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Vom Fernsehmacher zum Content-Lieferanten - Internet-TV als neue Perspektive für das Lokalfernsehen

24.05.2000 | L7 / 2000

Welchen Aufwand rechtfertigen die neuen Zielgruppen im weltweiten Netz? Für lokale Fernsehanbieter eröffnen sich mit Internet-TV neue interessante Perspektiven, so das Fazit der Podiumsteilnehmer, die auf den BLM-Lokalrundfunktagen beim Workshop "www.lokalfernsehen.de" über die Chancen von Lokal-TV-Programmen im Netz diskutierten. Ein Programm, das vom Server kommt, kann via Internet weltweit Zuschauer erreichen und bietet obendrein wahlfreien Zugriff auf schier endlose Inhalte. Ob andererseits auf den Fidschi-Inseln Interesse an Bildern von einer bayerischen Bürgermeisterwahl besteht, ist durchaus eine berechtigte Frage. Zwar werden im Ausland über Internet-TV zweifellos Meinungsführer mit Interesse an der Region erreicht, doch vermarkten lassen sich diese Zielgruppen derzeit nicht.

Mit dem Satz "Unsere Bilder bewegen" stellte Christian Stärkle von der Schweizer Tele Tell (www.teletell.ch), Luzern, das Angebot seines Unternehmens vor. Die TeleTell, die sich vom Teletext-Dienst zum regionalen TV-Anbieter wandelte, sieht sich zeitgemäß als "Content-Lieferant von Bewegtbildern". Für Millionen-Reichweiten taugt das Rechnernetz indes heute noch nicht. Zu begrenzt sind die Bandbreiten in den Haushalten und bezahlbare Server-Kapazitäten.
Der Königsweg ist derzeit offenbar eine Mischlösung, die Ergänzung des regionalen On Air-Programms um eine Website mit Möglichkeit zum Bewegtbild-Abruf. Einen solchen Service bietet der Regional-Sender Oberfranken-TV. Peter Jakob, kaufmännischer Leiter des Senders, sieht darin eine sinnvolle Weiterentwicklung des Contents zugunsten einer verlängerten Verwertungskette. Bernd Kaiser vom Partner media online bezifferte die Reichweite des Oberfranken Web-TVs (www.tvo.de) auf 12.000 Zuschauer im Monat, denen allerdings hohe Kosten für Transfervolumina von mehreren hundert GigaByte im Monat gegenüberstehen.

Einen anderen Weg geht Alain Delavigne von Ma Télé aus Limoges in Frankreich. Das Programm ("Reportages, Actualités, Evénements régionales") liefern zum Großteil ambitionierte Zuschauer) läuft auf einer Web-TV-Plattform, die mit vier Rechnern und 400.000 Mark Budget im Jahr auskommt. Das Angebot ist nicht gewinnorientiert, Ziel ist die Verbreitung von Technologie und Information in ländlichen Gebieten.

Weitere typische, aber nicht minder gelungene Beispiele für Lokal-TV im Internet lieferten Karl Weihberger von der Franken Funk und Fernsehen GmbH und Jörg van Hooven von tv.münchen, das die Münchener Lokalnachrichten als Internet-Videostream verbreitet.

Rückfragen:
Bis 24. Mai: Tel. 0911 / 8606638
Ab 25. Mai: Tel. 089 / 63808318