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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur Eröffnung von „Media meets Smart Home“ am 06.12.2018 in München

06.12.2018 | P&R / 2018

Sehr geehrter Herr Dr. Prechtl,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

„Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung und das bedeutet, alles was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert werden“, hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Anfang der Woche kurz vor dem Digitalgipfel der Bundesregierung in Nürnberg festgestellt.

Die Digitalisierung macht auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt. Neue Technologien, Dienste und Endgeräte haben großen Einfluss auf den immer noch wichtigsten Ort, an dem Menschen Medien nutzen: auf ihr Zuhause.

Damit herzlich willkommen bei „Media meets SMART HOME“! Nach „Media meets AUTOMOTIVE“ und „Media meets ARCHITECTURE“ setzen wir uns heute einen Tag lang branchenübergreifend mit veränderten Rahmenbedingungen und Potenzialen der Mediennutzung im Haus der Zukunft auseinander.

Wo steht SMART HOME heute?

Meine Damen und Herren, wir haben heute Nikolaus, in zweieinhalb Wochen ist Weihnachten. Auch wenn es Zahlen dazu noch nicht gibt: Es ist mit Sicherheit keine Übertreibung, wenn ich sage: Der ein oder andere Nikolaus wird heute einen Smartspeaker in seinem Sack haben, das Weihnachtsgeschäft wird zu einem guten Teil von Smart-Home-Artikeln dominiert sein. Ganz egal, ob es der Kühlschrank, die Heizung oder die Medien sind, die sich smart steuern lassen.

Lassen Sie mich nur ein paar Zahlen zur Verdeutlichung dieser Entwicklung nennen:

  • Der Umsatz im Smart-Home-Markt beträgt 2018 etwa 2.845 Mio. Euro. [Quelle: Statista]
     
  • Jeder vierte Bundesbürger [26%] besitzt bereits mindestens eine Smart Home Anwendung. Verbreitet sind vor allem intelligente Beleuchtung [17%], Video-Überwachung [14%] oder Sprachassistenten [13%]. Parallel dazu nimmt die Bekanntheit von vernetzter Haustechnik zu: Sieben von zehn Bundesbürgern haben bereits vom Begriff Smart Home gehört. [=70%, im Vorjahr 61%; Quelle: Bitkom]
     
  • Last but not least sind die Wachstumsprognosen mit 15 bis 30 Prozent pro Jahr durchaus eindrucksvoll.

Der Trend zum Smartspeaker gibt dem vernetzten Zuhause gerade ordentlich Rückenwind. Und ich bin sicher: In Zukunft werden Mitbewohner wie Alexa oder Google Home noch beliebter. Schließlich hat ihre Marktdurchdringung global gesehen ein atemberaubendes Tempo: Während das Internet noch fünf Jahre brauchte, um weltweit 50 Millionen Nutzer zu generieren und das Smartphone drei, haben es die digitalen Sprachassistenten innerhalb eines Jahres geschafft.

Smart Speaker stellen also immer öfter den Einstieg ins Smart Home dar. Ein interessanter Aspekt ist dabei aus meiner Sicht: Die Sprachsteuerung dreht die Verantwortung um. Bei Sprachbefehlen muss der Anbieter dafür sorgen, dass alles reibungslos klappt. Bei Apps auf dem Smartphone dagegen ist der Kunde noch selbst gefordert zu durchschauen, wie er sein schlaues Zuhause steuert.

Meine Damen und Herren – das und vieles andere spricht dafür: In Zukunft wird es „Home Smart Home“ statt „Home Sweet Home“ heißen. Komfort und Sicherheit sind laut Smart Home Consumer Survey 2018 von Deloitte die wichtigsten Beweggründe für die Menschen, Smart-Home-Anwendungen zu nutzen.

Bedenken in Sachen Datenschutz dagegen bremsen die Verbreitung etwas. Gerade in Deutschland gibt es auch Sorge um die Privatsphäre. Schließlich ist klar: je datenbasierter die Technologie arbeitet, desto besser funktioniert sie. Bei Amazon kann man mittlerweile das vollständig vernetzte Haus kaufen – ein Gedanke, bei dem doch einigen mulmig wird… Auch die Grenzen im digitalen Zuhause werden – neben vielen positiven Anwendungsbeispielen nicht nur im Haus, sondern auch im Hotel – daher heute Thema sein.

Eine bevorzugte Anbietergruppe hat sich auf dem heterogenen Smart-Home-Markt noch nicht herauskristallisiert: Da sind Consumer-Electronics-Hersteller, Energieanbieter, Telekommunikationsunternehmen oder Internetriesen. Die Frage, wer sich letztlich durchsetzen wird, macht den Markt – und unsere heutige Veranstaltung! – so spannend. Fest steht: auch für Medienanbieter eröffnet das Smart Home viele neue Chancen und Geschäftsmodelle. Wir hoffen sehr, unsere Veranstaltung gibt dazu Impulse!

Allen Speakerinnen und Speakern an dieser Stelle herzlichen Dank! Ein großes Dankeschön geht selbstverständlich auch an unsere Kooperationspartner: den Verband der Bayerischen Wirtschaft (vbw), den Bayerischen Rundfunk und das Bauzentrum München. Danken möchte ich außerdem der Bayerischen Staatskanzlei, die die heutige Veranstaltung im Rahmen der Förderung des MedienNetzwerks Bayern unterstützt. Das Mediennetzwerk Bayern hat unsere Veranstaltungsreihe „Media meets…“ 2017 ins Leben gerufen, um die Medienbranche mit Vertretern anderer Branchen in Kontakt zu bringen und so neu entstehende, gemeinsame Geschäftsbereiche zu erkennen.

Bevor es gleich losgeht, zuletzt noch eine Anmerkung, die mir wichtig ist: Bei Smart Home geht es nicht nur um technische Spielereien. Es geht auch um gesellschaftliche Veränderungen – nicht zuletzt durch die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz.

Innovationen und die Debatte über ihre gesellschaftlichen Folgen gehören daher im Zeitalter der Digitalisierung zusammen. Sie sollte nicht nur in Ethikkommissionen und Fachausschüssen, sondern von der ganzen Gesellschaft – und auch auf Veranstaltungen wie dieser – geführt werden. Ziel muss es sein, das Potenzial der neuen Technologien zu nutzen und international mitzuhalten, sich aber gleichzeitig möglicher gesellschaftlicher Problematiken bewusst zu sein und rechtzeitig gegenzusteuern.

Vielen Dank.