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Ring: Breite gesellschaftspolitische Debatte über Psycho-Shows notwendig

04.02.2000 | 4 / 2000

Der Präsident der bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, hat auf die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftspolitischen Debatte über Psycho-Shows nach dem Muster der geplanten RTL-2-Sendung "Big Brother" hingewiesen.

Im Rahmen der ersten Verleihung des Medienpreises der bayerischen Arbeiterwohlfahrt in der BLM kritisierte Ring die "immer rücksichtslosere Kommerzialisierung von Menschen in den Medien und durch die Medien", die bei "Big Brother" zu beobachten sei. Gleichzeitig warnte er aber vor übereilten ordnungspolitischen Maßnahmen. "Die Presse- und Rundfunkfreiheit gibt hier dem Staat und den gesetzlich legitimierten Aufsichtsinstanzen zu Recht hohe Hürden vor".

Ring, der auch den Vorsitz der Gemeinsamen Stelle Jugendschutz und Programm der Landesmedienanstalten inne hat, bezeichnete Sendungen wie "Big Brother" als "Resultate eines sich verändernden, gesellschaftlichen Wertesystems". Jeder Versuch, "diesen Prozess allein mit ordnungspolitischen Mitteln zu steuern", werde in eine Sackgasse führen. "Drohungen mit ordnungspolitischen Sanktionen sind wichtig", sagte Ring, "ebenso der Einsatz der ordnungspolitischen Instrumente der Landesmendienanstalten wie z.B. die Verhängung von Bußgeldern". Dies könne jedoch eine notwendige gesellschaftspolitische Diskussion nicht ersetzen. Dass man mit dem Druck einer breiten öffentlichen Debatte einiges erreichen könne, habe sich am Beispiel der Nachmittagstalkshows gezeigt.