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Bericht des Vorsitzenden

15.10.2009 | 31 / 2009

Dies ist die erste Sitzung des Medienrats nach der Sommerpause, entsprechend umfangreich fällt die Tagesordnung aus und wir haben auch ein paar Themen, die sicherlich im Plenum für erheblichen Diskussionsstoff sorgen. Deshalb möchte ich mich heute auf einen einzigen Berichtspunkt beschränken und lediglich die Informationsreise des Medienrats und Verwaltungsrats nach Hamburg noch einmal in Erinnerung rufen. Diese Reise war wie immer vorzüglich vorbereitet von unserer Landeszentrale, insbesondere möchte ich hier sehr dankbar Frau Fell und Frau Wendlandt herausstellen, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben und ein erhebliches Pensum an Arbeit, an Mitdenken und Mitsorge leisteten. Ich selbst konnte wieder einmal – wie sicherlich alle Reiseteilnehmer – die positive Erfahrung machen, dass solche Fahrten über den Alltag hinausreichen, Verbindungen schaffen und zu einem lebhaften Meinungsaustausch führen, für den sonst kein Raum wäre. 

Lassen Sie mich kurz an die drei Stationen der Reise erinnern: Zunächst trafen wir uns zu einem Meinungsaustausch mit Vertretern der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, darunter dem Direktor Thomas Fuchs und seinem Stellvertreter Dr. Wolfgang Bauchrowitz sowie Mitgliedern des dortigen Medienrats. Bei der teilweise engagiert geführten Diskussion standen die Strukturreform der Landesmedienanstalten und das Selbstverständnis der ehrenamtlichen Gremien im Vordergrund. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass die vom bayerischen Medienrat geäußerten Sorge, dass die Gremien der Landesmedienanstalten an Einfluss verlieren und an den Rand gedrängt werden könnten, auch in Hamburg und Schleswig-Holstein geteilt werden. Hier gab es eine bemerkenswerte Identität in der Beurteilung.

Am nächsten Tag sah der Terminplan einen Meinungsaustausch vor mit dem Intendanten des NDR, Herrn Marmor, sowie mit dem Chefredakteur von ARD Aktuell, Dr. Kai Gniffke. Der Intendant sprach vor allem das Internet als Verbreitungsmedium an und dann die ersten Erfahrungen mit dem 3-Stufen-Test. Da Herr Prof. Ring zu diesem Thema, das uns interessieren muss, anschließend noch einige Bewertungen vornimmt, möchte ich nicht näher Stellung nehmen und lediglich festhalten, dass das sehr sachliche und offene Gespräch mit dem Intendanten deutliche Meinungsunterschiede offenlegte. Die Landesmedienanstalten und ihre Aufsichtsgremien agieren als Partner im dualen System und sind naturgemäß immer dann gefragt, wenn die Interessen der von ihnen beaufsichtigten privaten Anbieter berührt werden. Besonders interessant war das Treffen mit Chefredakteur Dr. Gniffke, der den journalistischen Anspruch der Nachrichtensendungen in der ARD kompetent und glaubwürdig vertrat. Hier wird, daran besteht kein Zweifel, mit größter Sorgfalt gearbeitet. Allein schon wegen der Qualität seiner Nachrichtensendung wäre das öffentlich-rechtliche System schützenswert.

Den dritten und letzten Punkt der Tagesordnung während unserer Reise bildete der Meinungsaustausch mit den Geschäftsführern des Ballungsraumsenders Hamburg 1 und ihrem Chefredakteur. Dabei wurden naturgemäß viele Parallelen zu den bayerischen Verhältnissen gezogen. Erhellend für uns war der positive Blick der dortigen Verantwortlichen auf die Medienlandschaft im Freistaat, aufschlussreich aber auch die wachsenden Sorgen, dass in einem verschärften wirtschaftlichen Klima private regionale Angebote – und sei es das sogenannte Metropolfernsehen – nur noch unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht mehr finanziert werden könnten. Dabei zeigt gerade das Beispiel Hamburg 1 eindrucksvoll, wie intensiv solche Stationen in der Szene einer Stadt integriert sind und zur Identifizierung mit der Stadt bzw. der Region beitragen. Lassen Sie mich an diesem Punkt abbrechen mit einem nochmaligen Dank an alle, die die Fahrt vorbereitet und durchgeführt hatten, und jetzt das Wort an Prof. Ring weitergeben.