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Forum Medienpädagogik legt Bericht für das Jahr 2000 vor

31.05.2001 | 40 / 2001

Medienkompetenz durch medienpädagogische Projekte zu fördern und eine Plattform für die gesellschaftliche Debatte über dieses Thema zu schaffen, sind Ziele des 1994 unter dem Vorsitz des Präsidenten der BLM, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring gegründeten Forums Medienpädagogik. Das Forum bestand im Jahr 2000 aus 20 Medienräten, 12 Rundfunkräten des Bayerischen Rundfunks und neun externen Fachleuten aus dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit, dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF), der Aktion Jugendschutz (aj), dem Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk (IZI), dem Landesmediendienst Bayern e.V., dem Staatsinstitut für Frühpädagogik, Kabel 1 und dem Prix Jeunesse.

Im Rahmen der Sitzungen wurden wie im Vorjahr in Verbindung mit Referaten oder aus aktuellem Anlass unterschiedliche Teilaspekte der Medienpädagogik von den Teilnehmern des Forums behandelt sowie regelmäßig externe Fachleute eingeladen, die an den Diskussionen teilnahmen und Projekte oder Studien ihrer Institutionen vorstellten.

Die Vorstandsvorsitzende des Vereins Programmberatung für Eltern e.V., Verena Weigand, berichtete von dem erfreulichen Feedback auf die Broschüre Flimmo, die zwischen den Wünschen der Kinder an das Fernsehen und den Bedenken der Erziehenden gegenüber dem Fernsehen auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen moderiert. Die Projektleiterin des Flimmo, Dr. Helga Theunert, erläuterte Inhalt und Aufbau des Heftes und des dazugehörigen Online-Angebots. Der Flimmo, dessen zwölfte Ausgabe mittlerweile erschienen ist, hat seine Auflage von 100.000 Exemplaren mittlerweile mehr als verdreifacht.

Ursula von Zallinger vom PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL stellte die Arbeit des im Jahr 1964 gegründeten internationalen Fernsehfestivals für Kinder- und Jugendprogramme vor, das das Ziel verfolgt, speziell in Entwicklungsländern die Sensibilität für das Kinderfernsehen zu stärken. Kirsten Schneid referierte über eine geplante konzeptionelle Neuausrichtung des PRIX JEUNESSE.

Prof. Dr. Walter Müller vom Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Würzburg und Dr. Gerd Sommer vom Bayerischen Kultusministerium berichteten über die medienpädagogischen Aktivitäten im Rahmen der Lehrerausbildung an der Universität Würzburg und von Plänen, Medienpädagogik als Studienrichtung sowohl innerhalb der Diplompädagogik als auch des Magisterstudiengangs anzubieten.

Prof. Dr. Dieter Spanhel vom Lehrstuhl Pädagogik II der Universität Erlangen Nürnberg referierte über Medienpädagogik in der Lehrerausbildung als Basisqualifikation für Studierende aller Lehrämter sowie über die Begleitforschung zum Projekt "Schulen ans Netz". In diesem Zusammenhang stellte der Direktor der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, Ludwig Häring, die Arbeit der Akademie vor.

Dr. Hans Eirich vom Staatsinstitut für Frühpädagogik stellte in einer Sitzung des Forums die Ergebnisse des Forschungsprojektes "Medienpädagogik im Elementarbereich" vor. Dieses Projekt untersuchte einerseits die pädagogische Arbeit mit elektronischen Medien in Kindergärten und andererseits wurden Schulleiter und Lehrkräfte an den Fachakademien für Sozialpädagogik über den derzeitigen Stand des Medienpädagogikunterrichts im Rahmen der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern befragt.

Jo Graue von der Medienstelle Augsburg des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) stellte das Modellprojekt für Kindergärten "Kinder kriechen in die Röhre" vor, das 1991 entstanden ist. Darin lernen Kinder in spielerischer und kindgerechter Form den Fernseher als Ort für Aktionen kennen, und erfahren, wie Fernsehbilder entstehen und wie diese in das Fernsehgerät kommen.

Dr. Ernst Wagner vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Ulrich Schuster von der Landesarbeitsgemeinschaft Neue Medien (LAG) berichteten gemeinsam über das "Landesfestival Neue Medien" und den damit verknüpften "crossmedia Wettbewerb". Wettbewerb und Festival sind ein Projekt der Stiftung Bildungspakt Bayern, das auch von der BLM gefördert wird.

Als Vertreterin der Aktion Jugendschutz Bayern (aj) stellte Elisabeth Ziesel das Projekt "Eltern Talk" vor, das derzeit von der aj entwickelt wird. Über das Projekt soll ein moderierter, informeller Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen Eltern zu Belangen des Medienumgangs stattfinden.

Das Forum Medienpädagogik begleitet auch die medienpädagogische Arbeit der BLM. In diesem Zusammenhang wurden die Mitglieder u.a. über den Ablauf des Projekts "In eigener Regie" in den Jahren 2000 und 2001 unterrichtet, in dem Jugendliche seit zehn Jahren eigene Audio- und Videoprojekte verwirklichen können. Stefan Sutor von der BLM informierte die Teilnehmer des Forums über die Tagung "Webcast://Radio/Experimente/Kunst - Internet als Experimentierfeld für Schul- und Jugend-Radiogruppen", die von der BLM und dem Kulturreferat der Stadt München in Kooperation mit SIN (Studio im Netz) e.V. veranstaltet wurde. Die Veranstaltung stellte verschiedene Internet-Projekte, vom Schulradio bis zur experimentellen Audio-Kunstszene vor.

Im Rahmen der Medientage München hat die Landeszentrale am 8. November 2000 die sechste Fachtagung des Forums Medienpädagogik unter dem Motto "Medienkompetenz in Bayern - Einsichten und Aussichten medienpädagogischer Arbeit" veranstaltet. Ziel der Veranstaltung war eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten und die Neuausrichtung künftiger Initiativen. Die Veranstaltung stieß auch dieses Mal wieder auf großes Interesse. Über 200 Vertreter aus dem Kreis der Rundfunkveranstalter, von pädagogischen Instituten und Jugendschutzeinrichtungen, sowie aus der Fachpresse nahmen engagiert teil.