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Anforderungen für ein "Silicon Bavaria" - Verleger Dr. Hubert Burda fordert rasches Reagieren auf die New Economy. BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring warnt vor europäischem Zentralismus

14.07.2000 | 32 / 2000

Der Verleger Dr. Hubert Burda hat an Politik und Ausbildungsinstitutionen appelliert, schnell auf die Herausforderungen der New Economy und der neuen Medien zu reagieren. Vor rund 130 Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft unterstrich Burda am Donnerstag, den 13. Juli 2000, bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsbeirats der Union die Bedeutung Bayerns als einen der weltweit führenden IT-Standorte.

Burda hob in seiner Rede in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien drei Schwerpunkte zukünftigen Handelns hervor: Aus- und Fortbildungsstätten wie Universitäten hätten auf die Veränderungen durch die New Economy schnell zu reagieren, sagte der Verleger, der sich als Vorsitzender des Internetbeirats der Staatsregierung sowie als Vorsitzender des Beirats der Agentur für Medien, Informations- und Kommunikationstechnologie BayernMIT, für die Zukunft des Standorts Bayern engagiert. Außerdem müßten die zahlreichen bürokratischen Hemmnisse für Unternehmensgründungen zügig abgebaut werden. Abschließend forderte Burda, den neuen Unternehmen eine attraktive Infrastruktur und geeignete Räumlichkeiten bereit zu stellen. Erst das kreative und anregende Umfeld biete die Voraussetzung für ein "Silicon Bavaria".

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, warnte in seinem Grußwort vor den Plänen der EU-Kommission, die Medienregulierung in Brüssel zu zentralisieren. "Wir drohen in eine Situation zu kommen, in der wir die Entwicklung von zentralen Schlüsseltechnologien nicht mehr mitsteuern können", sagte Ring. Insbesondere der am Mittwoch von der EU-Kommission verabschiedete neue "europäische Rechtsrahmen für die Kommunikationsinfrastrukturen und zugehörige Dienste" sei zentralistisch und praxisfern. Die Brüsseler Vorgabe, eine nationale Regulierungsbehörde zu bestimmen, bezeichnete der BLM-Präsident als verfassungsrechtlich und demokratiepolitisch bedenklich. Dennoch sei es "in den Zeiten der Globalisierung zunehmend wichtig", auch im Bereich der Medienregulierung "gemeinsame Standards zu finden und international durchzusetzen". Gerade im Internet- und Multimedia-Bereich komme der Selbstkontrolle der Branche hier eine wichtige Bedeutung zu. Ein System der Selbstkontrolle, so Ring, müsse jedoch auch ordnungspolitsch abgesichert werden.