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Ostbayerische lokale Radiosender begleiten den EU-Beitritt Tschechiens mit zahlreichen Aktionen und Sonderprogrammen / Projekt wird aus EU-Mitteln und von der Landeszentrale gefördert

29.04.2004 | 28 / 2004

Die vier ostbayerischen lokalen Radiosender, Radio Euroherz (Hof), Radio Ramasuri (Amberg/Weiden), Radio Charivari Regensburg und Unser Radio Passau begleiten den EU-Beitritt Tschechiens ab 30. April mit zahlreichen Aktionen und Sonderprogrammen. Auch die Nachbarsender auf tschechischer Seite, Radio Faktor und Radio Eldorado (Budweis), Radio FM Plus (Pilsen) und Radio Egrensis (Eger) schließen sich diesem Projekt an und kooperieren mit den bayerischen Sendern.

Mit den Sonderprogrammen wollen die Sender verstärkt Aufklärung betreiben, welche Auswirkungen die EU-Erweiterung für Ostbayern und Böhmen haben wird, und welche Chancen und Herausforderungen sich dadurch ergeben. Gleichzeitig soll die Kommunikation zwischen den beiden Regionen verstärkt werden. Die Hörer auf beiden Seiten sollen mehr über ihre Nachbarn erfahren. Die Sender wollen damit einen Beitrag leisten zum gegenseitigen Verständnis und Zusammenwachsen.

Am 1. Mai werden die Sender ganztägig über die EU-Erweiterung und die im gesamten Grenzgebiet stattfindenden Veranstaltungen berichten. Dabei ist geplant, sich untereinander und mit den tschechischen Partnersendern in Live-Schaltungen auszutauschen. Jeder Sender wird sich in einer kulturellen deutsch-tschechischen Veranstaltung in seinem Sendegebiet als Mitveranstalter oder Partner besonders engagieren. Um die deutsch-tschechischen Kontakte zu fördern, organisieren die ostbayerischen Sender außerdem in jedem der Sendegebiete Nordic-Walking-Veranstaltungen oder ein Fußball-Turnier. Dabei werden bayerische und tschechische Sportvereine teilnehmen.

Insgesamt erstrecken sich die Sonderprogramme und Aktionen der ostbayerischen Sender über ein halbes Jahr. In diesem Zeitraum werden in Portraits zehn böhmische Städte vorgestellt; es wird über Grenzgänger und Unternehmen berichtet, die auf beiden Seiten der Grenze tätig sind; der böhmischen Küche werden zahlreiche Beiträge gewidmet, und nicht zuletzt wird es einen tschechischen Sprachkurs geben, der geläufige Wörter und Ausdrücke in radiogerechter und unterhaltsamer Weise vermitteln wird.

Dieses bisher einzigartige Radio-Projekt wird zu fünfzig Prozent aus Mitteln der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIA für den bayerisch-tschechischen Grenzraum gefördert, die vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie verwaltet werden. Der über die BLM gestellte Antrag wurde von der Bezirksregierung von Niederbayern bearbeitet und nach einem positiven Votum des Bayerisch-Tschechischen Lenkungsausschusses unter Vorsitz des Bayerischen Wirtschaftsministeriums Ende März 2004 bewilligt. Neben der Förderung aus EU-Mitteln hat die Landeszentrale ca. 15 Prozent der Produktionskosten zusätzlich aus Mitteln der Programmförderung übernommen. Die verbleibenden ca. 35 Prozent werden von den Sendern selbst zur Verfügung gestellt. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von 210.000 Euro.

Nach Auffassung des BLM-Präsidenten Prof. Ring kann dieses Projekt einen wichtigen Beitrag leisten, dass sich die Menschen in der Region näher kommen, und dass bestehende Vorurteile abgebaut werden. "Projekte dieser Art tragen dazu bei, dass nach und nach ein europäischer Kommunikationsraum entsteht, in dem Informationen und Ideen ausgetauscht werden. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung, um den europäischen Gedanken mit Leben zu erfüllen. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, in dieser Region nun bereits das zweite beispielhafte Projekt für eine grenzüberschreitende regionale Medienarbeit auf den Weg zu bringen."

Bereits Mitte Januar hatten fünf ostbayerische lokale Fernsehsender eine gemeinsame Magazin-Reihe mit dem Titel "Perspektive Europa - Wir überschreiten Grenzen" gestartet. In 25 jeweils halbstündigen Einzelsendungen werden Themen aufgegriffen, die für die Menschen diesseits und jenseits der Grenze wichtig sind und sie beschäftigen. Auch dieses Projekt wird von der Europäischen Union und der BLM gefördert.