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Tendenz

Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien

„Reboot“ fordert Tribut
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„Reboot“ fordert Tribut

Einen Königsweg für einen Neustart von TV-Sendern und Plattformen in der Social-Media-Welt gibt es nicht. So lautete das Fazit des 7. Deutschen Social TV Summit im Münchner Literaturhaus. Das Thema des Summits: „Social Reboot“: Neue Ansätze von Pay-to-play bis Originals.

Text Bettina Pregel

Auf Einladung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Medientage München, unterstützt durch das MedienNetzwerk Bayern, diskutierten am 21. Juli 2018 etwa 150 Besucher und Experten über neue Konzepte, TV-Programme mit Social Media zu kombinieren. Im Mittelpunkt von Keynotes und Debatten stand der Handlungsdruck bei Inhalteproduzenten und TV-Konzernen, den der ständige Wandel und der aktuelle „Reboot“ der großen Social-Media-Plattformen erzeugen. In seiner Einführung empfahl Bertram Gugel den TV-Programmverantwortlichen, auch mal einen Plattformwechsel zu wagen und auf Kerninhalte sowie „Social Originals“ zu setzen. Drei zentrale Ziele blieben bei den Social-Media-Aktivitäten immer gleich: Diskussion, Interaktion und Dialog erzeugen.

Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer würden ethische Herausforderungen in der Internetbranche schnell aus dem Blickfeld geraten, warnte James Williams, der im Design Ethics Lab an der Oxford University arbeitet. Der Mitbegründer der Kampagne Time well spent zeigte anhand teils absurder Beispiele, wie die Technologie-Unternehmen Nutzern die Freiheit rauben, zu tun, was sie tun wollen, zu sein, was sie sein wollen und zu wollen, was sie eigentlich wollen. Die Plattformen sollten mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, forderte Williams. Hinweise von YouTube wie „Don’t forget to take a rest“ dürften nur ein Anfang sein.

„Clickbaiting ist out“

Also einfach mal das Handy weglegen? Diese Empfehlung aus Bertram Gugels Ausblick ist angesichts der zunehmenden Diskussion über die Manipulierbarkeit der Nutzer, über die Intransparenz der sozialen Online-Netzwerke und über den Datenmissbrauch durchaus eine Überlegung wert. Doch die Umsetzung dieser Empfehlung ist gar nicht so einfach, denn die TV-Sender versuchen gerade junge Menschen mit neuen Formaten für das Social Web zu erreichen.

Reichweite, Reichweite, Reichweite: Ist das noch der Maßstab oder muss die Social-Media-Strategie neu gedacht werden? Das Fazit der Experten zu diesem Thema: Letztlich müsse jedes Engagement daraufhin geprüft werden, unter welchen Bedingungen man es auf der Plattform lasse, auch wenn es sich nicht monetarisiere. Reines „Clickbaiting“, also der Einsatz von „Klickködern“, sei out. Das Publikum langfristig an einen Kanal zu binden, sei der bessere Weg.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.blm.de/events


Illustration: SvetaZi/Shutterstock.com
Porträt Bettina Pregel: BLM

Bild N.N.

Bettina Pregel ist stellvertretende Bereichsleiterin Kommunikation der BLM und leitet als Pressereferentin die Social-Media-Aktivitäten der BLM. Sie betreut unter anderem das Magazin Tendenz und den Blog BLM plus.

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