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Bericht des Präsidenten zur 14. Sitzung des Medienrats am 14.02.2019

14.02.2019 | 14 / 2019

Aktueller Stand 2. bundesweiter DAB+-Multiplex / TKG-Änderung

Wenige Tage nach dem Dezember-Medienrat, in dem wir zuletzt über den Sachstand um den 2. bundesweiten DAB+-Multiplex berichtet hatten, hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen die vom Verwaltungsgericht Leipzig angeordnete aufschiebende Wirkung gegen die Zuweisungsentscheidung der Landesmedienanstalten zunächst einmal aufgehoben. Heißt das nun, dass aus rechtlicher Sicht der Weg für Antenne Deutschland frei ist, den 2. bundesweiten DAB+-Multiplex in Betrieb zu nehmen?

So einfach ist das leider nicht. Natürlich ist es die Entscheidung des Anbieters Antenne Deutschland, ob er den Sendebetrieb aufnehmen will. Sicherheiten auf Dauer können die Landesmedienanstalten aber nicht geben. Denn das Verfahren ist in der Hauptsache noch nicht abgeschlossen, die Sicht der Gerichte kritisch. Die DLM wird am Dienstag kommender Woche über das Thema beraten.

Erfreulich ist dagegen: Bei der schon länger geplanten Änderung des Telekommunikationsgesetzes [TKG] zur Förderung der Digitalisierung des Hörfunks scheint es voranzugehen. So hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie jetzt einen Referentenentwurf zur Anpassung des TKG vorgelegt. Der Entwurf dient der Umsetzung des Koalitionsvertrags, in dem steht, dass die Digitalisierung des Hörfunks durch die Interoperabilität von Radioempfangsgeräten zu fördern ist. Konkret heißt das: Künftig sollen höherwertige Radioempfangsgeräte mit einer Schnittstelle zum Empfang digitaler Inhalte [„Multinormchip“] ausgestattet sein. Autoradios sind mit eingezogen, Mobilfunkgeräte sind ausgeklammert. Ich bin davon überzeugt: Diese Unterstützung der Politik wird DAB+ in Deutschland einen deutlichen Schub nach vorne geben.

Neue BLM-Broschüre „Recht am eigenen Bild“ / Elternabende SID

Vielleicht haben Sie sich vorhin beim Hereingehen schon ein Exemplar mitgenommen: Am Eingang in den Sitzungssaal liegt die neue BLM-Broschüre „Recht am eigenen Bild – Tipps, Tricks und Klicks" aus. Mediennutzer, allen voran Eltern und Erziehende, bekommen hier praxistaugliche Tipps für den Gebrauch von Fotos und Videos an die Hand – zum Beispiel, wenn es darum geht, einen Film auf einer Veranstaltung aufzunehmen oder Fotos im Internet zu posten. Ein eigenes Kapitel ist den Besonderheiten im Schulalltag gewidmet. Wir haben die Broschüre, online und in gedruckter Fassung, anlässlich des Safer Internet Days am 5. Februar veröffentlicht.

Mit der neuen Broschüre scheinen wir einen Nerv getroffen zu haben: Sie wurde in den ersten 10 Tagen nach Erscheinen bereits über 1.700 mal bestellt und über 400 mal auf der Homepage der BLM heruntergeladen.

Nicht nur zu diesem, sondern auch zu vielen weiteren Medienthemen hat die BLM außerdem wieder anlässlich des Safer Internet Days 2019 gemeinsam mit der Stiftung Medienpädagogik Bayern bayernweit 15 Elternabende [leider konnten wegen Schneechaos weniger als geplant stattfinden] über das Medienpädagogische Referentennetzwerk Bayern finanziert. Alle Elternabende waren trotz schlechter Wetterverhältnisse gut besucht, so die bisherigen Rückmeldungen. Ein Ansporn für uns, die Aktion auch im nächsten Jahr wieder zu unterstützen – dann hoffentlich bei besserem Wetter…

Media Startup Stipendium geht in fünfte Runde

Kurzes Update aus dem Media Lab Bayern:

Kommenden Montag [18.02] zieht bereits der fünfte Jahrgang von Medien-Startups in die Rosenheimer Straße ein. Das Media Startup Stipendium ist ein neunmonatiges Programm, das Gründerteams dabei unterstützt, ihre Ideen zu Prototypen auszubauen und sie erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Wer ist dabei? Beim Auswahl-Camp wählte die Jury im Januar aus 16 Teams, die es in die engere Auswahl geschafft hatten (darunter auch drei Teams aus dem europäischen Ausland), acht Teams aus.

