzurechnen. Split-Screen-Werbung ist verboten bei der Übertragung von Gottesdiensten und bei Kindersendungen.

Dauerwerbesendungen sind grundsätzlich erlaubt, müssen aber zu Beginn als solche angekündigt werden und während der gesamten Sendung durch eine entsprechende Einblendung gekennzeichnet sein. Politische, weltanschauliche und religiöse Werbung ist verboten. Erlaubt sind dagegen sogenannte „soziale Appelle", zum Beispiel Spendenaufrufe für wohltätige Zwecke. Parteien dürfen lediglich unmittelbar vor Wahlen nach bestimmten Regeln in Hörfunk und Fernsehen werben.

Schleichwerbung ist grundsätzlich verboten. Sie liegt dann vor, wenn Produkte, Themen oder Firmennamen zu Werbezwecken ohne ausdrücklichen Hinweis in Sendungen so integriert werden, dass sie positiv auffallen. Schleichwerbung liegt insbesondere dann vor, wenn dafür Geld gezahlt wird oder andere Gegenleistungen erbracht werden.

Links zum Thema

www.die-medienanstalten.de
(Werberichtlinien Fernsehen)

www.blm.de
(Werbeformen)

www.programmbeschwerde.de