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BLM-Präsident Ring: Lokale Komponente ist und bleibt Eigenart und Stärke des bayerischen Lokalfunk-Systems Zehnte Lokalrundfunktage in Nürnberg eröffnet

11.06.2002 | L1 / 02

Am heutigen Dienstag hat der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, die zehnten BLM-Lokalrundfunktage im CongressCenter der Nürnberger Messe eröffnet. Für die zweitägige Veranstaltung (11./12. Juni), in deren Mittelpunkt Programm- und Marketingthemen stehen, haben sich ca. 1.000 Teilnehmer angemeldet.

In seiner Eröffnungsrede betonte Ring, dass die Landeszentrale weiterhin an ihrem Lokalfunksystem festhalten werde: "Es ist natürlich, dass in Zeiten wirtschaftlicher Probleme über die Optimierung bestehender Konzepte und über neue Strukturen nachgedacht wird. Wir sollten jedoch nicht den Fehler machen im Hörfunk die lokale Struktur in Frage zu stellen. Die lokale Komponente ist zugleich Eigenart und Stärke des bayerischen Lokalfunk-Systems. Es sind die lokalen Inhalte, die die Lokalradios von Antenne Bayern und den Programmen des Bayerischen Rundfunks unterscheiden. Deswegen werden sie gehört, deswegen erreichen sie Marktanteile jenseits der 30 Prozent."

Hinsichtlich Digital Radio sprach Ring von einem "Silberstreif am Horizont". Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wolle weitere Frequenzen für Digital Radio freigeben. Darüber hinaus sei im Mai die Entscheidung gefallen, dass nun auch in den norddeutschen Bundesländern das DAB-Sendernetz zügig ausgebaut werden solle. Und es werde endlich ein Digital Radio-Empfänger in großen Elektronikmärkten angeboten, dessen Verkaufszahlen sehr positiv seien. Ring lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Engagement des Bayerischen Rundfunks, mit dem es bei Digital Radio eine gut funktionierende Zusammenarbeit gebe.

Bezüglich des Lokalfernsehens sprach Ring die Maßnahmen an, die nach den Vorgaben des Bayerischen Mediengesetzes von der Landeszentrale umgesetzt werden müssen, um eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Sender zu erreichen. "Es ist nachvollziehbar, dass diese Maßnahmen und die Konse-quenzen, die sich daraus ergeben, von vielen Anbietern kritisch gesehen werden.(...) Wie sie wissen enthält das Gesetz eine Überprüfungsklausel, die jedoch nur dann zum Tragen kommt, wenn der Politik deutlich gemacht wird, dass sämtliche im Gesetz verankerten Vorgaben umgesetzt wurden. Wenn nicht alles getan wird, um die gegebenen Möglichkeiten auch auszuloten, sehe ich keine Chance in der politischen Diskussion das Teilnehmerentgelt-System nachzubessern", so Ring.

Abschließend ging der BLM-Präsident auf das bayerische DVB-S-Pilotprojekt ein, durch das erstmals lokale Fernsehinhalte über einen digitalen Satelliten verbreitet werden. Das Projekt wird noch während der Lokalrundfunktage starten. Im Gegensatz zum Hörfunk habe das lokale Fernsehen ein Reichweitenproblem, da es lediglich 50 bis 70 Prozent der Haushalte in seinem jeweiligen Versorgungsgebiet erreiche. Durch das bayerische Pilotprojekt werde sich das jetzt ändern. Die lokalen Fernsehveranstalter würden zusätzlich Reichweite gewinnen und damit würde sich auch die wirtschaftliche Situation verbessern.

Auch der Nürnberger Oberbürgermeister, Dr. Ulrich Maly, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des lokalen Rundfunks: "Lokaler Hörfunk und lokales Fernsehen ist heute ein fester Bestandteil des Medienangebots. Die Beiträge haben den unschätzbaren Vorteil, über das unmittelbare Lebensumfeld des Zuschauers oder Hörers zu berichten. Gerade an Nachrichten aus der Nachbarschaft ist jeder ganz besonders interessiert. Die lokalen Medien können oft helfen, die Augen für Dinge zu öffnen, an denen man bisher achtlos vorbeigegangen ist.