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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur Eröffnung der Online-Lokalrundfunktage am 07.07.2020

07.07.2020 | P&R / 2020

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Markus,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zum Online-Special der Lokalrundfunktage! Aufgrund der aktuellen Situation können wir uns nicht wie gewohnt in Nürnberg austauschen, networken und feiern. Ja, wir vermissen das besondere Flair der Frankenmetropole!

Aber jammern hilft nicht. Wir wollen heute nach vorne schauen. Unser Thema – neben den neuen Zahlen der FAB Hörfunk 2020 und den Nominierungen für unsere BLM-Preise (eine Premiere!): Wir werden, natürlich, über die Herausforderungen und Chancen des Lokalrundfunks in Bayern angesichts der Corona-Pandemie sprechen.

Meine Damen und Herren, die bayerischen Lokalsender geben Heimat und sind gleichzeitig Tor zur Welt. Sie haben das ganz gewisse Etwas, das Bayerns private Rundfunklandschaft zur bundesweit vielfältigsten und erfolgreichsten macht – nicht zuletzt dank der großen Unterstützung durch den Freistaat. Auch, dass gleich unser Ministerpräsident auf dem Lokalrundfunktage-Online-Special sprechen wird, ist ein starkes Signal!

Die Branche steht aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung, aber natürlich in den letzten Monaten ganz besonders durch die Corona-Krise, aktuell vor großen Aufgaben.

Gleich zu Beginn der Krise Mitte März hat der bayerische Ministerpräsident deutlich gemacht: Lokaler Rundfunk ist systemrelevant. Das hat Diese Wertschätzung ist beim bayerischen Lokalfunk sehr positiv aufgenommen worden.

Wie berechtigt die Wertschätzung des Ministerpräsidenten ist, haben die Redaktionen mit ihrer Arbeit vor Ort in den vergangenen Monaten mehr als bewiesen. Es galt, den Sendebetrieb aufrecht zu erhalten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und Produktionsabläufe umzustellen. Parallel dazu wurde ein unverzichtbarer Beitrag zum Nachrichtenangebot geleistet. Zudem sind zahlreiche neue Programmformate entstanden – gerade auch im kulturellen Bereich.

So haben lokale Sender ein Stück weit gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und Zusammenhalt gestaltet. Dafür mein ganz herzlicher Dank und meine Anerkennung!

Die Relevanz der lokalen TV-Sender unterstreicht die Ende Juni getroffene Entscheidung des Freistaats, die zunächst bis Ende 2020 befristete staatliche Unterstützung der lokalen und regionalen TV-Anbieter um vier Jahre zu verlängern. Darüber hinaus werden die lokalen Sender bei Digitalisierung und Innovation noch stärker unterstützt.

Ein eindeutiges Bekenntnis der Staatsregierung für die Zukunft des Lokalfernsehens. Gemeinsam mit den Sendern entwickeln wir ein Konzept, wie durch die Reduktion der Satelliten-Transponder mehr in die Produktion von Inhalten investiert werden kann.

Guter Content, kreative Innovation und digitale Auffindbarkeit sind für lokales Fernsehen und Hörfunk die entscheidenden Marken auf dem Weg in die digitale Welt.

Dass dieses Potenzial da ist, belegen einmal mehr die neuen Zahlen der FAB 2020 Hörfunk. Die klare Botschaft ist: Lokales Radio behauptet sich im wachsenden Audiowettbewerb.

Ich verrate kein Geheimnis und nehme Herrn Dr. Ecke nichts vorweg, wenn ich sage: Entscheidend sind die lokalen Inhalte, der lokale Service, die lokalen Personalities mit ihren Ecken und Kanten!

Heimat und Anker zu sein, die Hörerinnen und Hörer auf Augenhöhe durch den Tag zu begleiten, ist der unverwechselbare USP unserer lokalen Sender.

Darauf gilt es auch in Zukunft zu setzen. Hier zeigt sich ihre Relevanz – gerade auch in Abgrenzung zu Streaming-Diensten.

Viele lokale Stationen berichten denn auch: die Zugriffe auf ihre Webstreams sind während des Lockdowns stark gestiegen, die Interaktion mit ihrem Publikum ist intensiver geworden.

