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Bericht des Vorsitzenden

29.07.2010 | 38 / 2010

Ich möchte mich heute, bei unserer letzten Sitzung vor der Sommerpause, auf zwei Berichtspunkte beschränken: 

Die Nürnberger Lokalrundfunktage, meine Damen und Herren, sind seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken aus der bayerischen Medienlandschaft. Hier ist es der BLM gelungen, einen ganz unverwechselbaren Gegenpol zu den Münchner Medientagen zu schaffen und so deutlich zu machen, dass die Medien nicht nur in der Landeshauptstadt zuhause sind. Die Lokalrundfunktage können sich, wenn man die mehr als 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer betrachtet, völlig zu Recht eine junge Veranstaltung nennen, die freilich durch ihre Gäste inzwischen auch einen internationalen Zuschnitt hat. Gleichzeitig ist dies eine sehr professionell gemachte und höchst leben-dige, mit Kontroversstoff aufgeladene Veranstaltung, keine dröge Verkaufs- undWer-bemesse.

Es hat sich beeindruckend gezeigt, wie richtig es war, die Bay MS mit der Ausrichtung der Lokalrundfunktage zu betrauen und (nicht nur) dafür eine Außenstelle in Nürnberg einzurichten. Ich möchte allen, die am Gelingen der Tage beteiligt waren, ganz herzlich danken für ihren erfolgreichen Einsatz und nenne heute stellvertretend Herrn Sutor und Herrn Lörz. Viele Medienräte, die in Nürnberg dabei waren, werden meine Einschätzung teilen. Sie haben freilich auch ein ernüchterndes Statement des Präsidenten bei der Eröffnungsveranstaltung gehört. Prof. Dr. Ring monierte dabei den Rück-gang der Anmeldungen zu den Ausbildungsangeboten der BLM. Lassen Sie es mich an dieser Stelle sehr deutlich sagen: Anbieter, die nicht oder nicht mehr ausreichend in die Qualifizierung ihres Personals investieren, schwächen sich selbst. Die lokalen Hörfunk- und Fernsehsender büßen dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. Wer den journalistischen Ruf eines Programmes aufs Spiel setzt, stolpert in eine Imagefalle, aus der er sich kaum noch befreien kann.

Einen zweiten Hinweis möchte ich noch geben, dieses Mal auf das Forum Medienpä-dagogik, das vor wenigen Tagen sein 45. Treffen abhielt. Das sind in der Regel sehr lebendige Sitzungen, gespeist von ganz unterschiedlichen Erfahrungs- und For-schungsberichten. Am 19. Juli standen beispielsweise die Castingshows mit ihrer Bedeutung für Kinder und Jugendliche sowie der Elterntalk der Aktion Jugendschutz auf der Tagesordnung. Ich bin überzeugt, dass die Medienpädagogik und der Jugendmedienschutz zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Wenn sich die Gremien dieser zentralen Aufgabe in unserer Gesellschaft nicht stellen, setzen sie ihre inhaltliche Legitimation aufs Spiel. Umso dankbarer bin ich, dass unser Medienrat die Zeichen der Zeit längst erkannt hat und hier als Mahner und Impulsgeber, als entschieden Handelnder auftritt.