Cookie Hinweis

Archiv / Suche:

Zurück zur vorherigen Seite

Haie, Klimakatastrophen und Vulkane - BLM-Forum diskutiert Wissensprogramme im Fernsehen

30.09.2004 | 53 / 2004

Wissensprogramme im Fernsehen boomen. Mittlerweile gibt es über 60 Sendeplätze im deutschen Fernsehen, auf denen es um die Erklärung und Vermittlung von Alltagsphänomenen, um technische Probleme, um Natur oder um Geschichte geht.

Rund 50 Macher, Experten und Interessierte diskutierten auf Einladung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und dem Adolf Grimme Institut, ob mittlerweile das "Fernsehen als Lehrer" fungiert. Einigkeit herrschte bei den Teilnehmern darüber, dass das Fernsehen die Schule nicht ersetzen, sondern nur Anstöße für die Beschäftigung mit Wissenswertem liefern könne. Schon die sehr unterschiedlichen Formen der erfolgreichen Programme wie "Galileo" (ProSieben), "Quarks & Co" (WDR) oder "Clever! Die Show, die Wissen schafft" (SAT.1) zeige, dass Ansprüche und Absichten der Macher ausgesprochen unterschiedlich seien. Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Präsident der BLM, begrüßte, dass private wie öffentlich-rechtliche Sender einig seien in den Zielen, Wissen zu vermitteln und damit dem Zuschauerbedürfnis zu entsprechen.

Die Macher der Sendungen, wie etwa Hendrik Hey von "Welt der Wunder" (ProSieben) oder Monika Grebe von "Quarks & Co" (WDR) stimmten darüber ein, dass die Sendungen - bei aller Unterschiedlichkeit und aller Einwände gegen bestimmte vereinfachte Darstellungsformen - für die Fernsehzuschauer und nicht für Wissenschaftler gemacht werden. Das zeige sich auch am Erfolg der Sendungen, wie etwa am Beispiel von "Galileo" als erfolgreichstem Wissensprogramm zu sehen sei. Diese Sendung erreicht immerhin, gegen starke Konkurrenz am frühen Abend, durchschnittlich über eine Million Zuschauer, davon überproportional Jüngere. Um noch mehr junge Frauen vor den Bildschirm zu locken, müsse man laut Susanne Eggert vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in den Wissenschaftssendungen mehr soziale Themen bringen. Zukünftig, so Helmut Riedl von "nano" (3sat), werde es auch darum gehen müssen, noch zeitnäher auf aktuelle Fragen und dem damit verbundenen Wissensbedarf der Zuschauer zu reagieren.