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Innovative Ansätze für den Ausbau des Regelbetriebs von DIGITAL RADIO - 43 % der bayerischen Bevölkerung sollen schon 1999 digitale Radioklänge empfangen können

14.10.1998 | 1998

München. DIGITAL RADIO könnte zur Internationalen Funkausstellung (IFA) 1999 in Berlin bundesweit verbreitet sein. Das geht aus der Präsentation des Abschlußberichtes des DAB-Projekts Bayern der Bayerischen Medien Technik GmbH (bmt) während des 11. BLM-Rundfunkkongresses hervor. Wenn in Bayern wie vorgesehen im April 1999 der Regelbetrieb von DIGITALEM RADIO beginnt, werden im Freistaat zwölf Hörfunksender rund 43 Prozent der bayerischen Bevölkerung mit digitalen Klängen und vor allem mit Zusatzdiensten versorgen können. Geplant ist, daß bis zum Jahr 2005 87 Prozent der potentiellen Hörerschaft erreicht werden. Bayernweit wird es dann 39 Senderstandorte geben.

Helwin Lesch, Geschäftsführer der neugegründeten Bayern Digital Radio GmbH (BDR), skizzierte während der Podiumsdiskussion das weitere Vorgehen der BDR, die sich als erster Systemdienstleister in Deutschland um die umfassende Vermarktung von DIGITAL RADIO kümmert. Nachdem Ende September die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Ausschreibung zur Vergabe der Frequenzen für terrestrisches DAB (T-DAB) gestartet hat, wird die BDR als Netzbetreiber sich um die Lizenzen bei der Regulierungsbehörde bewerben. Mit der medienrechtlichen Ausschreibung rechnet Lesch Anfang Dezember. Reiner Müller, Bereichsleiter Technik der BLM, machte deutlich, daß zu diesem Zeitpunkt auch die voraussichtlichen Kosten bekannt gegeben werden, die auf die Programmveranstalter von DIGITALEM RADIO zukommen.

Helwin Lesch betonte, daß man trotz hoher Kosten nicht auf eine doppelte Senderabdeckung verzichten wolle, um vor allem mit einer Vielfalt lokaler Programme zusätzliche Käufer anzulocken. Hierfür wird die BLM den privaten Anbietern in Bayern in den kommenden acht Jahren 15 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Vor allem die Integration neuer zusätzlicher Dienste in das Vorhaben DIGITAL RADIO soll forciert werden. Vielversprechende Ansätze sehen die Verantwortlichen im Bereich Verkehrstelematik. Eine Befragung der Teilnehmer des DAB-Pilotprojektes Bayern durch die bmt ergab, daß Servicenachrichten - Verkehr, Wetter, Nachrichten - bei DAB-Nutzern in noch stärkerem Maße als bei reinen UKW-Hörern gefragt sind.

Als "Gebot der Stunde" bezeichnete Reiner Müller von der BLM die sinnvolle Weiterentwicklung der Pilotphase und Einleitung des Regeldienstes. Man dürfe jetzt nicht das Pflänzchen DAB eingehen lassen, indem der Regelbetrieb, so eine Forderung privater Anbieter, wegen der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten noch um Jahre hinausgezögert wird. "DIGITALES RADIO braucht eine erste Marktchance", betonte Müller. Hans-Joachim Götz, Stellvertretender Technischer Direktor beim Bayerischen Rundfunk hob hervor, daß das rasche Voranschreiten in Bayern Signalwirkung für die anderen ARD-Anstalten haben könne.

Große Hoffnungen auf den Durchbruch bei DAB setzen die Beteiligten auf ein Treffen mit der Endgeräteindustrie am 23.Oktober bei der Deutschen Telekom AG in Bonn.