Cookie Hinweis

Archiv / Suche:

Zurück zur vorherigen Seite

Bericht des Präsidenten zur 11. Sitzung des Medienrats am 04.10.2018

04.10.2018 | 11 / 2018

Neue Aufgaben Stiftung Medienpädagogik

An erster Stelle möchte ich heute über die Stiftung Medienpädagogik Bayern berichten. Egal, ob es um die sichere Nutzung von Apps, um ein Bewusstsein für Datenschutz oder um das Dauerthema „wie viel Zeit verbringt mein Kind mit Medien?“ geht – die vor zehn Jahren von der BLM gegründete gemeinnützige Stiftung ist heute mit ihren beiden Leuchtturmprojekten Medienführerschein Bayern und Medienpädagogisches Referentennetzwerk Bayern ein etablierter Partner im Bildungsbereich. Ihr Ziel hat sie dabei stets fest vor Augen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene fit für die digitale Zukunft zu machen.

Jetzt verantwortet die Stiftung Medienpädagogik vier neue Projekte rund um den Medienführerschein Bayern. Vier neue Projekte, die es ermöglichen, auch 2019/2020 wichtige Impulse beim Thema Medienkompetenz in Bayern zu setzen. Die Finanzierung der Projekte erfolgt mit Fördermitteln der Bayerischen Staatsregierung. Mein herzlicher Dank dafür!

Was ist geplant? Hier ein kurzer Überblick:

Fühlen, entdecken, (digital) spielen: gerade im Elementarbereich ist praktisches Anschauungsmaterial essentiell, um die Medienkompetenz von Drei- bis Sechsjährigen zu stärken. Bis Sommer 2019 sollen daher zwölf weitere Praxisbeispiele für Kindergärten – zum Beispiel in Form von digitalen Wimmelbildern – entwickelt werden.

Es gibt erstmals Materialien für die 1. und 2. Jahrgangsstufe. „Mediennutzung im Alltag“, „Medienhelden“, „Werbung“ und „Bedeutung von Privatsphäre“ sind bereits für Schulanfänger wichtige Themen. Deshalb entstehen jetzt vier neue Unterrichtseinheiten zu diesen Themen, mit denen die Stiftung eine Lücke zwischen den Materialien für den Kindergartenbereich und den Einheiten für die 3. und 4. Jahrgangsstufe schließt.

Beim Medienführerschein online mitmachen – das soll durch die Integration ausgewählter Inhalte des Medienführerscheins Bayern in die Online-Lernplattform mebis möglich werden. Die Stiftung plant zunächst Medienführerschein-Kurse für Grund- und weiterführende Schulen.

Bis 2020 sollen außerdem neue Film-Clips – erstmals auch für Berufliche Schulen – zu neuen Themen wie Urheberrecht oder Datenschutz entstehen. Neu ist auch, dass es zu jedem Film-Clip zwei barrierefreie Versionen mit Untertiteln oder Audiodeskription gibt.
 

Runder Tisch Lokal TV 26.09.2018

Letzte Woche hat hier im Haus ein „Runder Tisch Lokal-TV“ mit allen bayerischen Lokal-TV-Stationen stattgefunden. Anlass waren die Zuschauerentwicklungen bei den Sendern und den verschiedenen Empfangswegen im Fernsehbereich. Noch in Nürnberg hatten wir aufgrund der schwierigen Zahlen in der diesjährigen Funkanalyse vereinbart, uns zeitnah zusammenzusetzen und über geplante Strategien zur Steigerung der Zuschauerakzeptanz zu sprechen.

Es war ein guter und konstruktiver Austausch. Alle Anbieter haben die Wichtigkeit der Ausstrahlung über Satellit betont.

Einig war man sich, dass in Zukunft vor allem folgende fünf Punkte angegangen werden müssen, um die Akzeptanz und Relevanz von Lokal TV zu steigern.

  • Maßnahme Gattungsmarketing,
  • Qualitätsoffensive Programm,
  • Digitalstrategie der Sender,
  • Nachwuchsförderung/Personalplanung und die wichtige Frage
  • Funkanalyse – wie geht es weiter?


Mediengipfel Bayerische Staatskanzlei 24.09.2018

Ein paar Tage vorher gab es am 24. September – auf Einladung von Medienminister Georg Eisenreich – den ersten Mediengipfel der Bayerischen Staatskanzlei. Neben mir haben Conrad Albert, ProSiebenSat.1, Dr. Manuel Cubero, Vodafone, Lars Janssen, Travian Games, Dr. Paul-Bernhard Kallen, Burda, Martin Moszkowicz, Constantin Film, Andreas Scherer, VBZV/Augsburger Allgemeine, und Ulrich Wilhelm, BR, teilgenommen.

