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Lokalfernsehen zelebrieren

29.06.2004 | L4 / 2004

"Vollprogramm, Nachrichtenmagazin oder Mediendienst?" Dieser Frage nach der idealen Programmstruktur für die bayerischen lokalen Fernsehsender gingen die Teilnehmer des Workshops bei den Lokalrundfunktagen in Nürnberg nach. Noch, so leitete Moderatorin Bianca Bauer-Stadler die Runde ein, ist der bayerische Lokal-TV-Markt von unterschiedlichen Programm- und Finanzierungsstrategien geprägt.
Dass das Konzept des Schweizer Lokalfernsehsenders Tele Ostschweiz Erfolg hat, belegte Geschäftsleiter Peter Schwager in seinem Vortrag. Mit Beiträgen "aus der Region für die Region" und Moderationen in Mundart stellen er und seine 25 Mitarbeiter die Nähe zu den Zuschauern Tag für Tag unter Beweis. So kann es mitunter vorkommen, berichtete Schwager, dass der Sender noch vor der Polizei von seinem treuen Publikum über die neuesten Ereignisse informiert wird. Täglich von 18 bis 19 Uhr fasst das Team um Schwager Neuigkeiten aus den Bereichen Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur für die Region Ostschweiz zusammen. Bewährt haben sich hierbei besonders die stündlichen Wiederholungen am Abend, die bereits den öffentlich-rechtlichen Sender SFInfo zur Nachahmung animierten.
Als ausgesprochenes "Low-Cost-TV" bezeichnete der Geschäftsführer von Jena TV, Peter Mock, das Programm seines werbefinanzierten Fernsehsenders in der 100.000 Einwohner zählenden Stadt in Thüringen. "Wir ziehen uns auf das zurück, was wir machen können - und was nur wir machen können", erklärte Mock seine Strategie. Zusammen mit vier Redakteuren stellt er täglich "erfolgs- und redaktionsabhängig" zwischen 15 und 30 Minuten zusammen. Zukünftige Finanzierungsalternativen sieht Mock in der digitalisierten Fernsehwelt, die es den Sendern ermöglicht, individuell auf die Konsumenten zugeschnittene Werbung auf die Bildschirme zu spielen.

Hansgeorg Lichte, geschäftsführender Gesellschafter von CityInfo TV und von der Moderatorin als "Exot in der Fernsehlandschaft" begrüßt, berichtete von seinem Erfolgsmodell eines Münchner Lokalkanals, der fast ausschließlich junge Zuschauer anzieht. Ob eine neue Wohnung gesucht wird, die billigste Tankstelle in München oder das aktuelle Kinoprogramm: CityInfo bietet als Servicemagazin Informationen im Split-Screen-Modus für das Publikum "von den Alpen bis tief ins Erdinger Moos". Die Anpassungsfähigkeit der Ausgaben an die Einnahmen, erklärte Lichte, habe das neue TV-Konzept finanzierbar gemacht. "Unser Lokal-TV", so der Macher, "muss zur Marke gemacht und vor allem zelebriert werden, um den Mehrwert den Zuschauern nahezubringen."

Rückfragen: 29. bis 30. Juni 2004, Telefon: 0911 / 8606 - 4638