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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zum Fachtag „Kinder in der Wissensgesellschaft: Tablets im Einsatz“ am 6. April 2016

06.04.2016 | P&R / 2016

Sehr geehrter Herr Palme,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
 
herzlich willkommen in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien zu Ihrem Fachtag „Kinder in der Wissensgesellschaft“, der dieses Jahr unter dem Motto „Tablets im Einsatz“ steht. Ich bin Siegfried Schneider, Präsident der BLM. Wir freuen uns, dass diese Fach­tagung mittlerweile schon seit vielen Jahren in der BLM stattfindet. Denn uns verbindet das gleiche Anliegen: Gerade im Zeitalter der digitalen und mobilen Medien müssen wir Kindern Medienkompetenz vermitteln und sie damit fit machen für unsere Wissensgesellschaft.
 
Sie als Pädagogisch Tätige haben dabei – zusammen mit den Erziehungsberechtigten – eine entscheidende Rolle. Schließlich bieten Kindertageseinrichtungen oft eine der ersten Möglichkeiten für Kinder, unterschiedliche Medien kennenzulernen. Hier sind Sie gefragt und gefordert, da bereits im Kindesalter der Grundstein für einen verantwortungsvollen Medienumgang gelegt wird.
 
Der BLM liegt viel daran, ihren Teil dazu beizutragen, dass Kinder frühzeitig lernen, Medien kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen – nicht nur, weil die Medienpädagogik unter anderem zu den gesetzlich verankerten Aufgaben der Landeszentrale zählt. Damit Sie einen Eindruck bekommen, mit welchen Projekten sich die BLM im Bereich Medienpädagogik engagiert, möchte ich Ihnen einige dieser Aktivitäten kurz vorstellen:
 
Für Pädagogisch Tätige gibt es einmal im Jahr die Fachtagung des Forums Medien­pädagogik, die im Herbst nun schon zum 22. Mal stattfinden wird. Die letzte Veranstaltung am 13. November vergangenen Jahres drehte sich um das Thema „Like it–share it-buy it: Neue Werbeformen im Alltag Jugendlicher“. Außerdem findet einmal im Jahr an einer Fachakademie für Sozialpädagogik in Bayern eine von der BLM initiierte medien­pädagogische Fortbildung statt. Die Fortbildung Medienkompetenz für angehende Erzieherinnen und Erzieher bietet in einer Vielzahl von Workshops die Möglichkeit, praktische Medienarbeit mit Kindern kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Dabei bekommen die Studierenden viele Anregungen, wie sie eigenständig Medienprojekte auf die Beine stellen und dadurch die Medienkompetenz von Kindern fördern können.
 
Im letzten Jahr haben wir zusätzlich die Fachtagung Jugendschutz und Nutzer­kompetenz ins Leben gerufen, die sich im Oktober letzten Jahres mit Apps und deren Nutzung auseinander gesetzt hat. In diesem Jahr widmet sich die Fachtagung am 14. Juni dem Thema Selfies und der Selbstdarstellung im Netz.
 
Auch für Eltern gibt es verschiedene Projekte. Eines der bekanntesten ist der FLIMMO. Er bietet einen schnellen Überblick über das angebotene Fernsehprogramm und erleichtert es Eltern, altersgerechte Sendungen für ihre Kinder zu finden. Bereits 1996 wurde mit Partnern der Verein „Programmberatung für Eltern“ gegründet, der seitdem den FLIMMO herausgibt. Seit 2009 gibt es zusätzlich ein Online-Fachportal, das speziell auf die Anforderungen von Pädagogisch Tätigen ausgerichtet ist. Stolz sind wir auch auf die FLIMMO-App, die vor drei Jahren mit der GIGA-Maus, dem Software-Preis der Zeitschrift ELTERN family, ausgezeich­net wurde. Diese App ist kostenlos und bietet Eltern einen aktuellen Überblick über das Fernsehprogramm der kommenden sieben Tage.
 
Für Kinder und Jugendliche haben wir das Schulradio Bayern sowie verschiedene Aus- und Fortbildungskanäle. Hier können sie mit professioneller Unterstützung eigene Medieninhalte produzieren.
 
Das alles ist nur ein Teil des gesamten Engagements der BLM im Bereich Medienpädagogik und Medienkompetenz. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite www.blm.de.
 
Zusätzlich möchte ich Sie aber noch auf die Aktivitäten der Stiftung Medienpädagogik Bayern aufmerksam machen. Die BLM hat die gemeinnützige Stiftung 2008 mit dem Ziel gegründet, die Medienkompetenz in Bayern bei allen Zielgruppen zu stärken. Das eine oder andere Angebot könnte auch für Sie interessant sein:
 
Vielleicht haben Sie schon vom Medienführerschein Bayern gehört. Er ist eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung und wird seit 2009 von der Stiftung koordiniert. Lehrkräfte erhalten dabei Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Medienthemen mittlerweile für die 3. und 4., 6. und 7. sowie 8. und 9. Jahrgangsstufe. Mit diesen Materialien können sie die Medienerziehung ganz leicht in den schulischen Kontext integrieren. Im letzten Herbst konnte Medienministerin Ilse Aigner bereits die 150.000. Urkunde überreichen. In Zukunft soll der Medienführerschein auch in der außerschulischen Medienarbeit angeboten werden.
 
Ein weiteres Projekt der Stiftung Medienpädagogik Bayern ist das Medienpädagogische Referentennetzwerk Bayern, das im Juni 2012 gestartet ist. Damit unterstützt die Stiftung bayerische Bildungseinrichtungen bei der Planung und Durchführung medien­pädagogischer Elternabende und stellt dafür kostenlos Referenten zur Verfügung. In den Informationsveranstaltungen stehen Themen wie Internet, Soziale Netzwerke oder Computerspiele im Mittelpunkt. Gerne können Sie sich unter www.stiftung-medienpaedagogik-bayern.de ausführlicher über das Angebot informieren.
 
Abschließend noch ein Hinweis auf unser medienpädagogisches Informationsmaterial, das Sie über unsere Homepage bestellen können. Sehr gut zum heutigen Thema passen beispielsweise die von der Stiftung entwickelten Broschüren zu den Themen „Apps“ und „Vorschulkinder und ihre Medien“, die sich an Eltern und Pädagogisch Tätige richten. Beides liegt im Foyer aus – nehmen Sie es gerne gleich mit!
 
Bevor es gleich losgeht, möchte ich Ihnen noch für Ihr Engagement danken: In unserer mobilen und digitalen Multi-Channel-Welt wird die Bedeutung der Medienkompetenz­vermittlung auf Grund der Globalisierung, der Medienkonvergenz und der rasanten Entwicklung neuer Techniken weiter zunehmen. Das iPad beispielsweise, dessen Faszination für Kinder heute Ihr Thema ist, gibt es erst seit fünf Jahren. Wir sind also alle gefordert, am Ball zu bleiben und die medialen Fähigkeiten unserer Kinder und Jugendlichen weiter zu stärken. Ich freue mich deshalb sehr, dass das Studio im Netz heute diese Fachtagung anbietet und Sie heute hier so zahlreich erschienen sind. Ich wünsche Ihrer Tagung einen erfolgreichen Verlauf und spannende Erkenntnisse. Denn die Förderung von Medien­kompetenz ist ein Stück Zukunftsvorsorge für unsere Gesellschaft.
 
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.