Cookie Hinweis
Zurück zur vorherigen Seite

Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur 14. Interdisziplinären Tagung: Kinder Rechte Medien – Neue Perspektiven auf Schutz, Befähigung und Partizipation in medialen Lebenswelten

30.11.2018 | P&R / 2018

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Trautner,

Sehr geehrter Herr Prof. Fischer,

sehr geehrter Herr Haddick,

sehr geehrte Referentinnen und Referenten,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte Sie alle herzlich zur heutigen Interdisziplinären Tagung des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) begrüßen. Auch den beiden weiteren Gastgebern, dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sowie dem Deutschen Kinderhilfswerk, gilt unser Dank für ihre Unterstützung.

Die Interdisziplinäre Fachtagung findet bereits zum 14. Mal in der Landeszentrale statt. Der Grundgedanke, sich mit einem Thema aus der medialen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen aus der Sicht verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen auseinander­zusetzen, hat sich bewährt. Dieses Jahr lautet das Thema der Fachtagung: „Kinder Rechte Medien“. Es geht darum, dem hier so zahlreich versammelten Fachpublikum „neue Perspektiven auf Schutz, Befähigung und Partizipation in medialen Lebenswelten“ zu zeigen.

Was haben Kinder denn überhaupt für Rechte mit Blick auf die Mediennutzung, ließe sich nun fragen. Vielfach geht es in der aktuellen Diskussion doch eher um die Einschränkung von Rechten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und um deren Befähigung, Medieninhalte kritisch nutzen zu können. Und was die Partizipation betrifft, wären manche Eltern sicher froh, wenn die Teilhabe – rein zeitlich gesehen – etwas weniger umfang­reich ausfiele, als sie es derzeit häufig tut.

Kinder und Jugendliche haben heute über das Smartphone und andere mobile Geräte rund um die Uhr Zugang zu digitalen Medienangeboten. Ihre Lebenswelt ist längst mediatisiert: Die Peergroup bestimmt die Art und Weise des Medienkonsums wesentlich mit, und Vorbilder finden Jugendliche häufig auf YouTube oder Instagram. Gerade in digitalen Medienangeboten können sich die Rechte auf Schutz und Teilhabe unauflöslich gegenüberstehen. Wer möchte Kinder schon von der Teilhabe an sozialen Netzwerken oder Messenger-Diensten ausschließen, wenn die Kommunikation heute fast ausschließlich darüber läuft? Andererseits ist der Schutz vor Gefahren wie Cybermobbing oder Verletzung der Persönlichkeitsrechte wichtig.

Auch Eltern, meine sehr geehrten Damen und Herren, verhalten sich in puncto Verletzung der Persönlichkeitsrechte nicht immer vorbildlich. Kinderbilder werden bedenkenlos über Whatsapp und Facebook gepostet, so dass nicht nur die Polizei, sondern auch das Deutsche Kinderhilfswerk Kampagnen gestartet haben, um Eltern auf die Gefahren ihres Handelns hinzuweisen.

Die abschließende Podiumsdiskussion  zu „Partizipation und Schutz im Netz“ zeigt, wie stark sich die Medienlandschaft seit dem Erlass der UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 gewandelt hat. So ist in Artikel 17 der Konvention damals das Recht auf den Zugang zu Massenmedien wie Kinderfern­sehen und Kinder­bücher festgelegt worden, um die Interessen von Kindern ausreichend zu berücksichtigen. Nur, wie sehen diese Interessen 30 Jahre später in der vom Internet geprägten Medienwelt aus und wie soll das Recht auf die Beteiligung von Kindern heute konkret ausgestaltet werden? Dieses Recht muss sich vor allem am Wohlergehen von Kindern orientieren und dafür ihr Alter und die damit verbundenen Fähigkeiten berücksichtigen.

Außerdem wird es um folgende Themen gehen: Wie sehen Kinder und Jugendliche selbst die Chancen und Heraus­forderungen, die mit ihrer Partizipation an der Medienwelt verbunden sind? Und wie kann Schutz, Befähigung und die Förderung von Teilhabe in und mit Medien gestaltet werden?

Das sind nur einige der Fragen, für die in der bewährten inter­disziplinären Arbeitsweise Lösungsansätze entwickelt werden sollen. Denn an der Sicherung kindlicher Interessen in mediatisierten Lebenswelten sind ganz unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen beteiligt. Deshalb werden im Laufe des Tages Beiträge aus der Medienethik, Rechtswissenschaft, Erziehungswissen­schaft, der Sozialen Arbeit und aus der Medien­pädagogik zu hören sein.

Wir können uns also auf eine spannende Fachtagung freuen, der ich ein gutes Gelingen wünsche. In diesem Sinne übergebe ich das Wort nun an Frau Staatssekretärin Trautner.