In dem Gespräch ging es vor allem darum, wie man den Medienstandort Bayern noch sichtbarer gestalten kann. Weitere Themen waren die Rahmenbedingungen einer zukunftsweisenden Regulierung und die nötige Stärkung von Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake News und Hate Speech.

Konsens bei dem Gespräch war, dass man die großen Themen der Digitalisierung nur vernetzt bewältigen kann. Und damit bin ich auch schon bei einem zentralen Punkt des Austauschs, der die BLM betrifft: Die erfolgreiche Arbeit unseres Mediennetzwerks Bayern, dessen Geschäftsstelle seit September 2016 bei der BLM in der Rosenheimer Straße angesiedelt ist, wird von der Staatsregierung zu einer Medienstandortagentur weiterentwickelt. Ziel ist es, die Teilmärkte Rundfunk, Verlage/Presse, Film, Games, VR und Werbewirtschaft noch umfassender zu betreuen und zu vernetzen, Aktivitäten in diesen Medienbereichen zu bündeln und besser zu koordinieren und damit neue Impulse für die Medienwirtschaft zu setzen.

Der Mediengipfel soll von nun an alle sechs Monate fortgesetzt werden.
 

Medienstaatsvertrag / Stellungnahme Medienanstalten / Public Value

Kurz vor der Sommerpause hatte die Rundfunkkommission der Länder Ende Juli den Entwurf für einen neuen Medienstaatsvertrag veröffentlicht. Erstmals gab es für Interessierte die Möglichkeit, den Entwurf im Rahmen einer öffentlichen Konsultation bis 30. September zu kommentieren.

Die Medienanstalten haben ihre Positionierung Mitte September im Rahmen der DLM-Klausurtagung in Bremerhaven verabschiedet und letzte Woche an die Vorsitzende der Rundfunkkommission, Malu Dreyer, übermittelt.

Anpassungsvorschläge haben die Medienanstalten allem voran zu folgenden Punkten:

Die Rundfunkzulassung zu verschlanken ist ein Ziel des Entwurfs, das die Medienanstalten ausdrücklich begrüßen. Bereits in meiner Zeit als DLM-Vorsitzender habe ich mehrfach (anlässlich DKB-Handball-WM, PietSmiet) angeregt, die Zulassung durch eine qualifizierte Anzeigepflicht zu ersetzen. Nach Einschätzung der Medienanstalten sind die im Entwurf vorgeschlagene Fiktion einer Rundfunkzulassung sowie die Fiktion der Vollständigkeit der einzureichenden Antragsunterlagen deutlich weniger geeignet, die gewünschten Verfahrensverschlankungen zu erreichen.

Auch was die Regulierung von Medienplattformen, Medienintermediären und Benutzeroberflächen betrifft, begrüßen wir die geplanten Regulierungsvorhaben im Sinne von mehr Chancengleichheit und mehr Transparenz. Angesichts der zunehmenden Marktdurchdringung (vgl. Zahlen aus dem neuen Online-Audio-Monitor) können aber auch Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Google Home Einfluss auf die Auffindbarkeit von Rundfunkangeboten haben. Wir wünschen uns eine Klarstellung, wie diese in neue Regulierungsvorhaben mit einbezogen werden.

Ein wichtiger Aspekt in Sachen Auffindbarkeit ist der Public-Value-Gedanke: Aus Sicht der Medienanstalten sollten private Sender, die einen besonderen Beitrag zur Meinungsvielfalt und Meinungsbildung leisten, privilegiert auffindbar sein.

Dass gerade auch viele private Sender in verschiedenen Formen Public Value anbieten und damit jüngere Zielgruppen erreichen, hat sich erst wieder Anfang September beim Deutschen Radiopreis gezeigt: Johannes Ott von Radio Gong 96,3 – und kein öffentlich-rechtlicher Sender! – hat in der Kategorie „Bestes Nachrichten- und Informationsformat“ gewonnen. Die Sendung habe es sich zum Ziel gesetzt, ihre Hörerinnen und Hörer in einer Stunde informativ wie unterhaltsam zum Lebensretter auszubilden, begründete die Jury. Ott hat den Preis damit bereits zum zweiten Mal in Folge bekommen – ein guter Grund, zu gratulieren!

