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Aktuelle Presseberichte zu DAB undifferenziert

17.04.2001 | 29 / 2001

In aktuellen Presseberichten wird die Einführung des neuen Hörfunkstandards Eureka147/DAB sowie dessen Erfolgsaussichten in Deutschland in kritischer und zum Teil undifferenzierter Weise kommentiert. So wird unter anderem der Eindruck erweckt, dass bereits 258 Mio. DM aus Rundfunkgebühren für die DAB-Einführung aufgewendet wurden und alternative Technologien wie Astra-Digital-Radio (ADR) oder der neue Mobiltelefonstandard UMTS die DAB-Einführung überholen könnten. Weiter wird behauptet, die von der Landeszentrale 1997 beauftragte Prognos-Studie erwarte für das Jahr 2000 bereits 236 000 verkaufte DAB-Empfänger.

Dies entspricht nicht den Tatsachen. Vielmehr ging das Prognos-Gutachten davon aus, dass der DAB-Regelbetrieb bereits im Jahre 1997 in allen Bundesländern startet und rechnet von dieser Ausgangslage die Verkaufsaussichten von DAB-Empfängern hoch. Tatsächlich aber haben sich besonders die nördlichen Bundesländer erst im Jahre 1999 auf den Aufbau der Sendernetze einigen können. Damit wird auch deutlich, dass einige ARD-Anstalten von der entsprechenden Verwendung der Rundfunkgebühren in dem erwähnten Umfang weit entfernt sind. Unzutreffend sind ferner die Hinweise auf ADR oder UMTS als Alternativtechnologien. Während ADR ausschließlich stationär mit Antennenschüssel empfangbar ist und damit seit Jahren das vergleichsweise kleine Segment der Satellitenhörfunknutzung abdeckt, wird das UMTS-Mobiltelefonnetz weder technisch noch wirtschaftlich in der Lage sein, Massenkommunikationsdienste sinnvoll zu erbringen. Derzeit gehen die UMTS-Netzbetreiber davon aus, dass der Verbraucher für das Herunterladen eines Musikstückes rund 1,- DM Netzgebühren pro Minute zu zahlen haben wird.

In Bayern ist DAB seit 1999 im Regelbetrieb. Im planmässigen DAB-Netzausbau bestätigen sich die erheblichen Kostenvorteile der Hörfunkverbreitung über DAB im Vergleich zu den UKW-Kosten. Die Landeszentrale hat eine Vielzahl neuer DAB-Hörfunkprogramme zur lokalen und landesweiten Verbreitung genehmigt, die auch in die Breitbandkabelanlagen eingespeist werden. Besonders die DAB-Programme "Rock Antenne" und "Radio Galaxy" haben über Bayern hinaus hohe Beachtung gefunden. Diese bunte Vielfalt neuer Programme belegt den unmittelbaren Mehrwert von DAB durch die Bereicherung des Hörfunkangebotes für den Bürger.

Die Industrie hat schon zum Frühjahr die Palette der DAB-Empfänger vor allem im Car-Audio-Bereich erweitert. Bei DAB-Heimreceivern und kleinsten tragbaren Empfängern wird zur diesjährigen Internationalen Funkausstellung eine Weichenstellung erwartet. Unsicherheiten über das DAB-Engagement einiger ARD-Anstalten, obwohl diese seit Jahren Mittel aus der Rundfunkgebühr für die DAB-Einführung erhalten, führten bisher allerdings zu zurückhaltenden Absatzerwartungen der Industrie. Damit bleiben die Preise der Empfänger oberhalb einer Grössenordnung, die für eine Massenverbreitung nötig und technisch bei entsprechenden Stückzahlen möglich ist. Informationen über das aktuelle Empfängerangebot sind über die Bayerische Medien Technik (BMT), eine gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk gehaltene Tochtergesellschaft der Landeszentrale, erhältlich.

Während sich in Bayern die Zusammenarbeit zwischen Landeszentrale und Bayerischem Rundfunk (BR) in der DAB-Einführung äußerst konstruktiv gestaltet, stehen im Gegensatz dazu in einigen Bundesländern die Einzelinteressen offenbar im Vordergrund. Anders als der technisch innovative BR setzen einige ARD-Anstalten die für die DAB-Einführung bereitgestellten Rundfunkgebühren nicht ein, verzögern damit die Entwicklung und steigern so die Anlaufkosten für private und öffentlich-rechtliche DAB-Hörfunkprogramme. Dazu BLM-Präsident Prof. Ring: "Mit dem DAB-Anteil an den Rundfunkgebühren sind alle ARD-Anstalten in der Pflicht, die Einführung konsequent voranzutreiben und die neue Technik schnellstmöglich zur Kosteneinsparung und Leistungsverbesserung für den Bürger einzusetzen."