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20 Jahre abm – 20 Jahre einzigartige Medienarbeit mit und über behinderte Menschen

04.11.2004 | 68 / 2004

Am gestrigen Donnerstag feierte die "arbeitsgemeinschaft behinderung und medien e. v." (abm) ihr 20-jähriges Jubiläum in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Die enge Verbundenheit mit dieser Institution brachte BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring in seiner Begrüßung zum Ausdruck. Zahlreiche Filmeinspielungen spiegelten die breite Palette des Engagements der abm wieder. Ein Höhepunkt des Abends war der Talk zwischen Prof. Dr. Alfred Biolek und Dr. Peter Radtke, dem Geschäftsführer der abm, in dem insbesondere zu den Chancen behinderter Menschen und ihrer Präsenz in den Medien Stellung genommen wurde. Übereinstimmende Meinung war, dass erst die Medien eine aktive Auseinandersetzung einer breiten Öffentlichkeit mit dem Thema Behinderung ermöglichen, einem Thema, das immer noch von Vorurteilen geprägt ist. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte der blinde russische Pianist Oleg Akkuratov.
 
In allen Grußworten wurde auf die besondere Rolle der abm hingewiesen, wenn es um die Darstellung behinderter Menschen in den Medien geht: Zwei Jahrzehnte abm stehen für ein ungewöhnliches Fernsehprogramm, mit neuen Inhalten und veränderter Perspektive. Die Filme der abm beschäftigen sich spektakulär mit Menschen, die auf den ersten Blick nichts in der glitzernden Medienwelt zu suchen haben - Menschen mit Behinderungen. In den Beiträgen geht es um den Abbau von Vorurteilen und um echte Integration. Die abm ermöglicht Bewusstseinsschärfung, leistet Aufklärungsarbeit und regt zum aktiven Dialog mit den Betroffenen an. Konsequenterweise ist es nicht bei der reinen Fernsehproduktion geblieben. Schritt für Schritt weitete die abm ihre Medienarbeit kontinuierlich aus. Die Videothek für Hörgeschädigte, das Internationale Kurzfilmfestival "Wie wir leben" und das Projekt "Objektiv - Medien, Behinderung und Schule" runden heute die Aktivitäten der abm ab.
 
Aber es gab nicht nur Rückblicke und Einblicke. Auch Forderungen begleiten die abm auf ihrem Weg in die Zukunft. Insbesondere Sendeplätze auch in der Primetime sollten einer breiteren Öffentlichkeit die Auseinandersetzung mit Themen um die Behindertenproblematik ermöglichen. „Warum nicht einmal eine abm-Sendung statt Sabine Christiansen?“ meinte Prof. Biolek. Dann wird vielleicht eines Tages erreicht werden, worum sich die abm schon heute in einzigartiger Weise verdient macht: Die natürliche Integration der Behinderten­thematik und von Menschen mit Behinderungen in das tägliche Rundfunk­programm. Und sicher wird Dr. Radtke dann, wie ein Zukunfts­ausblick augen­zwinkernd in Aussicht stellte, im Jahr 2020 den Filmpreis der Berlinale, den Goldenen Bären für sein Lebenswerk erhalten.

Kontakt bei Rückfragen:
Dr. Wolfgang Flieger
Telefon (089) 638 08 - 313
E-Mail: wolfgang.flieger@blm.de