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Die Medienmanager von Morgen ausbilden - Institut für Kommunikationswissenschaft stellt in der BLM einen neuen Bachelor-Master-Studiengang vor. Kooperation mit anderen Ausbildungseinrichtungen geplant

16.07.1999 | 54 / 1999

Das Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität München plant die Schaffung eines Bachelor-Master-Studiengangs für Führungsnachwuchs in Kommunikationsberufen. Dies kündigten Vertreter des Instituts am Donnerstag im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) an. Bis zum Wintersemester 2000 sollen die bisherigen Studiengänge Diplomjournalistik und das Hauptfach Kommunikationswissenschaft im Rahmen des Magisterstudiums in den insgesamt zehn Semester umfassenden Bachelor-Master-Studiengang umgestaltet werden.

"Wir wollen das Studium auf die sich verändernden Prozesse und die neuen technischen Entwicklungen zuschneiden", kündigte Prof. Dr. Heinz Pürer vom Institut für Kommunikationswissenschaft bei der Podiumsdiskussion "Zur Zukunft der Journalistenausbildung" an. Ziel sei es, neben der Ausbildung für den klassischen Journalismus akademisch geschulten Führungsnachwuchs für eine Vielzahl von Medienberufen vorzubereiten: vom Marketing-Fachmann über den Medienmanager bis hin zum Mulitimedia-Spezialisten.

Das vorgestellte Modell sieht ein kommunikationswissenschaftliches Grundstudium vor, ergänzt durch zwei Nebenfächer. Dieser Studiengang schließt mit dem eigenständigen Hochschulabschluß des Bakkalaureat ab. Die Absolventen können hiernach in die Praxis wechseln oder sich auf eines der fünf Gebiete "Klassischer Journalismus", "Kommunikations-Marketing", "Medienökonomie", "Multi Media" und "Kommunikations- bzw. Medienforschung" spezialisieren. Nach weiteren vier Semstern inklusive eines Praxissemesteres schließt der Studiengang mit dem "Master of Arts and Science" ab.

"Wir wollen Kräfte ausbilden, die später in verantwortliche Positionen aufrücken", erläutert der geschäftsführende Vorstand des Institutes, Prof. Dr. Hans-Bernd Brosius. Hierzu wolle man das Potential der Medienstadt München nutzen und verstärkt mit nicht-universitären Ausbildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Als Partner sind unter anderem die Bayerische Akademie für Werbung und Marketing, die Bayerische Akademie der Presse sowie die Aus- und Fortbildungs GmbH für elektronische Medien (AFK) vorgesehen.

BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring begrüßte die Pläne der Münchner Kommunikationswissenschaftler. Im Zeitalter der Konvergenz sei "die Journalistenausbildung zunehmend gefordert. Außerdem stelle der "Bereich der Aus- und Fortbildung einer der wichtigsten Standortfaktoren im Medienwettbewerb überhaupt" dar. Ring verwies auf die zahlreichen Aktivitäten der Landeszentrale im Bereich Aus- und Fortbildung. In diesem Jahr stünden Mittel in Höhe von 1,6 Millionen Mark für Aus- und Fortbildung sowie 900.000 Mark für medienpädagogische Projekte bereit.

Dr. Bernhard Rosenberger, Leiter der Burda-Journalistenschule, sprach sich für eine engere Abstimmung zwischen Medienwirtschaft und den Universitäten aus. "Das Ausbildungsangebot und die Nachfrage gehen vielfach noch nicht zusammen" bemängelte Rosenberger. "Dem dramatischen Wandel des Berufsbildes muß in der Ausbildung Rechnung getragen werden", ergänzte BR-Hörfunkdirektor Dr. Thomas Gruber.

"Nur ein gut ausgebildeter Journalist ist ein guter Journalist", stellte Dr. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des Bayerischen Journalistenverbandes fest. Stöckel wies vor allem auf den Bereich der journalistischen Ethik hin. "Man muß Menschen ausbilden, die mit Menschen umgehen können, nicht nur mit Maschinen". Daß ethische Maßstäbe der täglichen journalistischen Arbeit nutzen, hob SZ-Reporter Peter Sartorius hervor: "Durch Wahrhaftigkeit im Umgang mit den Menschen gewinnt auch das journalistische Ergebnis".