5 Fragen an Daniel Brenner
Wie können junge Menschen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern in einer (digitalen) Demokratie werden? An der Beantwortung dieser Frage arbeitet Daniel Brenner bei der Medien.Bayern-Initiative Start Into Media. Er entwickelt u.a. Formate, die Lehrkräfte in ihrer Arbeit stärken. Denn für ihn ist klar: Medienkompetenz zu vermitteln bedeutet auch, einen wichtigen Beitrag zur Demokratie zu leisten.
Interview: Kerstin Bauer
Tendenz: Warum bekommt Medienkompetenz im KI-Zeitalter eine neue Dringlichkeit?
Daniel Brenner: Weil Künstliche Intelligenz die Erstellung und Verbreitung von Inhalten enorm beschleunigt. Es reicht nicht mehr, Informationen kritisch zu hinterfragen: Junge Menschen müssen verstehen, wie KI funktioniert, ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen und sie verantwortungsvoll einsetzen.
Tendenz: Sie sind an der Schnittstelle zwischen (Hoch-)Schulen und der Medienbranche. Welche gemeinsamen Herausforderungen und Chancen siehst du?
Daniel Brenner: Bildungseinrichtungen suchen nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten für Unterricht, Prüfungen und wissenschaftliches Arbeiten. In der Medienbranche gehört KI bereits zum Arbeitsalltag. Alle Bereiche stehen vor der Aufgabe, Kompetenzen und Regeln für eine Technologie zu entwickeln, die sich ständig verändert. Vom Austausch zwischen Bildung und Praxis können alle profitieren. Es geht darum, Menschen in die Lage zu versetzen, bewusst darüber zu entscheiden, wann KI unterstützt und wann eigenes Denken unverzichtbar ist.
Tendenz: Welche Fähigkeiten brauchen junge Menschen dazu?
Daniel Brenner: Deepfakes und manipulierte Inhalte lassen sich immer schwerer erkennen. Umso wichtiger sind Urteilsvermögen, Quellenkompetenz und Kontextverständnis. Wer Informationen bewertet, sollte Herkunft, Absicht und Glaubwürdigkeit prüfen, bevor Inhalte geteilt werden.
Tendenz: Welche Rolle spielen journalistische Medien?
Daniel Brenner: Sie schaffen Orientierung durch transparente Recherche und sorgfältige Prüfung. Und übernehmen Verantwortung für die veröffentlichten Inhalte – auch wenn mal Fehler passieren. Damit sind sie ein wichtiges Vorbild. Mit Angeboten wie der Media For You und Medienprofis im Klassenzimmer wollen wir bei Start Into Media junge Menschen mit der Medienpraxis zusammenbringen und genau diese Arbeitsweisen sicht- und erlebbar machen.
Tendenz: KI ist in aller Munde. Was ist aus Ihrer Sicht das größte Missverständnis?
Daniel Brenner: Dass regelmäßige Nutzung automatisch Kompetenz bedeutet. Ebenso wird KI oft entweder als Bedrohung oder als Allheilmittel dargestellt. Beides greift zu kurz – entscheidend ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Technologie. Und der muss früh vermittelt werden.
Tendenz: Welche Veränderungen wären dazu Ihrer Ansicht nach wünschenswert?
Daniel Brenner: Medien- und KI-Kompetenz sollten fächerübergreifend vermittelt werden. Dazu benötigen Lehrkräfte bessere Unterstützung – durch praxisnahe Fortbildungen, didaktische Konzepte und ausreichend Zeit zum Ausprobieren neuer Technologien. Außerdem sollte die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Medienpraxis weiter ausgebaut werden. Das alles mit dem Ziel, junge Menschen nicht nur vor Risiken zu schützen, sondern sie zum aktiven und verantwortungsvollen Gestalten digitaler Medien zu befähigen.
Media For You
Eine tolle Gelegenheit, die vielfältigen Berufsfelder in den Medien zu entdecken. Mit interaktiven Workshops (auch für Lehrkräfte), spannenden Mitmach-Aktionen und direktem Kontakt zu Medien-Profis! Nicht nur lehrreich, auch motivierend: 21. bis 23.10.2026. www.media-for-you.de
Medienprofis im Klassenzimmer
Start Into Media bringt Profis und Nachwuchs direkt in der Schule zusammen und bietet damit Inspiration für junge Menschen. Einfach und kostenlos buchbar unter www.startintomedia.de/fuer-ausbilder-innen/medienprofis-im-klassenzimmer.
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