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Medienrat beschließt Organisations- und Förderkonzept zur Einführung von DVB-T in Bayern

27.05.2004 | 37 / 2004

Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in seiner Sitzung am 27. Mai 2004 das Organisations- und Förderkonzept zur Einführung des terrestrischen digitalen Fernsehens (DVB-T) in Bayern beschlossen. Demnach stehen für private Anbieter an den vorgesehenen Standorten München und Nürnberg jeweils zwölf Kanäle zur Verfügung. An beiden Standorten werden jeweils die vier Programme der beiden Senderfamilien ProSiebenSat.1 Media AG (Sat.1 mit landesweiten Fensterprogramm, ProSieben, Kabel 1 und N24) und RTL (RTL mit lokalem Fenster, RTL 2, Super RTL und Vox) eingespeist sowie zusätzlich Eurosport und Tele 5. Während am Standort Nürnberg das lokale Programm Neue Welle Franken/TVN Fernsehbeteiligungsgesellschaft mbH einen eigenen Kanal erhält, wird am Standort München zusätzlich ein Mediendienst von Vodafone/contcast und ein Mediendienst von T-Systems ausgestrahlt. Die Belegung des zwölften Programmplatzes wurde nach dem Rückzug eines Bewerbers zunächst zurückgestellt. Insgesamt sind die privaten Anbieter mit einem vielfältigen Angebot bei der Einführung von DVB-T in Bayern vertreten.

Die Landeszentrale wird die Einführung von DVB-T in Bayern über einen Zeitraum von vier Jahren mit insgesamt 2,4 Mio. Euro fördern. Dabei entfallen 2,1 Mio. Euro auf technische Infrastrukturförderung sowie 300 Tsd. Euro auf Kommunikations- und Geschäftsstellenkosten.

Bezüglich der Förderung der technischen Infrastrukturkosten der privaten Anbieter wird die Landeszentrale ein Punktesystem einführen, durch das vor allem bayerische Anbieter und lokale Anbieter in besonderem Maße gefördert werden.

In München/Oberbayern können durch eine Abstrahlung der Programme vom Olympiaturm und vom Wendelstein über 4,6 Mio. Einwohner mit einer Dachantenne versorgt werden. Davon können voraussichtlich 1,9 Mio. Einwohner die DVB-T-Programme auch mit einer Zimmerantenne empfangen, 2,7 Mio. Einwohner mit einer Außenantenne. Am Standort Nürnberg werden die privaten Programme über den Fernsehmeldeturm Nürnberg ausgestrahlt. Damit werden 400 Tsd. Einwohner mit Zimmerantenne, 900 Tsd. Einwohner mit Außenantenne und bis zu 1,4 Mio. Einwohner mit Dachantenne erreicht.

Der Start für das digitale terrestrische Fernsehen in Bayern wird voraussichtlich im Mai 2005 erfolgen. Die technischen Vorbereitungsarbeiten für die Einführung des terrestrischen digitalen Fernsehens in Bayern wurden in den zurückliegenden zwei Jahren vom sog. Lenkungsausschuss geleistet, in dem die Bayerische Staatskanzlei, T-Systems, die BLM, der Bayerische Rundfunk und das ZDF und seit kurzem auch die privaten Anbieter vertreten sind. Als Projektbüro ist die Bayerische Medien Technik GmbH, eine gemeinsame Tochtergesellschaft der BLM und des BR, tätig.

Am morgigen Freitag wird in der Bayerischen Staatskanzlei die Vereinbarung über die Einführung von DVB-T in Bayern von der Landeszentrale, dem Bayerischen Rundfunk, dem ZDF und den privaten Anbietern unterzeichnet.