Cookie Hinweis

Archiv / Suche:

Zurück zur vorherigen Seite

Medienrat verabschiedet Resolution zu Psychoformaten

22.03.2001 | 23 / 2001

Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat sich in seiner Sitzung am 22. März 2001 mit der Entwicklung der sogenannten Psychoformate im Fernsehen auseinandergesetzt und dazu folgende Resolution verabschiedet:

Der private Rundfunk hat sich über viele Jahre hinweg erfolgreich etabliert und in einigen Teilbereichen wie Informationsprogrammen, Comedyschienen, Show- und Quizformaten sogar eine Vorreiterrolle übernehmen können.

In einigen anderen Bereichen ist die Entwicklung weniger positiv verlaufen. Dies zeigte sich insbesondere in der öffentlichen Debatte um die nachmittäglichen Talkshows. Im Zusammenwirken der Landesmedienanstalten mit den Programmverantwortlichen ist es zumindest gelungen, diese Problematik zu entschärfen.

Der Medienrat der BLM ist der Auffassung, dass die privaten Veranstalter mit der Ausstrahlung der sogenannten Psychoformate erneut einen Imageverlust riskieren.

"Big Brother 3", "Girlscamp", "House of Love" sowie weitere geplante Sendungen spiegeln eine bedenkliche Veränderung gesellschaftlicher Normen und Werte wider oder tragen zu einer solchen Veränderung möglicherweise bei. Dies erscheint vor allem im Hinblick auf jugendliche Zuschauer, denen in derartigen Shows Orientierungsmöglichkeiten angeboten werden, problematisch.

Besonders negativ wird die ständige Verschärfung der Regeln und die wachsende Tendenz zur Sexualisierung dieser Formate bewertet. Vor allem das hierdurch verbreitete Frauenbild hält der Medienrat für äußerst problematisch.

Der Medienrat der BLM missbilligt die beschriebene Entwicklung und appelliert an die Gesellschafter, Veranstalter, Anbieter und Macher der betreffenden Programme sowie die Werbetreibenden, ihre Verantwortung ernster als bisher zu nehmen.

Der Medienrat schlägt vor, die Entwicklung der Psychoformate im Rahmen der Stabilisierung und Neuorientierung der Freiweilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) zum Thema zu machen und in Zusammenarbeit mit den Landesmedienanstalten Kriterien und Leitlinien zu entwickeln.

Schließlich gibt der Medienrat der Hoffnung Ausdruck, dass die Ankündigung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, Psychoformate zu produzieren, nicht umgesetzt wird.