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Lokalfernsehen in Ostbayern auch über Satellit empfangbar - Bayerische Landeszentrale für neue Medien und ostbayerische Lokalsender stellen Projekt in Regensburg vor

26.11.2002 | 66 / 2002

Seit Mitte Juni dieses Jahres können die Fernsehzuschauer in Ostbayern die fünf lokalen Fernsehprogramme, die in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz ausgestrahlt werden, auch über eine digitale Satellitenanlage empfangen. Die Programme von TVA, Regionalfernsehen Landshut, Donau TV Deggendorf, Oberpfalz TV und Tele Regional Passau werden seitdem unter dem gemeinsamen Programmnamen ONTV täglich zwischen 18.00 und 24.00 Uhr über ASTRA digital ausgestrahlt und können mit einer Parabolantenne empfangen werden. Bisher war der Empfang nur über Kabel und eingeschränkt terrestrisch über eine Hausantenne möglich. Dieses in Deutschland einmalige Projekt wurde am Dienstag, den 26. November, in der städtischen Galerie "Leerer Beutel" in Regensburg der Öffentlichkeit vorgestellt.

Initiiert und gefördert wird das Pilotprojekt von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), die in Bayern u.a. die privaten Hörfunk- und Fernsehsender genehmigt und kontrolliert. "Das Ziel dabei ist, die technische Reichweite von lokalen Fernsehprogrammen mittelfristig deutlich zu erhöhen und damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Sender zu verbessern. Dazu muss lokales Fernsehen auch in den Satelliten-Haushalten empfangbar sein, deren Anteil in Bayern bei mehr als 40 Prozent liegt", so Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Da die digitale Satellitenausstrahlung nicht gleichzeitig in ganz Bayern gestartet werden konnte, musste die BLM eine bestimmte Region auswählen. Dabei sei die Entscheidung schnell zugunsten von Ostbayern gefallen: "Einerseits weil wir in Niederbayern und der Oberpfalz fünf engagierte Lokalfernsehanbieter haben, zum anderen weil in dieser Region der Anteil der Satellitenhaushalte insgesamt besonders hoch ist", so Ring.

Der BLM-Präsident machte in seiner Begrüßung deutlich, welche Bedeutung die mittlerweile über 20 lokalen Fernsehsender in Bayern, sowohl als Faktor der lokalen Meinungs- und Willensbildung als auch als Wirtschaftsfaktor, haben: "Über 900.000 Personen schalten täglich in Bayern ein lokales Fernsehprogramm ein. Die Zufriedenheit mit den Programmen kann man an der Bewertung durch die Zuschauer ablesen: Über 80 Prozent bewerten ihr lokales Fernsehprogramm als aktuell, bürgernah, glaubwürdig, zuverlässig und sympathisch. Auch die regionalwirtschaftlichen Effekte können sich sehen lassen, denn bei den lokalen Fernsehsendern sind in den letzten Jahren über 700 qualifizierte Arbeitsplätze entstanden." Lokalradio und lokales Fernsehen gehörten zu den wichtigsten Innovationen seit der Einführung des privaten Rundfunks in Deutschland, so Ring weiter. "Für die Zukunft wird entscheidend sein, dass sich die lokalen elektronischen Medien auch in der digitalen Welt durchsetzen. Dabei will die Landeszentrale die lokalen Anbieter unterstützen. Angesichts der zunehmenden Informationsüberflutung wird die publizistische Leistung der lokalen Medien wichtiger denn je. Ich bin überzeugt, dass gerade im digitalen Zeitalter dem lokalen Fernsehen eine bedeutende Rolle zukommt."

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Landeszentrale stellten die beiden Geschäftsführer von ONTV, Thomas Neuhoff und Andreas Werner, das Pilotprojekt aus Sicht der Programmanbieter dar. Das Programmangebot der fünf ostbayerischen Lokalfernseh-Anbieter wird im Wechsel zwischen 18.00 und 24.00 Uhr über den Satelliten Astra digital 1 H ausgestrahlt. Es beginnt um 18.00 Uhr mit dem Programm von TVA, dem schließt sich um 18.30 Uhr das Programm von Oberpfalz TV an. Zwischen 19.00 und 19.15 Uhr wird ein Gemeinschaftsmagazin der fünf beteiligten Lokalstationen ausgestrahlt. Um 19.15 Uhr beginnt das Programm von Regionalfernsehen Landshut, dem folgt um 19.45 Uhr Tele Regional Passau und schließlich um 20.15 Uhr Donau TV Deggendorf. Um 20.45 Uhr wird das Gemeinschaftsmagazin wiederholt, bevor um 21.00 Uhr der Programmablauf mit TVA von vorn beginnt. Die beiden ONTV-Geschäftsführer wiesen in ihren Ausführungen darauf hin, dass derzeit zwar noch 90 Prozent der Satellitenhaushalte ihre Programme analog empfangen würden, dass sich dieses Verhältnis aber sehr rasch ändere. "Die digitale Satellitenausstrahlung ist für uns eine große Chance mittelfristig endlich die technischen Reichweiten zu erreichen, die für nationale Fernsehsender längst selbstverständlich sind. Damit sind wir mit unserem Angebot nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch konkurrenzfähig", so das Fazit von Thomas Neuhoff.

Friedrich-Karl Reichardt von der ASTRA-Marketing GmbH Deutschland, stellte in seinem Vortrag die Vorteile des Satellitenempfangs gegenüber anderen technischen Empfangsmöglichkeiten heraus: "Die geringen Vertriebskosten kommen dem Endverbraucher ebenso zugute wie ein kaum überbietbares Unterhaltungs- und Informationsangebot." ASTRA habe sich vom reinen Fernseh-Satellitenanbieter mittlerweile zum Anbieter von Rundfunk, Multimedia und Telekommunikation entwickelt und sei hinsichtlich der digitalen Satellitenausstrahlung ein wichtiger Motor für die Einführung des digitalen Fernsehens in Deutschland, so Reichardt.

Abschließend betonte der Pressesprecher der Handwerkskammer NiederbayernOberpfalz, Gerhard Heegen, die große Bedeutung des Lokalfernsehens für das regionale Handwerk: "Als sich die ersten regionalen Fernsehanstalten in Ostbayern etablierten, hat unsere Handwerkskammer sehr schnell die Chancen erkannt, die sich für das Handwerk und für die werbetreibende Wirtschaft mit diesem neuen Medium abzeichneten." Heegen forderte die Handwerksbetriebe auf, gerade jetzt in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten im regionalen Fernsehen zu werben: "Werbung braucht Kontinuität. Nur wer auch in schlechten Zeiten wirbt, hat die Chance, in besseren Zeiten mehr Rahm abzuschöpfen als andere", so Heegen. Ausdrücklich verwies Heegen auf das Handwerksmagazin, das bei den fünf ONTV-Sendern jeweils am letzten Sonntag eines Monats ausgestrahlt wird und jetzt durch die Satellitenausstrahlung nicht nur in ganz Ostbayern sondern in ganz Europa empfangbar sei. "Mit diesem Magazin gelingt, es das Image des Handwerks aufzupolieren, das Können unserer Handwerker an den Konsumenten zu bringen und die Zuschauer als Kunden zu aktivieren", unterstrich Heegen.