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Tendenz

Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien

Mit Geld und Liebe
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Mit Geld und Liebe

Das Media Lab Bayern fördert Innovationen im Medienbereich. Ein Gespräch mit Lina Timm, Program Manager des Media Lab Bayern, und Stefan Sutor, bei der BLM zuständig für Strategie und digitale Entwicklung.


Tendenz: Wie ist das Media Lab Bayern entstanden?

Stefan Sutor: Wir haben 2014 nach einem Konzept gesucht, um Medienunternehmen mit Innovationen zu helfen. Aber es gab keinen Raum, um die richtigen Leute zusammenzubringen. Das ist der Kerngedanke des Media Labs.

Warum braucht es überhaupt einen Start-up-Akzelerator mit Medienfokus?

Lina Timm: In vielen Aspekten ist Start-up gleich Start-up: Du brauchst ein Geschäftsmodell, Marketing, Vertrieb, Design. Aber dann kommst du zu einem Punkt, an dem die Branchen eigen sind.

Inwieweit ist die deutsche Medienbranche besonders?

Sutor: Die USA ist weiter entwickelt, während in Deutschland die Position der traditionellen Medienhäuser noch sehr stark ist. Doch diese Medienmarken sind trotzdem interessiert an Innovationen.
Timm: Hier ist weniger Kapital im Markt als in den USA, und die Frage, wie man künftig mit Journalismus Geld verdienen kann, ist noch weniger beantwortet. Wir betreiben Lobbyarbeit, indem wir zeigen, dass es Konzepte gibt, mit denen Medien in Zukunft Geld verdienen können – und indem wir diese Konzepte für Kapitalgeber sichtbar machen.

Wie werden die Fellows gefördert?

Timm: Mit Geld und Liebe.
Sutor: Im Fellowship-Programm gibt es eine monatliche Förderung von 1.200 Euro – beziehungsweise Tendenz: 600 Euro für Studenten – und ein Büro bei uns. So können sich die Fellows voll und ganz um ihre Idee kümmern. Dazu kommen Mentoring, Workshops, Betreuung und natürlich Kontakte.
Timm: Wir decken mit Workshops alle klassischen Start-up-Bereiche ab: User Experience Design, Marketing, Suchmaschinenopitimierung, Social-Media-Strategie. Unsere zweite Runde startet mit einem Kick-Off-Workshop zu Produktdesign, bei dem Zielgruppe und Produkt festgezurrt werden. Zusätzlich helfen Medienmentoren, die tief in der Szene stecken und Know-how vermitteln.

Welche Learnings gab es aus der ersten Runde?

Timm: Die erste Truppe war eine Art Versuchskaninchen. Wir mussten erst herausfinden, was sie brauchen. Wir haben Workshops getestet und festgestellt, dass ein strukturiertes Programm sinnvoll ist.

Wie können Gründer an Investoren kommen?

Sutor: Entscheidend ist der Demo Day, an dem sich die Start-ups Investoren und Partnern präsentieren. Wir stellen den Kontakt zwischen beiden Seiten her.

Was ist in der zweiten Runde anders?

Timm: Wir haben drei Projekte, die noch sehr früh in ihrem Prozess sind. Am Ende ihrer Zeit bei uns soll ein Prototyp stehen, mit dem die Start-ups schauen: Kann ich damit eine Firma gründen oder nicht? Dafür sind wir ein Vorgründungszentrum: um den Teams die Zeit zu geben, sich in ihre Idee zu stürzen –  und von da aus weiterzugehen.

Illustration: iStockphoto.com/ratch0013, rose pistola
Fotos: Erol Gurian, privat
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Lina Timm ist Multimedia-Journalistin und Program Manager des Media Lab Bayern.
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Stefan Sutor ist Referent für Strategie und digitale Entwicklung bei der BLM und Geschäftsführer der Bayerischen Medien-Service Gesellschaft.
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