Cookie Hinweis
Zurück zur vorherigen Seite

6. Sitzung des Digital-Ausschusses

05.06.2018

Tagesordnung

1. Genehmigung der Niederschrift über die 5. Sitzung des Digital-Ausschusses des Medienrats am 13.03.2018

 
2. Bedeutung der Datenschutzgrundverordnung für den Medienbereich

 
3. Blockchain – technische Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten im Medienumfeld

 
4. Konferenzbericht SXSW 2018

 
5. Verschiedenes:


5.1. Analog/digital-Umstieg im Kabel (Sachstandsbericht)
 

5.2. DVB-T2-Aufschaltung am Standort Augsburg

Ergebnisse

TOP 2: Bedeutung der Datenschutzgrundverordnung für den Medienbereich

Andreas Gummer, Datenschutzbeauftragter bei der BLM, erläutert die Auswirkungen der zum 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf die Medienwelt. Durch die DSGVO ist Datenschutzrecht nun direkt im europäischen Recht verankert und nicht mehr als Recht der einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt.

Für die Medienbranche ist insbesondere das Medienprivileg nach Art. 85 DSGVO relevant. Danach ist jegliche Datensammlung/-verarbeitung auf die journalistische Tätigkeit beschränkt. Für jede andere Geschäftstätigkeit eines Medienunternehmens gelten für die Verwendung von Daten die Regeln des DSGVO ohne Einschränkung. Betroffen sind bei den Medienunternehmen Geschäftsfelder wie zum Beispiel Gewinnspiele, Pay TV oder Onlineverbreitung, für die Daten abgefragt werden.

Weitere wichtige neue Regelungen im DSGVO sind:

  1. die Bestellung eines Mediendatenbeauftragten durch den BLM-Medienrat.

  2. die Aufnahme von Bußgeldbestimmungen bei Verstößen gegen die DSGVO

Unklar ist nach der aktuellen Rechtslage, inwieweit das Telemediengesetz (TMG) durch die neuen Regelungen im DSGVO weiterhin Gültigkeit besitzt.

TOP 3: Blockchain – technische Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten im Medienumfeld

Benjamin Eimannsberger vom Mediennetzwerk Bayern erläutert Grundbegriffe und Anwendbarkeit der Blockchain-Technologie im Medienumfeld. Im Rahmen seiner Präsentation werden die Unterschiede zwischen Blockchain und Kryptowährungen wie Bitcoin erklärt sowie Begriffe wie Smart Contract (dezentralisierte Computerprogramme) definiert. Eine Blockchain (Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste mit Datensätzen, die mittels kryptografischer Verfahren miteinander verkettet sind.

Anwendungsbereiche für die Blockchain-Technologie im Medienumfeld sind für „nicht körperliche Transaktionen“ denkbar wie z.B. bei der Rechteübertragung.

TOP 4: Konferenzbericht zur SXSW 2018

Jaqueline Hoffmann vom Mediennetzwerk Bayern/Medientage München berichtet im Digitalausschuss über ihren Besuch der Medien- und Technologiemesse SXSW in Austin. Der Konferenzbesuch sollte der Information über neue Trends und der Entdeckung neuer Speaker für Veranstaltungen des Mediennetzwerks Bayern und der Medientage München dienen. Im Fokus der SXSW stand die Frage, wie eine Medienwelt geschaffen werden kann, die Vertrauen schafft und mit welcher Verantwortung dieses Vertrauen verbunden ist („trust & impact“).

Als Haupttrends für die Medienbranche werden die Themenbereiche Künstliche Intelligenz, XR, Blockchain und New Journalism genannt. XR ist der Überbegriff für Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality. Die aktuellen Entwicklungen lassen lt. J. Hoffmann vermuten, dass irgendwann die gesamte Mediennutzung über XR erfolgen könne. Bereits jetzt experimentierten die Medien mit unterschiedlichen Ausspielformen.

Was den New Journalism betrifft, haben sich die Anforderungen an und das Selbstbild von Journalisten verändert. Datenjournalismus gehöre heute beispielsweise in der Regel zum Anforderungsprofil.

Auf bayerischer und deutscher Ebene konnten im Rahmen des SXSW-Besuches viele Kontakte geknüpft sowie Impulse für das Mediennetzwerk Bayern und die Medientage München geliefert werden.

Im Anschluss an den Konferenzbericht wird der Ausschuss über die Anbindung des Media Lab Bayern an die Medientage München GmbH informiert.

TOP 5.1: Sachstandsbericht über Analog/Digitalumstieg im Kabel

Harald Wörle (Bereich Technik der BLM) berichtet über den aktuellen Stand des Analog-Digitalumstiegs im Kabel. Die Abschaltung des analogen TV- und Radioempfangs im Kabel muss laut Bayerischem Mediengesetz bis Dezember 2018 realisiert sein. Über den Umstieg in allen Bundesländern informiert das Projektbüro www.digitaleskabel.de. In Bayern wird die Abschaltung durch die BLM informativ begleitet. Die Umstiege in den Kabelnetzen von Vodafone/Kabel Deutschland in Landshut und Nürnberg verliefen laut Netzbetreiber problemlos. Die Bürger zeigten sich zufrieden mit den Informationen des Netzbetreibers, der BLM und des Projektbüros.

Die BLM hatte den Handel im Rahmen einer Roadshow informiert und aktualisiert die Umstiegstermine laufend auf einer Unterseite des Internetauftritts www.blm.de. Außerdem ist ein Infoflyer an kleine Antennenanlagen und Bürger verteilt worden. Ab August beginnen die Analog-Signal-Abschaltungen in Bayern großflächig.

TOP 5.2: DVB-T2-Aufschaltung am Standort Augsburg

Harald Wörle berichtet über die DVB-T2-HD Aufschaltung am 25.4.18 in Augsburg. Damit können die lokalen Sender nun auch terrestrisch in HD-Qualität empfangen werden. Aktuell gebe es das Problem, das in das Signal noch keine Fensterschaltung integriert ist. Es soll aber schnellstmöglich behoben werden. Auf Nachfrage, ob noch weitere Regionen mit DVB-T2 versorgt werden sollen, werden Vorplanungen für die Standorte Würzburg und Regensburg genannt. Die Realisierung ist allerdings noch ungewiss.