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Meinungsmacht Internet
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Meinungsmacht Internet

Der Einfluss der großen Konzerne auf die Medienvielfalt in Deutschland bleibt weitgehend stabil: Der MedienVielfaltsMonitor 2019/1 der Medienanstalten zeigt, dass ARD, ZDF, Bertelsmann, Springer und ProSiebenSat.1 mit knapp 55 Prozent den Meinungsbildungsmarkt prägen. Außerdem beeinflusst das Internet immer stärker die Meinungsbildung.

Text Wolfgang Flieger

Der MedienVielfaltsMonitor basiert auf der aktuellen Mediennutzung und der subjektiv empfundenen Wichtigkeit einzelner Medien für die Meinungsbildung der Nutzer. So kann das Gewicht einzelner Medienunternehmen für die Informations- und Meinungsbildung ermittelt werden. Jenseits der fünf Branchenführer, die mehr als die Hälfte des Meinungsbildungsmarktes ausmachen, verteilt sich ein knappes Drittel dieses Meinungsbildungspotenzials (31,3 %) auf weitere 25 Medienunternehmen, der Rest auf eine Vielzahl kleinerer Anbieter.

Folgende nennenswerte Veränderungen gab es gemäß MedienVielfaltsMonitor in den zurückliegenden drei Jahren: Von den 15 relevantesten Medienunternehmen haben United Internet (+ 0,7 %), Stroer (+ 0,6 %) und Burda (+ 0,3 %) leicht an Einfluss gewonnen, während die Werte für Springer (- 0,7 %), Bertelsmann (- 0,8 %) und ProSiebenSat.1 (- 1,2 %) geringfügig sanken. Die Relevanz des Fernsehens für die überregionale Meinungsbildung ist seit 2015 von 35,9 auf 32,2 Prozent gesunken. Parallel ist das Meinungsbildungsgewicht des Internets von 20,6 auf 28,7 Prozent gestiegen.

Intermediäre gewinnen an Bedeutung

Für Nutzer bis zum Alter von 50 Jahren ist das Internet wichtigster Faktor der Meinungsbildung: Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt dessen Meinungsbildungsgewicht inzwischen mit 58,2 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Und auch bei den 30- bis 49-Jährigen belegt das Internet mit 35,6 Prozent Platz 1. Auf die Frage nach dem subjektiv wichtigsten Informationsmedium liegt der Online-Bereich auch in der Gesamtbevölkerung erstmals mit knapp 34 Prozent vor dem Fernsehen (32,8 %). Wenn es um überregionale Informationen geht, erleben wir eine Umverteilung der Meinungsmacht von den traditionellen Massenmedien zum Internet. Inzwischen nutzen deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren täglich einen Intermediär wie Google oder Facebook (56,4 %), bei den 14- bis 29-Jährigen sind es mittlerweile über 84 Prozent.

Bei der Suche nach lokalen oder regionalen Informationen prägen hingegen andere Medien das Bild: Knapp 30 Prozent der Bevölkerung geben an, sich gestern im Radio über lokale und regionale Themen informiert zu haben. Dahinter liegen das Internet (24,5 %), die Tageszeitungen (24,1 %) sowie das Fernsehen (18,3 %). Einflussreichste Mediengattung bleibt hinsichtlich des ermittelten Meinungsbildungsgewichts für lokale und regionale Themen die Tageszeitung mit 33,7 Prozent, gefolgt von Internet (27,3 %), Radio (20,9 %) und Fernsehen (13,1 %).

Schaubild Meinungsbildungsgewicht im Trend

Illustration: iStock.com/antoniokhr
Infografik: rosepistola.de
Porträts Wolfgang Flieger: BLM

Bild Dr. Wolfgang Flieger
Dr. Wolfgang Flieger ist Bereichsleiter Kommunikation und Medienwirtschaft der BLM. Bevor er 1992 Pressesprecher der BLM wurde, arbeitete der Kommunikationswissenschaftler an den Universitäten Eichstätt und München.
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