Trotz der enormen Leistung des lokalen Rundfunks in der Corona-Krise steht die Branche mehr denn je unter Druck. Werbeeinnahmen fallen weg, einige Radio- und TV-Stationen kämpfen ums Überleben.

Die BLM hat – in ständigem Kontakt und Austausch mit den Sendern – in den letzten Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um hier zu unterstützen. Das Ergebnis:

Freistaat und Landeszentrale haben ein Corona-Hilfspaket für in Not geratene, bayerische Lokalradio- und TV-Sender geschnürt.

Das Hilfspaket hat verschiedene Bausteine:

Der Freistaat fördert Verbreitungs- und Herstellungskosten mit 1 Mio. Euro zusätzlich. Lokale Hörfunkanbieter bekommen 500.000 Euro mehr Förderung für die terrestrische Verbreitung – das mildert die Simulcast-Belastung deutlich. Lokale TV-Anbieter in Bayern mit Corona-bedingtem Bedarf erhalten 500.000 Euro zusätzlich für die Herstellung. An dieser Stelle noch einmal mein ganz herzlicher Dank für die Unterstützung an den Ministerpräsidenten!

Aber auch die BLM selbst leistet ihren Beitrag: Sie wird heuer – vorbehaltlich der Zustimmung des Medienrats Ende Juli – den Anteil an Förderung Funkanalyse Bayern Hörfunk verdoppeln: um 225.000 Euro auf in 2020 insgesamt 450.000 Euro. Auch das entlastet die Anbieter direkt und sofort.

Diese 1,25 Mio. Euro bedeuten echte Hilfe!

Zusätzlich gibt es vom Bund 20 Millionen Förderung für den privaten Rundfunk in Deutschland: Damit sollen Distributionskosten für UKW und DAB+ hälftig übernommen werden. Details werden gerade erarbeitet.

Qualität ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer lokalen Medien. Nicht zuletzt, weil sie mit seriösem Journalismus auch jüngere Zielgruppen erreichen.

Diesen Public Value gilt es gerade in Krisenzeiten zu erhalten und zu stärken.

Ebenso wichtig ist gute Unterhaltung. In diesen Zeiten brauchen die Menschen auch Ablenkung, Halt durch „ihre“ Moderatorinnen und Moderatoren. Auf all diesen Feldern sind die lokalen Sender Spitze – das zeigen jedes Jahr die hochwertigen und kreativen Gewinner-Beiträge unserer BLM-Preise.

Die Preisverleihung mussten wir in diesem Jahr auf die Medientage verschieben – denn wir wollen die Preise gerne persönlich übergeben, was dann hoffentlich wieder möglich sein wird.

Doch um die hohe Qualität der Beiträge und die große Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im bayerischen Lokalfunk bereits jetzt zu würdigen, haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht: Die hochkarätige Jury hat aus den vielen Einreichungen je die drei besten Beiträge, insgesamt 27, nominiert. Wer dabei ist, verraten wir am Ende unseres Lokalrundfunktage-Specials.

Und noch etwas ist neu: Es gibt heuer erstmals je einen zusätzlichen BLM-Publikumspreis für Hörfunk und Fernsehen, der mit jeweils 1000 Euro dotiert ist. Damit haben dieses Jahr alle Hörerinnen und Hörer, alle Zuschauerinnen und Zuschauer die Chance, ihren persönlichen Lieblingsbeitrag im lokalen Hörfunk und TV unter den Nominierten über den Sommer an die Spitze zu wählen. Stimmen Sie mit ab! Hier sind alle Hörfunk- und TV-Nominierungen zu hören und zu sehen.

Meine Damen und Herren, die Beiträge unserer Nominierten zeigen einmal mehr:

Lokaler Rundfunk ist zukunftsfähig.

In der Corona-Krise wurde sehr deutlich: Lokales Radio und Fernsehen mit ihrer Vor-Ort-Berichterstattung sind wichtig für die Menschen. Damit war (und ist) die Pandemie für die Branche nicht nur Herausforderung, sondern vor allem Chance! Wir werden dazu in den kommenden Stunden viele Best-Practice-Beispiele hören und sehen.

Mir bleibt zuletzt noch, allen Beteiligten an dieser Veranstaltung ganz herzlich für ihr Engagement zu danken! Bleiben Sie gesund! Nächstes Jahr sehen wir uns hoffentlich wieder persönlich in Nürnberg!