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Neue Wege zum Hörer - Lokalrundfunktage präsentieren aktuelle Trends bei Hörfunkformaten

25.05.2000 | L9 / 2000

Viele neue Wege führen zum Hörer - über ausgetretene Pfade gelangen Radiosender indes nicht selten ins Quotentief. Einige dieser neuen Wege präsentierten die diesjährigen Lokalrundfunktage im CongressCenter der Nürnberger Messe. In dem Workshop "Aircheck - Programmtrends und neue Formate im Hörfunk" schilderten Radiomacher ihre Erfahrungen mit neuen Programmformaten.

"Voll im Trend" liegt für den Nürnberger Radiomacher Michael Lein die Zielgruppe der über 40-Jährigen. Gerade im Hörfunk, der sich vorwiegend an jugendlichen Zielgruppen orientiert, böte die Altersgruppe 40+ ein großes Potenzial, so der Programmkoordinator von Radio F. In 30 Jahren werde fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 50 Jahre alt sein, ein Drittel gar älter als 60. Auf diese demographische Entwicklung müssen Medien wie auch die werbetreibende Wirtschaft reagieren, mahnte Lein. Entscheidend sei, diese Zielgruppe in ihrem Selbstverständnis als junggebliebene, aktive Menschen anzusprechen

Einen anderen aktuellen Trend sollte sich nach Meinung von investorworld-Chefredakteur Volker Meinel der Hörfunk stärker zu Nutze machen: "Die Börsenberichterstattung ist noch ausbau- und verbesserungsfähig", so der Wirtschaftsjournalist. Der Börsenboom werde trotz der aktuellen Turbulenzen am Aktienmarkt anhalten, prophezeite Meinel, dessen Magazin wöchentlich eine Stunde "Investor-Radio" für Klassik Radio zuliefert. Mit Anlage-Tipps sollte der Servicecharakter von Börsensendungen gewährleistet werden, empfahl Meinel.

Nach wie vor im Trend sind lokale Informationen und Prominente. So hat sich Radio Stella in Helsingborg mit konsequenter lokaler Positionierung als einer der erfolgreichsten Privatsender im jungen schwedischen Radiomarkt etabliert, berichtete Programmdirektor Niklas Nordén. Basis der Lokalkompetenz ist ein Joint-venture mit der örtlichen Tageszeitung, dessen Verlagshaus auch 50% -Gesellschafter von Radio Stella ist. Programmformate rund um Mooshammer, Beckenbauer und Co empfahl Dieter Strehle von FM Radio Network. "Personality ist der zweitwichtigste Faktor nach der Musikpositionierung", meinte Strehle.

Neue Wege beschreiten auch die Vertreter der bayerischen Digital Radio-Sender. Zum Hörer führen diese jedoch mangels Reichweite und Verbreitung der DAB-Technik bislang nicht. "Die Geräteindustrie muss endlich mit vernünftigen Preisen aus den Startlöchern kommen", forderte Detlef Kapfinger vom landesweiten Jugendradio Radio Galaxy. Die Regensburger setzen mit Musikfarben von House bis Hip-hop auf Trendsetter von 14 bis 24. Gerade wegen der schwierigen Digital Radio-Situation seien neue Formate der einzige Weg, um Hörer zu gewinnen, ist Peter Bertelshofer von Classic Rock Be4 aus München überzeugt. Ungewöhnliche Marketing-Wege geht Oliver Dietrich von Smart Radio: Der Augsburger Digitalsender kooperiert mit Gaststätten, Clubs und Geschäften, in denen rund um die Uhr Smart Radio zu hören ist.