Auch bei den BLM-Hörfunk- oder Fernsehpreisen auf den Lokalrundfunktagen 2018 war Radio Gong übrigens der Gewinner in der Kategorie „Aktuelle Berichterstattung und Information“: Nach der tragischen Meldung, dass ein Mädchen im Münchner Eisbach ertrunken war, organisierte der Sender mit der Wasserwacht einen kostenlosen Schwimmkurs für 1.000 Münchner Kinder.

Neben der Bedeutung von Public Value betonten die Medienanstalten in ihrer Positionierung zum neuen Medienstaatsvertrag außerdem, wie wichtig es ist, unantastbare Kernwerte wie Menschenwürde, Vielfalt, Jugend und Nutzer durch Regulierungsinstrumentarien zu schützen. Um dem Rechnung zu tragen, sind Ergänzungen im Entwurf in Bezug auf effektive und zeitgemäße Regulierungsinstrumente in Form von Ordnungswidrigkeiten- und Bußgeldtatbeständen anzuraten.

Notwendig ist auch eine einheitliche Zuständigkeit für die Anbieter bei der Telemedienaufsicht. Die Medienanstalten regen das bereits seit längerem an und schlagen vor, diese Aufgabe einheitlich den Medienanstalten zuzuordnen.


Medientage 2018

Nur noch knapp drei Wochen, dann starten die 32. Medientage München, zu denen ich Sie nochmals ganz herzlich einlade! Sie finden heuer von 24. bis 26. Oktober erstmals im neuen Conference Center Nord und der Halle C6 der Messe München statt. Für die Besucher der Medientage heißt das: sie müssen 2018 eine U-Bahn-Haltestelle bis zur Messestadt Ost weiterfahren.

Die Medientage München stehen diesmal unter dem Motto „Engage! Shaping Media Tech Society“: Wie können die Medien neue Technologien für sich nutzen? Wie werden sich Medien weiter verändern? Und wie prägt das alles unsere Mediengesellschaft? Das sind ganz wesentliche Fragen, denen wir uns stellen müssen. Zentral ist dabei, wie unsere Medien auch künftig ihr Publikum erreichen und welche Weichen dafür jetzt gestellt werden müssen. Wir werden aber auch thematisieren, welche Auswirkungen die Technisierung der Medien auf unsere Gesellschaft haben kann und wie wir die Digitalisierung verantwortungsvoll gestalten können.

Themen wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder China spielen eine wichtige Rolle. Aber auch klassische Themen wie TV und Audio, Werbung und Marketing stehen im Fokus. So wird Max Conze, neuer CEO von ProSiebenSat.1 Media, zum ersten Mal auf den Medientagen dabei sein. Und Deutschlands bekanntester Werber, Jean-Remy von Matt, hält einen Vortrag über das Spannungsfeld zwischen Technologie und Kreativität. Unter den internationalen Speakern ist beispielsweise der Autor Andrew Keen („How to Fix the Future“), einer der weltweit bekanntesten Internet-Kritiker. Kourtney Bitterly von der New York Times wird über ihre Erfahrungen zum Thema Medien und Künstliche Intelligenz berichten.

Deutlich aufgewertet ist in diesem Jahr die Ausstellung, die viele Highlights bietet, von denen ich nur ein paar nennen will: So gibt es – organisiert vom MediaLab Bayern – den großen Start-up-Bereich „Rockets & Unicorns“ mit einem umfangreichen Programm für Gründer und alle, die es werden wollen. Ein weiterer gefragter Treffpunkt – vor allem für den Nachwuchs in der Medienbranche – wird auch dieses Jahr wieder der MedienCampus sein. Rund 40 Campusradiomacher sind als Reporter auf den Medientagen unterwegs und gestalten am Donnerstag am Stand der Media School Bayern eine zweistündige Sendung, die live bei Radio M94.5 ausgestrahlt wird. Am Freitag veranstaltet die BLM auf dem MedienCampus-Areal wieder einen Schulradiotag für rund 100 Schüler – unterstützt von Profis aus den bayerischen Lokalradios. Zudem organisiert die BLM im Rahmen von „Mach Dein Radio“ diverse Panels, bei denen sich Studenten und Schüler über Trends und Berufe in der Radiobranche informieren können.

Ich hoffe, ich habe Ihnen Lust gemacht auf die Medientage und freue mich darauf, möglichst viele von Ihnen auf dem Messegelände oder abends auf der „Nacht der Medien“ im Haus der Kunst zu sehen!