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Neue Marktmodelle im Kabel eröffnen Chancen für alle Anbieter

07.09.2000 | 42 / 2000

Eine Studie zum Thema "Kabelfernsehmarkt im Umbruch - Strukturreformen und neue Geschäftsmodelle" haben die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), München, und die ANGA Verband Privater Kabelnetzbetreiber, Bonn, heute veröffentlicht. Die von der Prognos AG durchgeführte Untersuchung beschäftigt sich mit der aktuellen Situation im Kabel und bietet Lösungsansätze, wie die für einen Ausbau der Kabelnetze notwendigen Ausbauinvestitionen finanziert werden können.

Dabei kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass neue Marktmodelle eingeführt werden müssen, die die gezielte Vermarktung von Programm- und Dienstangeboten durch die Kabelnetzbetreiber an die Endkunden ermöglichen. "Vor dem Hintergrund, dass eine reine Werbefinanzierung von neuen Programm- und Diensteangeboten in einem eng besetzten Markt künftig immer schwieriger wird, eröffnen neue Marktmodelle auch neue Chancen für Anbieter durch den Aufbau eines Erlösmixes aus Werbung und Angebots-/ Kabelentgelten. Durch die Integration von Portalfunktionen und E-Commerce-Elementen können zudem neue Erlöspotentiale in den Bereichen Kundenvermittlung und Handel erschlossen werden, z.B. durch Provisionszahlungen oder Umsatzbeteiligungen", so einer der Kernsätze der Untersuchung.

Der Medienpolitik bescheinigt die Prognos AG, mit dem Vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrag auf dem richtigen Weg zu sein. Bei der derzeitigen Entwicklungsphase im Kabelfernsehmarkt solle die Politik eine fördernde und moderierende Rolle übernehmen. "Mit der neuen Regelung im 4. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, nach der die Netzbetreiber im digitalen Bereich die Belegung von zwei Dritteln der Kapazitäten nach gewissen Vorgaben selbst bestimmen können, hat die Medienpolitik einen wichtigen Schritt zur Marktöffnung des Kabels getan. Nun sind die unmittelbaren Marktteilnehmer gefordert, die enormen wirtschaftlichen Chancen, die das Kabel beinhaltet, zu nutzen.", so BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring.

"Die Studie zeigt interessante Perspektiven auf", begrüßt auch Thomas Braun, Präsident der ANGA, das Ergebnis. "Vor allem der Blick ins Ausland macht deutlich, das der deutsche Markt für neue Geschäftsmodelle noch viel Entwicklungsspielraum bietet."

Die jetzt vorliegende Studie wurde im Frühjahr 1999 konzipiert, erste Ergebnisse daraus auf den Medientagen München 1999 vorgestellt. Die nun vorliegende Fassung setzt mit neuen Geschäftsmodellen einen zusätzlichen Schwerpunkt. Die Untersuchung kann zum Preis von 29,00 DM über die ANGA und den Reinhard Fischer Verlag bezogen werden.