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Kampf um den Nutzer im Social Web
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Kampf um den Nutzer im Social Web

Medienhäuser müssen genau überlegen, welche Social-Media-Plattformen sie mit welchen Inhalten für welche Zielgruppen einsetzen. Das zeigte sich auch beim 5. Deutschen Social TV Summit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).
Text Bettina Pregel

Das Summit-Motto am 23. Juni im Münchner Literaturhaus lautete: „Sichtbar, präsent, unabhängig? Der Kampf um den Nutzer im Social Web“. Diesen Kampf im „Fair-Play-Modus“ und vor allem mit viel Kreativität zu führen, dazu forderte zum Auftakt BLM-Präsident Siegfried Schneider auf. Claus Strunz (Axel Springer SE) nannte in seiner Keynote folgende Strategien, um Social TV erfolgreich als Marketingtool und „Schmiede für neue Formate“ zu nutzen: topaktuelle Themen subjektiv und plattformgerecht erzählen, eine streitbare Haltung einnehmen und unbedingt den Dialog mit den Zuschauern aufnehmen.

Auf welchen Plattformen die Nutzer und Zuschauer allerdings zu finden sind, ist längst nicht mehr so klar. Derzeit finde eine Reichweitenverschiebung statt, erläuterte Branchenkenner Bertram Gugel in seinem Marktüberblick. Die Nutzer wanderten zu Messenger-Diensten wie Snapchat ab. Für die Generation Snapchat sei Facebook längst out und werde nur noch als „erweitertes E-Mail-Programm“ genutzt, berichtete auch die 21-jährige YouTuberin Lisa Sophie.

„Video geht durch die Decke, Live ist das neue Mantra“, lautete Gugels aktuelle Statusanalyse. Künftig würden das Kuratieren der Inhalte und die direkte Ansprache der Nutzer über den Erfolg im Social Web entscheiden. Die Zielgruppe etwa via Facebook live zielgenau zu beliefern sei noch wichtiger als Bilder in TV-Qualität, betonte Martin Heller von WeltN24. Doch müssen Medienunternehmen wirklich immer alle aktuellen Trends aufnehmen? Zwei Snapchat-Cases von ProSiebenSat.1 und dem FC Bayern zeigten, dass krampfhafte Verjüngung nicht sein muss, sondern es immer darauf ankommt, die neuen Plattformen optimal einzusetzen. Diese Maxime gilt auch für die Verwendung von Livestreams zur Nutzerbindung.

TV-Programmanbieter können, was Bewegtbild betrifft, aus dem Vollen schöpfen. Aber neue Zielgruppen lassen sich nur mit einem passgenau zugeschnittenen Social-TV-Konzept erschließen. „Wir leben die Vernetzung“, ist das digitale Motto des Streaming-Angebotes RTL II You, das Christian Nienaber vorstellte.

Lachen am Ende also die Sender in puncto Social TV, weil sie die größte Bewegtbild-Kompetenz mitbringen? Ein Fernsehkonzern habe mit seinem profitablen Kerngeschäft im Rücken die Möglichkeit, eigene Multichannel-Networks zu gründen, betonte Matthias Mehner von der ProSiebenSat.1 Media AG. Es gehe schlicht darum, die Nutzer zu erreichen, für die eigenen Plattformen zu gewinnen und dort zu unterhalten.

Ausführliche Informationen & Präsentationen online unter medienpuls-bayern.de.

Illustration: istockphoto.com/Maria Tkach

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Bettina Pregel verantwortet als stellvertretende Pressesprecherin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien die Social-Media-Aktivitäten der BLM. Zuvor betreute die PR-Fachfrau als Redakteurin unter anderem das Magazin tendenz.

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