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Forum Medienpädagogik legt Bericht für 1999 vor

06.04.2000 | 26 / 2000

Medienkompetenz durch medienpädagogische Projekte zu fördern und eine Plattform für die gesellschaftliche Debatte über dieses Thema zu schaffen, sind die Ziele des 1994 gegründeten Forums Medienpädagogik. Dem Forum gehören Mitglieder des Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Experten verschiedener Institutionen an, die seit 1998 regelmäßig einen Jahresbericht über ihre Aktivitäten vorlegen. Seit 1999 gehören dem Forum auch 12 Rundfunkräte des Bayerischen Rundfunks an.

Der Jahresbericht für 1999 wurde in der Medienratssitzung am 6. April 2000 vorgestellt. Demnach trafen sich die Mitglieder des Forums Medienpädagogik 1999 zu insgesamt drei Sitzungen. Im Vordergrund der Diskussionen stand die Vernetzung medienpädagogischer Aktivitäten und der gegenseitige Informationsaustausch.

Verschiedene Experten präsentierten dem Forum konkrete medienpädagogische Projekte: So stellte Thomas Schmid von der LPR Rheinland-Pfalz den Baukasten "Kinder und Werbung" vor, an dem die Landesmedienanstalten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligt sind. Kinder können sich mit Hilfe des Baukastens die Werbewelt spielerisch und reflektiv erschliessen. - Ursula von Zallinger, die seit 1991 den Prix Jeunesse leitet, stellte dessen Arbeit vor. Der Prix Jeunesse wurde 1964 gegründet und ist mittlerweile ein weltweit ausgerichtetes Festival des Kinder- und Jugendfilms. - Dr. Fred Schell vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) berichtete von der aktuellen Abschlussveranstaltung des Projekts "In eigener Regie". Demnach wurden 1998 11 Video- und 13 Audiogruppen konkret gefördert und betreut. - Günter Anfang, ebenfalls vom JFF, stellte die medienpädagogische Arbeit der bayerischen Aus- und Fortbildungskanäle (AFK) vor. Seit 1996 sind in diesem Zusammenhang in den AFK-Kanälen in Nürnberg und München ca. 1000 Beiträge mit insgesamt 1500 Sendeminuten unter dem Motto "Von Jugendlichen für Jugendliche" entstanden. - Hans-Jürgen Palme, geschäftsführender Vorstand von "SIN-Studio im Netz e.V." stellte einige Projekte des 1996 gegründeten Vereins vor, der den Bereich Kinder, Jugendliche und Multimedia zum Schwerpunkt hat.

Zu den wichtigsten medienpädagogischen Projekten der BLM gehört die Programmberatung für Eltern, die den "FLIMMO" als Broschüre und Online-Angebot herausgibt. Der "FLIMMO" enthält vor allem Bewertungen von Fernsehsendungen, die Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gerne sehen sowie Beiträge zu medienpädagogischen Themen. 1999 sind drei Ausgaben des FLIMMO's erschienen. Wie angekündigt, wurde 1999 das Layout überarbeitet, was auch an der Titelgestaltung deutlich wird. Ziel war es, dem FLIMMO mehr Zeitschriftencharakter zu verleihen. So wurden die redaktionellen Seiten ausgeweitet und an den Anfang der Broschüre gestellt. Ein Leitartikel beschäftigt sich auf mehreren Seiten intensiv mit einem medienpädagogischen Thema. Neu ist die Rubrik "Fernsehen ohne uns", die auf Formate hinweist, die für Kinder nicht relevant sind und deshalb im FLIMMO nicht besprochen werden. Neu ist auch eine Seite für den Kinderkanal, auf der ausgewählte, neue oder außergewöhnliche Sendungen des Kinderkanals besprochen werden. Komplett ausgewertet und in die drei Rubriken des Registerteils aufgenommen wird seit Januar 1999 das Programm von SuperRTL. Entsprechend hat auch der Registerteil an Umfang gewonnen. Eine weitere Neuigkeit ist eine Vereinsseite, die über Veranstaltungen, Projekte und Publikationen der Vereinsmitglieder informieren soll.

Die Zahl der über pädagogische Einrichtungen verteilten FLIMMO's steigt stetig an.

In Kooperation mit dem JFF veranstaltet die BLM seit 1989 das Projekt "In eigener Regie", ein Angebot aktiver Medienarbeit. Jugendgruppen in ganz Bayern bekommen die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung ihre ganz persönlichen Video- oder Hörfunkideen in die Praxis umzusetzen. Die Ergebnisse eines Förderzeitraums werden jeweils in einer anderen bayerischen Stadt präsentiert und diskutiert. 1999 fand diese Veranstaltung in Rosenheim statt. Ein Teil der entstandenen Produktionen wird in den Aus- und Fortbildungskanälen ausgestrahlt.

Im Rahmen einer bisher einmaligen Aktion der BLM mit den Fernsehanbietern Kabel 1 und ProSieben ist 1998 begonnen worden, medienpädagogische Spots zu konzipieren und zu produzieren. Am 13. Dezember 1999, dem internationalen "Kinderfernsehtag", wurde der erste von vier Spots zur Fernseherziehung gestartet, für deren Produktion die BLM insgesamt 150.000 DM zur Verfügung gestellt hat. 1999 entstanden die drei weiteren Spots und wurden abwechselnd ausgestrahlt. Die beiden Sender produzierten die Spots und stellten bisher Sendeplätze im Wert von ca. zwei Millionen DM zur Verfügung. Die Spots wurden weiterhin mehreren regionalen Fernsehanbietern zur Ausstrahlung überlassen.

Im Rahmen des BLM-Rundfunkkongresses veranstaltete die BLM im Oktober 1999 die fünfte Fachtagung des Forums Medienpädagogik in Kooperation mit dem Bayerischen Landesjugendamt. Unter dem Motto "Fernsehhelden - Vorbilder, Abbilder, Zerrbilder" wurde der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit ihren TV-Helden in den Mittelpunkt gestellt. Teil der Fachtagung war ein Screening, bei dem die Bausteine aus den AV-Materialien zur Fernsehrezeption von Kindern, einem Gemeinschaftsprojekt der BLM und der Aktion Jugendschutz (aj), präsentiert wurden. Die Fachtagung stieß auch dieses Mal auf großes Interesse. Insgesamt nahmen über 200 Vertreter aus dem Kreis der Rundfunkveranstalter, von medienpädagogischen Institutionen und Jugendschutzeinrichtungen sowie aus der Fachpresse daran teil.

Neben der Durchführung eigener Projekte und Studien förderte die BLM das Informationssystem Medienpädagogik, eine literaturpädagogische Datenbank, den "Prix-Jeunesse" und das Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" in Gera.