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Die "Augsburger Mediengespräche" finden am 28. Juni 2002 zum zweiten Mal statt. Thema der Veranstaltung: "Politik und Medien - Wer inszeniert wen?"

18.06.2002 | 34 / 02

Zum zweiten Mal veranstaltet die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit Unterstützung Augsburger Medienunternehmen und der Stadt Augsburg die "Augsburger Mediengespräche". Die Veranstaltung, die sich in diesem Jahr dem aktuellen Thema "Politik und Medien - wer inszeniert wen?" widmet, findet am 28. Juni 2002 von 18:30 bis 20:00 Uhr im Augsburger Rathaus statt.

Im Jahr der Bundestagswahl, in dem die Wähler zudem die ersten Fernsehduelle nach amerikanischem Vorbild zwischen dem Bundeskanzler und dem Herausforderer erleben werden, erhält die Frage nach dem Verhältnis zwischen den Medien und der Politik eine besondere Brisanz: Wer sitzt am längeren Hebel, die Journalisten oder die Politiker? Sind die Politiker von den Journalisten abhängig, weil diese darüber entscheiden welche Themen wann und auf welche Weise öffentlich gemacht werden? Muss man von einer Boulevardisierung oder gar "Kolonialisierung" des politischen Systems durch das Mediensystem sprechen, mit negativen Folgen für unsere Demokratie? Oder ist es umgekehrt so, dass vor allem in Wahlkampf-Zeiten die Medienberater und Spin Doctors die Inhalte vorgeben? Wird die politische Information und Kommunikation dadurch zu einem Mix aus Nachricht, Unterhaltung und Werbung; Politik und Politiker zu einem Produkt? Leben wir im Zeitalter der Mediokratie und des Politainment?

Diese und weitere Fragen werden von den Experten auf dem Podium diskutiert: Michael Spreng, langjähriger Chefredakteur der "Bild am Sonntag" ist Wahlkampfmanager des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber und in dieser Rolle u.a. für dessen Kommunikationsstrategie und Medienpräsenz verantwortlich. Eine ähnliche Rolle nimmt Dr. Fritz Goergen für die FDP und dessen Kandidaten Guido Westerwelle ein. Dr. Goergen ist auch der Urheber des "Projekts 18" der Liberalen. Michael Kronacher berät den Bundeskanzler und war bereits an dessen Wahlkämpfen in Niedersachsen als Berater beteiligt. Die Seite der Journalisten wird durch Giovanni Di Lorenzo repräsentiert, dem Chefredakteur der Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel". Der mehrfach ausgezeichnete Journalist moderiert seit 1989 u.a. auch die Fernseh-Talkshow "III nach 9". Die wissenschaftliche Perspektive wird Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger einbringen, einer der profiliertesten deutschen Kommunikationswissenschaftler, der seit vielen Jahren den Einfluss der Medien, speziell des Fernsehens, auf das Wahlverhalten untersucht. Moderiert wird die Veran-staltung von Anne Will, die, bevor sie im April 2001 die Moderation der ARD-Hauptnachrichtensendung "Tagesthemen" übernahm, bereits Sendungen wie den Polittalk "Mal ehrlich", das kritische Medienmagazin "Parlazzo" und die "Sportschau" moderiert hat.

Die "Augsburger Mediengespräche", wenden sich bewusst nicht an ein Fachpublikum, sondern wollen interessierten Mediennutzern einen Zugang zur Medienwelt und einen Blick hinter die Kulissen vermitteln. Die Veranstaltung wird unterstützt von den Augsburger Hörfunk- und Fernsehanbietern RT.1 Hitradio, Radio Fantasy, Radio Augsburg, TV Augsburg sowie der Stadt Augsburg.

Karten für die Veranstaltung gibt es ab sofort bei den Augsburger Hörfunk- und Fernsehsendern, den Vorverkaufsstellen der Augsburger Allgemeinen sowie bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Der Eintritt beträgt 6,- Euro.