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Kopka bekräftigt Vorwürfe gegen RTL Talkshows

01.04.1999 | 29 / 1999

Der Vorsitzende des Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien Klaus Kopka hat die Behauptung von Hans Meiser, er, Kopka, "nutzte sein Amt zur Instrumentalisierung seiner ganz persönlichen geschmäcklerischen Moralvorstellungen" mit Nachdruck zurückgewiesen. Kopka stellt in einer Presseerklärung fest, daß die Gremienvorsitzenden in ihrer gemeinsamen Sitzung am 22. März 1999 in ihrer Gesamtheit festgestellt haben, daß eine große Anzahl von Talkshows gegen die gemeinsamen, von den Sendern, dem VPRT und den Landesmedienanstalten verabschiedeten Verhaltensgrundsätze verstoßen. Was allein in dieser Woche in der Sendung von Hans Meiser am Mittwoch unter dem Titel "Heute rechne ich mit Dir ab" geboten wurde, verschlägt einem nach den Worten Kopkas die Sprache. Umso mehr, als die Sendung im Abspann als "Aprilscherz" abgetan wird. Der Sender gehe wohl davon aus, daß die Meiser-Talkshows bis zur letzten Minute und darüber hinaus von allen Zuschauern gesehen werden. Dies ist aber mit Sicherheit nicht der Fall, so daß ein Großteil der Zuschauer von dieser gestellten Sendung überhaupt nichts erfährt. Offensichtlich will der Sender mit dieser neuen Variante den Einstieg in das Trash-Fernsehen á la Jerry Springer in den USA mit Handgreiflichkeiten und ähnlichen Abartigkeiten erproben.

Kopka betonte, daß die aktuelle Kritik an den Talkshows keineswegs den Feldzug eines Einzelnen darstelle, wie es Herr Meiser gerne hinstellen möchte, sondern die Entschlossenheit aller gewählten Medienwächter in Deutschland zum Ausdruck bringt, gegen die Verstöße der Verhaltensgrundsätze vorzugehen. "Die Veranstalter beschädigen sich mit dieser Art von Talksendungen und entfernen sich immer weiter von Ihrer Programmverantwortung. Quote allein kann es nicht sein" , so Kopka.

Die Gremienvorsitzenden der 15 Landesmedienanstalten haben sich deshalb auch einstimmig dafür ausgesprochen, sowohl den Abgeordneten in den Landesparlamenten als auch den Bundestagsabgeordneten Verhaltensgrundsätze und eine Dokumentation über Talkshows zu übersenden. "Diese Material wird den Volksvertretern für Ihre Beratungen über den Rundfunkstaatsvertrag, in dem unter anderem auch die Möglichkeit der Verlegung von Talkshows vorgesehen ist, wertvolle Anregungen geben," erklärte der Vorsitzende des Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.