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Grußwort von Martin Gebrande zur 14. Fachtagung des Forums Medienpädagogik am 26.11.2008

27.11.2008 | P / & / R

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die Fachtagung des Forums Medienpädagogik hat eine langjährige Tradition und findet heuer zum 14. Mal statt. Es freut mich besonders, dass das Interesse an der Veranstaltung in diesem Jahr so groß ist und Sie so zahlreich erschienen sind. Knapp 180 Teilnehmer haben sich im Vorfeld angemeldet. Aus Platzgründen konnten wir nicht alle Anmeldungen annehmen und mussten bereits im Oktober, kurz nach Versand der Einladungen, eine Warteliste aufmachen. 
 
An dieser Stelle möchte ich besonders alle Referenten und Referentinnen begrüßen, ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und uns heute als Experten in den Panels zur Verfügung stehen. Begrüßen möchte ich auch die Mitglieder des Forums Medienpädagogik und die anwesenden Medienräte.
 
Medienrat: Frau Kriebel, Herr Lewandowski, Herr Max Schmidt, Herr Vogel, Frau Sigl  und Herrn Sibler, StS a. D.
 
Moderatoren der Fachtagung: Dr. Jooß, Dr. Kempter, Herr Wöckel.
 
Forum Medienpädagogik: Herr Dannhäuser, Frau Hainz, Herr Ploth, Herr Rabius, Herr Udo Schmidt, Frau Schranner, Herr Thomas.
 
Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sowohl für die Genehmigung und die Kontrolle als auch für die Entwicklung und die Förderung privater Rundfunkangebote, also Hörfunk und Fernsehen in Bayern zuständig. Die BLM wacht über die Einhaltung der Programmgrundsätze, der Jugendschutzbestimmungen - auch im Internet - und der Werberegelungen. Medienpädagogik gehört zu den gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben der BLM.
 
In unserer Informationsgesellschaft gelten Kenntnisse auf dem Gebiet der Medienpraxis als Schlüsselqualifikation. Aus diesem Grund sind für uns Veranstaltungen wie die heutige, die sich an Multiplikatoren wie Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter aus der freien Sozial- und Jugendarbeit richtet, von großer Bedeutung.
 
Veranstaltet wird die Fachtagung vom Forum Medienpädagogik der BLM. 1994 gegründet, treffen sich hier regelmäßig engagierte Medienräte, Rundfunkräte des BR sowie externe Fachleute aus dem Kultus- und dem Sozialministerium,
dem Staatsinstitut für Frühpädagogik,
dem Bayerischen Landesjugendamt,
dem FWU – Institut für Film und Bild,
dem Landesmediendienst Bayern e.V.,
der Aktion Jugendschutz,
dem IZI- Internationalem Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen,
dem evangelisch-lutherischen Kirchenamt,
der evangelischen Medienzentrale und der evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Medienkompetenz,
dem JFF- Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
und Kabel 1.
 
Das Forum Medienpädagogik befasst sich mit Inhalten, Methoden und Rahmenbedingungen der Medienpädagogik als Aufgabe in Gegenwart und Zukunft. Es begleitet die medienpädagogischen Projekte der BLM und bietet damit eine Plattform für die gesellschaftliche Debatte um Medienkompetenz.
 
Die BLM will im Rahmen ihrer gesetzlich aufgegebenen medienpädagogischen Arbeit dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, besser mit problematischen Medieninhalten umzugehen. Der Aspekt der Vermittlung technischen Wissens steht dabei nicht primär im Mittelpunkt. Gefördert wird vielmehr die Kompetenz, Medien verantwortungsvoll zu nutzen.
 