Die Bandbreite reicht von einem Startup, das eine KI-Hybrid-Plattform zur Kuration von Video, Text oder Bildern entwickelt, über eine Social-Media-Plattform für Onlinespiele bis zu einem Social-Media-Management-System eines Teams aus London.

Das Media-Startup-Stipendium ist in drei dreimonatige Phasen unterteilt: In Phase eins geht es um Themen rund um Produktentwicklung, Technologie und Benutzer-Interaktion. In Phase zwei machen die Teams bereits erste Schritte in Richtung Wachstum. Hier stehen thematische Workshops zu Umsatz, Wachstumsmöglichkeiten und Marketing im Vordergrund. In Phase 3 sollen die Teams mögliche Investoren finden und werden in Sachen Finanzierung und Investoren-Pitch sowie in Rechtsfragen angeleitet. Die Teams haben im Media Startup Stipendium die Möglichkeit, insgesamt ein Prototypen-Budget von 40.000 Euro abzurufen. Jeweils nach Ablauf einer Phase entscheidet eine Jury, ob das Team die nächste Phase erreicht hat.

Wer die Teams gerne kennenlernen möchte, ist jederzeit im Media Lab Bayern willkommen. Auf unserer Veranstaltung media.innovations, die diesmal am 26. März bei Google stattfindet und zu der ich Sie schon heute herzlich einlade, sind die Teams ebenfalls vor Ort.

Auch will ich Sie kurz auf den aktuellen Stand bringen, was sich am neuen Media-Lab-Standort Ansbach tut [ich hatte darüber in der Juli-Sitzung letzten Jahres ausführlich berichtet]:

In Ansbach sind die Renovierungs- und Umbaumaßnahmen nun abgeschlossen und wir sind dabei, das Media Lab einzurichten. Ab dieser Woche ist auch der Leiter des Media Lab in Ansbach, Dr. Sebastian Haas, im Dienst. Er war zuletzt zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Ab März werden wir mit ersten Formaten starten können und zum Sommersemester geht es dann mit einem neuen Fellowship-Programm los.

Rückblick Smartphone-Veranstaltung Bayreuth

Nach Regensburg und Rosenheim ist die BLM mit ihrem Dauerbrenner-Thema „das Smartphone zwischen Helfer und Suchtfaktor“ am 29. Januar in Bayreuth gewesen. Mit über 170 Besucherinnen und Besuchern war die Veranstaltung in Kooperation mit Radio Mainwelle und tvo mehr als gut gefüllt. Besonders gefreut hat mich, dass Herr Voss sowie der Verwaltungsratsvorsitzende Herr Nüssel da waren. Die ehemaligen Medienräte Frau Gote und Herr Engelhardt waren ebenfalls vor Ort.

Nach einer durchaus nachdenklich machenden, aber auch unterhaltsamen Keynote des Suchtmediziners Markus Salinger vom Bezirkskrankenhaus Bayreuth gab es eine angeregte Podiumsdiskussion, an der u.a. auch Frau Weigand teilnahm. Wie gut unser Veranstaltungskonzept – das Smartphone nicht zu verteufeln, aber dazu anzuregen, über den Umgang damit nachzudenken – ankommt, haben nicht zuletzt die vielen Wortmeldungen und Beiträge aus dem Publikum gezeigt.

Wir wollen diese beliebte Publikumsveranstaltung auf jeden Fall weiter fortsetzen.

Barrierefreiheit der BLM-Website

Wichtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit: Die Website der BLM ist jetzt offiziell für Menschen mit Behinderung gut zugänglich. Sie wird nun auch in der „Liste 90 plus“ vorbildlicher Webangebote geführt.

Das ist das erfreuliche Ergebnis des sogenannten „BITV-Tests“, dem die Landeszentrale ihre Website im Dezember 2018 freiwillig unterzogen hat. Dieser Test auf Grundlage der „Barrierefreien Informationstechnik Verordnung“ (BITV) ist ein Prüfverfahren für die Barrierefreiheit von informationsorientieren Webangeboten.

Die Bewertung erfolgt nach einem Punktesystem, bei dem maximal 100 Punkte erreicht werden können. Ab 90 Punkten wird ein Webauftritt als „gut zugänglich“ bewertet, ab 95 Punkten als „sehr gut zugänglich“.

Wir sind stolz, dass die BLM die 90-Punkte-Hürde überschritten hat und 91 von 100 Punkten erreicht hat. Dafür waren redaktionell wie auch programmiertechnisch einige Anstrengungen nötig. Auf dem Ergebnis wollen wir uns aber nicht ausruhen. Sondern es ist für uns ein Ansporn, uns noch weiter zu verbessern.