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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider für „Transforming Media – Breaking Borders“ am 4. Juni 2019 in Nürnberg

04.06.2019 | P&R / 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich Willkommen zu Transforming Media 2019 – hier im schönen Eppelein-Saal in der Nürnberger Jugendherberge! Der Saal, oder genauer gesagt, sein Namensgeber, der fränkische Ritter Eppelein [1320-1381], passt übrigens als Bild für unsere Veranstaltung ganz gut: Er entkam seinerzeit dem Galgen, weil er mit seinem Pferd den kühnen Sprung über die Mauer des Nürnberger Burggrabens wagte…

Auch wir wollen mit Transforming Media, die 2017 als Konferenz für „digitale Geschäftsmodelle“ in der Medienwelt initiiert wurde, dazu ermutigen, den Sprung zu wagen, Grenzen und Ängste – die oft nur in unseren Köpfen bestehen – zu überwinden.

Deshalb steht Transforming Media in ihrem dritten Jahr unter dem neuen Motto „Breakking Borders“. Was dahinter steckt? Wir sind der Überzeugung: Medien erfolgreich neu denken bedeutet heute, Barrieren zwischen Branchen, Fachgebieten, Medienformaten abzubauen. Weil im Wettbewerb um Hörer, Zuschauer und Nutzer nur der bestehen wird, der sich weiterentwickelt und den digitalen Wandel mitgestaltet.

So stellt derzeit die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz die Medienwelt vor neue Herausforderungen. Wer neue Geschäftsmodelle plant, muss das vor dem Hintergrund veränderter Voraussetzungen tun:

Prozesse und Arbeitsabläufe können in Zukunft dank KI effektiver gestaltet werden und dadurch wertvolle Ressourcen im Team freisetzen. Medienangebote lassen sich noch individueller auf Kundenbedürfnisse zuschneiden, fragmentieren und auf verschiedene Nutzungssituationen anpassen. Grenzen zwischen Medienformaten verschwimmen – das geschriebene Wort wird dank digitaler Sprachassistenten immer häufiger zu gesprochenem Wort oder von Bildsprache abgelöst. So kann KI Sprachbarrieren tilgen und die Internationalisierung des Journalismus stark beschleunigen.

Aber genauso, wie Künstliche Intelligenz Chancen für die Medienbranche mit sich bringt, gibt es auch Herausforderungen, die wir mitdenken müssen. Nur ein Beispiel dafür: KI entwickelt sich durch Maschinelles Lernen. Das wiederum speist sich aus Datensätzen. Wer den größten Datensatz zur Verfügung hat, ist also im Vorteil. Solche Mechanismen können den Filterblasen-Effekt verstärken, andere Inhalte an den Rand drängen...

Meine Damen und Herren, Themen wie diese wird die Medienbranche nicht allein lösen können. Deshalb müssen wir gewohnte Pfade verlassen, uns vernetzen – vielleicht sogar Berge versetzen. Medienschaffende, die für vertrauenswürdigen und unabhängigen Journalismus stehen, sollten sich intensiver mit neuen Technologien und ihren gesellschaftlichen, psychologischen und politischen Folgen befassen.

Eine enge Zusammenarbeit mit Playern aus fachfremden Branchen, aber auch mit anderen Medienunternehmen [ehemals Konkurrenten] ist in Zukunft unverzichtbar. Damit aus Ideen Innovationen werden – und aus Innovationen profitable Medienangebote.

Mit „Transforming Media – Breaking Borders“ wollen wir nicht zuletzt Impulse für mehr Vernetzung und Austausch am Medienstandort Bayern setzen. Die Medientage München veranstalten diesen Tag heute hier in Nürnberg im Rahmen des MedienNetzwerk Bayern.

Ganz aktuell können wir in dem Zusammenhang gute Nachrichten verkünden:

Ende Februar haben wir, mit Medienminister Dr. Florian Herrmann, die neue Medien.Bayern GmbH mit den Schwerpunkten digitale Transformation und Standortmarketing vorgestellt. Sie wird die Aktivitäten der Medientage München, des Media Lab Bayern und des MedienNetzwerk Bayern in Zukunft noch besser bündeln.

Mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung werden wir die wichtigen Themen Vernetzung, Standortförderung sowie Gründung und Innovation – auch und gerade abseits der Landeshauptstadt – noch besser voranbringen. Deshalb freuen wir uns sehr, heute hier in Nürnberg zu sein! Schon in vier Wochen sind wir übrigens mit den Lokalrundfunktagen, DEM Branchentreff für den lokalen Rundfunk in Bayern, wieder hier in der Frankenmetropole…

Es hat sich also ausgezahlt, dass die Landeszentrale sehr früh darauf gesetzt hat, Innovationen in Bayern voranzubringen. Ein Aushängeschild ist hier sicher das Media.Lab Bayern. Schön, dass Mustafa Isik von „Kerngedanke“, einem der sechs neuen Startups des nun schon fünften Jahrgangs, heute hier ist und zum Thema „Breaking Media Business‘ Borders“ spricht. Erst kurz vor Ostern haben wir übrigens einen zweiten Standort des Media Lab in Ansbach eröffnet.

Auch das MedienNetzwerk Bayern, eine Plattform für Informationsaustausch und Vernetzung in der Medienbranche, baut seine Aktivitäten weiter aus. Als Partner zahlreicher Veranstaltungen [so wie der heutigen] und Koordinator von Netzwerkinitiativen ist es Ziel des MedienNetzwerk Bayern, die Medienbranche mit Vertretern anderer Branchen in Kontakt zu bringen und so neue, gemeinsame Geschäftsbereiche zu identifizieren.

Die Medientage München wollen 2019 noch internationaler werden. Sie bieten ein Forum für Medienpolitik, Wirtschaft und interdisziplinären Diskurs. Mit Veranstaltungen wie den Medientagen München, Specials, den Lokalrundfunktagen und natürlich Transforming Media – Breaking Borders schaffen sie Plattformen für einen übergreifenden Dialog.

Die Konvergenz von Medien und Technologien mit Leben zu füllen, Netzwerke und Businesskontakte zu etablieren sowie Initiativen für mehr Innovation in der Medienbranche anzustoßen, ist nicht nur das Ziel der neuen Medien.Bayern GmbH, sondern auch unser Anspruch für die heutige Veranstaltung hier am Medienstandort Nürnberg!

Damit wünsche ich Ihnen einen spannenden Tag und übergebe an Richard Gutjahr.

Vielen Dank.