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Tendenz

Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien

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Dieser Aufforderung folgen in Deutschland rund 70 Prozent der 14- bis 29-Jährigen.
Sie sind jung, Social-Media-affin und befinden sich häufig im Dauer-Scroll-Modus durch Instagram, TikTok und Co. Dabei begegnen sie rechtswidrigen Inhalten wie digitaler Gewalt, Hass und Extremismus. Das Plattform-Design kann Suchtmechanismen erzeugen und eine digitale Überforderung ist nicht zu leugnen. Ganz zu schweigen vom Einfluss auf die (politische) Meinungsbildung der jungen User.

Allerdings bietet die Social-Media-Nutzung auch eine Art der digitalen Teilhabe und des Austausches.
Macht es also Sinn, Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren diese Nutzung zu verbieten, so wie es Australien Ende 2025 realisiert hat? 

Die aktuelle TENDENZ beschäftigt sich mit der Frage nach dem richtigen Umgang mit digitaler Überforderung. Die Antworten darauf bewegen sich zwischen der Verbotsdebatte und Ausstiegsszenarien. KI-generierte Deepfakes, die das Thema digitale Gewalt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt haben, erschüttern das Vertrauen in die Plattformen und die Sozialen Medien.

Keine Frage: Es besteht Handlungsbedarf.
Aber für mich kommt die Verantwortung der Plattformen immer vor einem Verbot. Ein Verbot kann umgangen werden, wenn es denn wegen offener Rechtsfragen überhaupt in Deutschland realisiert werden kann. Ziel muss es sein, die richtige Balance zwischen Schutz, Befähigung und digitaler Teilhabe zu finden.

Was also tun für den Schutz von Kindern und Jugendlichen und gegen die Überforderung von Eltern und Schule bei der Medienerziehung?
Der etwas sperrige Begriff Befähigung steht für Aufklärung durch Medienkompetenz. Doch auch hier ist Innovationsgeist gefragt: Wer die Jugendlichen durch Verbote einschränkt, statt sie dort abzuholen, wo sie unterwegs sind, hat schlechte Karten. 

BLM-Projekte wie jung.engagiert.online gehen neue Wege.
Sie setzen auf Bildungsarbeit auf Augenhöhe: Denn medienpädagogisches Wissen für Content-Creatoren hilft nicht nur Mikro-Influencern weiter, sondern auch den Mediennutzenden. Allerdings gilt auch für Influencer, was für die Medien insgesamt gilt: Mit Reichweite und Relevanz steigt auch die Verantwortung für Vielfalt.

Bild Thorsten Schmiege
Dr. Thorsten Schmiege ist Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.
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