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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur Eröffnung von „Media meets Smart City“ am 4.12.2019 in München

04.12.2019 | P&R / 2019

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ganz egal, ob wir per Mausklick eine Pizza bestellen oder per App eine Mitfahrgelegenheit ins Stadtzentrum organisieren – digitale Dienste machen schon heute unseren Alltag leichter und damit das Leben in unseren Gemeinden und Städten attraktiver. Smart Cities sind aber noch ein paar Schritte weiter: Da gibt es Möglichkeiten zum Strom-Sharing mit dem Nachbarn oder Polizei-Roboter mit Webcam, die durch ihre Präsenz in Einkaufszentren oder Fußgängerzonen für Abschreckung sorgen und Gefahren erkennen können.

Mit diesem Blick in die nicht allzu weit entfernte Zukunft heiße ich Sie ganz herzlich willkommen bei „Media meets SMART CITY“! Ich freue mich sehr, dass wir im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Media meets…“ nun schon zum fünften Mal Vertreterinnen und Vertreter der Medienbranche mit anderen Branchen vernetzen können. Heute bringen wir Medienhäuser und Innovationstreiber aus der Wirtschaft zusammen, um über die neuesten Technologien in den Städten der Zukunft zu diskutieren.

Die Idee hinter der intelligenten Stadt, der Smart City: Die Bevölkerung in den Städten wächst und wächst. Die Digitalisierung ermöglicht es, den demografischen Wandel – nicht nur in der Stadt, sondern auch und gerade in ländlichen Regionen – positiv zu gestalten.

So kann man durch clevere Anwendung neuer Technologien teure Ressourcen wie Energie oder Wasser sparen, die Umwelt schonen, die Mobilität von Menschen erhöhen und Warteschlagen oder Öffnungszeiten überflüssig machen. Beispielsweise sollen, das besagt die Strategie BAYERN DIGITAL der Bayerischen Staatsregierung, bis Ende nächsten Jahres alle wichtigen Verwaltungsdienstleistungen im Freistaat vollständig digital und mobil über eine BayernApp bereit stehen.

Das Ziel ist es dabei, die Vorteile aus digitalen und automatisierten Prozessen sowie aus Datenerfassung und deren Auswertung sinnvoll und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger miteinander zu verknüpfen.

Auch wenn wir in Deutschland noch nicht ganz so weit sind wie etwa in Rio, Toronto oder Dubai – es tut sich hier in dem Bereich gerade eine ganze Menge: So wurden beispielsweise in München in den letzten Jahren einige Smart-City-Projekte auf den Weg gebracht [Ausbau Elekrobusflotte, Implementierung von E-Ladestationen, u.ä.]. Mobilität ist dabei nur eines der großen Themen. Auch über Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Werbung und Daten machen sich Stadtplaner derzeit viele Gedanken.

Für Medienhäuser sind diese Trends sehr spannend. Welche Rolle spielen sie in einer Smart City? Wo können sie in einer vernetzen Stadt ihre Inhalte und neue Werbeformen platzieren? Welche Technologien können sie für ihre Arbeit verwenden? Wie können sie bestehende Dateninfrastrukturen nutzen?

Sicher ist: Das Konzept der Smart City wird die Art, wie wir Medien konsumieren, weiter verändern. Im selbstfahrenden Auto sind standortbasierte Multimedia-Erlebnisse möglich. Vernetze Screens – zum Beispiel an der Bushaltestelle – können situations-, zeit- und zielgruppenabhängig Inhalte ausspielen. Und natürlich kann jedes Smartphone, das mit dem Internet der Dinge verbunden ist, seinen Nutzerinnen und Nutzern ganz individuell und je nach Situation maßgeschneiderte Informationen liefern.

Die Stadt selbst wird zur multimedialen Ausspielfläche.

Eine Ausspielfläche, die für Medien viele Chancen bietet: Ob VR, AR, Datennetze oder selbstfahrende Autos – wenn die Medienhäuser hier am Ball bleiben, können sie und ihr Content ein selbstverständlicher Teil der vernetzen Stadt der Zukunft werden.

Grundlage dieser Entwicklungen sind natürlich Datennetze und Datenaustausch. Auf der Agenda steht deshalb heute auch, welche Potenziale geobasierte oder vernetze Daten haben, was hinter dem Konzept „digitaler Zwilling“ steht und welche Rolle all das für Medienhäuser spielt.

Die wichtigsten Bausteine für eine smarte Stadt sind also nicht zuletzt eine sichere Datenpattform und eine verlässliche digitale Infrastruktur. Wirklich smarte Städte überwachen und bevormunden nicht, sie bereichern unseren Alltag und verbessern unsere Lebensqualität. Weil sie uns Zeit sparen, Ressourcen schonen, für Sicherheit sorgen…

Meine Damen und Herren, ich will es ganz deutlich sagen: Es ist nie die Technik, die gut oder schlecht ist. Gut oder schlecht ist, was die Menschen aus ihr machen. Der Ansatz muss deshalb sein: Wir dürfen die Digitalisierung nicht über uns kommen lassen, sondern müssen sie in unserem Sinne für die Gesellschaft gestalten.

Das gilt auch und gerade für die Smart City, in der das Zuhause, der private Rückzugsort der Menschen, angesiedelt ist. Essenziell ist es deshalb, die Menschen auf dem Weg von der analogen Stadt in die Smart City mitzunehmen. Das heißt: Die Öffentlichkeit über anstehende Veränderungen informieren. Datenschutz thematisieren. Ethische Fragen ansprechen. Diese To Dos müssen mitgedacht und von Journalistinnen und Journalisten entsprechend kommuniziert werden.

Auch aus diesem Grund sollten Medienschaffende und Multiplikatoren die Entwicklungen im Bereich Smart City kennen, sich mit ihren Technologien und Innovationen auseinandersetzen.

Genau das, meine Damen und Herren, können Sie heute einen Tag lang tun.

Allen Speakerinnen und Speakern sowie der Moderatorin Hannah Klose an dieser Stelle mein herzlicher Dank! Danken möchte ich außerdem der Bayerischen Staatskanzlei, die die heutige Veranstaltung im Rahmen der Förderung des MedienNetzwerks Bayern unterstützt.

Uns allen wünsche ich nun eine inspirierende Veranstaltung. Vielen Dank.