Wir initiieren und unterstützen zahlreiche medienpädagogische Praxis- und Forschungsprojekte und Veranstaltungen. Dazu gehören u.a.:
In eigener Regie, bei dem seit 17 Jahren Kinder- und Jugendgruppen in ganz Bayern unter fachlicher Anleitung eigene Video-, Hörfunk- und Multimediaideen in die Praxis umsetzen können,
der FLIMMO, eine Programmberatung für Eltern
das Schulradio Bayern,
die Aus- und Fortbildungskanäle in München und Nürnberg,
die Stiftung Zuhören,
das Internet-ABC,
den Prix Jeunesse,
das Projekt Objektiv – Filme zum Thema Behinderung im Unterricht.
 
Aktuelle Forschungsprojekte und Veröffentlichungen sind z.B. der derzeit laufende 5. Teil  unserer Konvergenzstudie „Jugendliche als Sender und Empfänger im Netz – Wozu Heranwachsende das Internet nutzen und wie sie sich dort präsentieren“ oder das in Kooperation mit anderen Landesmedienanstalten herausgegebene Lehrerhandbuch „Knowhow für junge User“, das von der EU-Initiative klicksafe erarbeitet wurde und Ihnen heute hier präsentiert wird und zum Mitnehmen für Sie bereit liegt.
 
Die heutige Veranstaltung greift eine Entwicklung auf, die sich auch in den Ergebnissen der JIM-Studie 2008 wiederfindet. Zum ersten Mal seit zehn Jahren läuft der Computer dem Fernsehgerät den Rang ab. Kinder und Jugendliche wachsen heute wie selbstverständlich in Online-Welten auf. 84 Prozent der 12- bis 19-jährigen sind laut JIM-Studie mindestens mehrmals die Woche online. Das Medienangebot für sie wird immer größer. Das Internet bietet ihnen einen unendlichen Fluss an Wissen, Informationen und Unterhaltung jedweder Qualität. Besonders gefragt sind neben Chat-Räumen und Plattformen wie YouTube Kommunikationsnetzwerke. Etwa drei Viertel der jungen Nutzer  besuchen Online-Communities, 57 Prozent loggen sich mehrmals pro Woche und häufiger ein.
Während die jungen Nutzer das World Wide Web begeistert annehmen, ist vielen Erziehenden bei dem Gedanken, wohin die virtuelle Reise Ihrer Kinder gehen könnte, nicht wohl. Einerseits weil sie wissen, dass sich die Heranwachsenden im Netz oft ohne Vorbehalte bewegen. Andererseits, weil sie die sich täglich verändernde mediale Lebenswirklichkeit nicht immer kennen und verstehen.  Wie verhalten sich die jungen Nutzer in ihren digitalen Cliquen? Welche Chancen und Risiken bringen die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der Präsentation und der Kontaktaufnahme? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Medienpädagogik?
 
An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Verzahnung zum Jugendschutz hinweisen. Denn Medienpädagogik kann nicht als ein Allheilmittel gegen jegliche Probleme verstanden werden, die der Umgang mit den neuen Medien aufwirft. Hier wird es immer einer Aufsichtsinstanz bedürfen, die einen effektiven Jugendschutz auf der Anbieterseite gewährleistet, um somit Konsumenten vor entwicklungsbeeinträchtigenden und jugendgefährdenden Inhalten zu schützen. Auch auf unserer heutigen Fachtagung werden Jugendschutzfragen eine gewisse Rolle spielen, wenn es beispielsweise um Themen wie „Mobbing im Netz“ oder „Hassforen“ geht.
 
Ich bin gespannt auf die Problemfelder und Lösungsansätze, die im Laufe des Tages von den Experten aufgezeigt und diskutiert werden. Ich wünsche Ihnen eine interessante Veranstaltung, mit Anregungen für Ihre weitere medienpädagogische Arbeit.
 
Frau Höhler von jugendschutz.net und Frau Dr. Lampert vom Hans-Bredow-Institut werden uns in ihren einführenden Referaten zunächst einen Überblick über Online-Plattformen junger Nutzer und Einblick in erste Forschungsergebnisse geben.