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Bericht des Präsidenten zur 22. Sitzung des Medienrats

12.12.2013 | 22 / 2013

Wirtschaftliche Lage des Rundfunks
am 3. Dezember ist in München die Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2012/2013“ vorgestellt worden, die von zehn Landesmedienanstalten beauftragt wurde. Die Erträge im dualen Rundfunksystem in Deutschland sind 2012 im Vergleich zu 2010 um 2,3 Prozent auf 15,7 Mrd. Euro gestiegen. Das private Fernsehen legte in diesem Zeitraum mit einem Zuwachs von sieben Prozent deutlich zu, während das Wachstum im privaten Hörfunk mit drei Prozent eher moderat war. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern stagnierte die Ertragsentwicklung. Größter Wachstumsmotor waren mit einem Zuwachs von 33 Prozent gegenüber 2010 die Pay-Erlöse im Fernsehen. Auch die Erschließung des Onlinemarktes wird für die Sender immer attraktiver.
Für Bayern belegen die Ergebnisse ein Umsatzwachstum der privaten Rundfunkanbieter. So haben 2012 die in Bayern ansässigen Fernseh- und Hörfunkunternehmen zusammen Erträge in Höhe von fast 4,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das sind mehr als 53 Prozent der Gesamterträge des privaten Rundfunks in Deutschland. Seit 2003 sind die Erträge damit um fast 60 Prozent gestiegen. Auch bei den Gesamtbeschäftigten im privaten Rundfunk nimmt Bayern mit fast 10.000 Mitarbeitern (Anteil 40 Prozent) eine führende Rolle ein. Die Ergebnisse für Bayern in Kürze:

• Insgesamt haben die privaten Fernsehsender im Freistaat 2012 inklusive Teleshopping 4,542 Mrd. Euro erwirtschaftet, also mehr als 56 Prozent der Erträge der privaten Fernsehsender in Deutschland. Mit rund 1,4 Mrd. Euro werden annähernd 95 Prozent des Pay-TV-Umsatzes in Deutschland von Unternehmen mit Sitz in Bayern erwirtschaftet. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die positive Geschäftsentwicklung bei Sky. Die privaten Fernsehsender in Bayern verbesserten ihren Kostendeckungsgrad 2012 im Vergleich zu 2011 um drei Prozentpunkte auf 111 Prozent. Der Kostendeckungsgrad im lokalen Fernsehen lag allerdings nur bei 94 Prozent. Bei allen privaten TV-Sendern im Freistaat waren 8.196 Mitarbeiter beschäftigt, knapp fünf Prozent mehr als 2010.

• Im privaten Hörfunk verfügt Bayern über die höchste Angebotsdichte in Deutschland. Die bayerischen Hörfunkunternehmen stehen in der Summe nach wie vor gut da (2012: Erträge in Höhe von 138,6 Mio. Euro), allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den lokalen und landesweiten Stationen. Während beim landesweiten Hörfunk der Kostendeckungsgrad bei 127 Prozent liegt, kommen die Lokalradios auf einen Wert von 113 Prozent. Im Jahr 2012 waren insgesamt 1.628 Mitarbeiter bei den privaten lokalen und landesweiten Hörfunkstationen in Bayern beschäftigt.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass Bayern zu den wichtigsten Medienstandorten in Deutschland zählt. Während im nationalen Free-TV und im Hörfunk gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt werden und Pay-TV eine positive Geschäftsentwicklung nimmt, muss das lokale Fernsehen noch zulegen. Trotzdem betrachte ich die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten des lokalen Fernsehens nicht skeptisch. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Digitalisierungsinitiative mit den deutlich erweiterten Satellitenkapazitäten und dem HbbTV-Portal in Zukunft positiv auswirken wird.


Kabeleinspeiseentgelte – Veranstaltung in der BLM
Das Stichwort „Digitalisierungsinitiative“ ist auch eine gute Überleitung zum nächsten Thema, der Auseinandersetzung um die Kabel-Einspeise-Entgelte, die im Rahmen eines BLM-Forums am 27. November hier im Hause thematisiert wurde. Wie Sie wissen, haben ARD und ZDF die Einspeiseverträge mit den Netzbetreibern Kabel Deutschland und Unity Media gekündigt und zahlen seit Januar 2013 keine Entgelte mehr. Die Landeszentrale hat die Kontrahenten auf ein Podium geholt und die Diskussion unter der Frage „Must carry – must offer – must pay?“ fortgeführt. Auch wenn am Ende voraussichtlich die Gerichte entscheiden werden und noch nicht klar ist, wer letztlich die Zeche zahlt, hat die Veranstaltung doch eines sehr deutlich gezeigt: Statt sich weiter zu bekämpfen, sollten die betroffenen Marktteilnehmer lieber gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um die Digitalisierung im Kabel voranzubringen. Nach dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten sind 2013 mit 55,9 Prozent zwar mehr als die Hälfte der Kabelhaushalte in Deutschland digital, aber die vollständige Digitalisierung des Kabels ist noch nicht abzusehen.


Sat.1 Bayern in HD
Kabelkunden mit Digitalanschluss bekommen in Bayern seit 4. Dezember ein zusätzliches „Schmankerl serviert“: Seit 4. Dezember wird das Fernsehfester „Sat.1 Bayern“ in den Kabelnetzen der Kabel Deutschland (KD) auch in HD-Qualität ausgestrahlt, werktags von 17.30 – 18.00 Uhr und samstags bis 18.30 Uhr. Ein Sender-Suchlauf ist nach Angaben von Kabel Deutschland für die Zuschauer in Bayern nicht notwendig.
Das ist eine erfreuliche Nachricht, denn HD-TV ist mittlerweile sehr beliebt und wird zunehmend zum Standard für den Fernsehempfang in Deutschland. Da ist es gerade für die lokalen und landesweiten Fernsehangebote wichtig, sich mit Blick auf die technischen Standards auf einer Ebene mit den nationalen Programmen zu befinden.