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Von "Circus-Stars" und "Lokal Heros" - Casting, Voting und Astroshows liegen im Trend

29.06.2004 | L7 / 2004

Wenn Bella auf einer Kuh im Zirkus Fliegenpilz reitet, Markus nach aufwändigem Casting seinen Lieblingssong auf dem Rosenheimer Stadtfest zum Besten gibt oder die Astro-Expertin einen Blick in die Zukunft wirft, folgen lokale TV-Sender mit diesen neuen Formaten einem Trend auf dem Fernsehmarkt. Die Zuschauer werden durch Voting per Telefon oder SMS erfolgreich eingebunden. Nennenswerte Zusatzeinnahmen erzielen lokale TV-Stationen dadurch noch nicht, aber das hohe Feedback der Zuschauer wäre Grund genug, diese Formate erneut einzusetzen, so das Fazit der Referenten des Workshops "Casting, Voting und Astroshows - Neue Formate mit Zuschauerinteraktion". Wie die Zuschauer mit ins Boot geholt werden können, erläuterte Willi Arsan, Reporter und Moderator bei tv.münchen, am Beispiel des Reality-Formats "Circus-Star 2004". "Wir ermöglichen unseren Kandidaten einen Traum, den der Zuschauer zuhause selbst gern erleben würde", so Arsan, der gemeinsam mit den sechs Kandidaten vier Wochen beim Zirkus Fliegenpilz verbrachte. Kandidaten und Zuschauer erlebten auf diese Weise hautnah den Alltag von Artisten. Die Identifikation des TV-Publikums mit dem Circus-Team sei von Tag zu Tag gewachsen, Besuche vor Ort wären nicht selten gewesen, berichtete Arsan. Mögliche Zusatzeinnahmen durch kostenpflichtige Abstimmungen per Telefon hätten jedoch nicht die primäre Rolle gespielt. Wichtiger sei die Lokalbindung gewesen, die sich auch in den guten Quoten gezeigt hätte. Weniger aufwändig in der Umsetzung sind die Astroshows, die sich Lokal-TV-Stationen komplett vorproduziert zuliefern lassen können. Entsprechenden Content produziert zum Beispiel Questico aus Berlin, deren Angebot Robin von Gemmingen, Director Business Development, präsentierte. Das Unternehmen kooperiert u.a. mit tv.münchen, tv.berlin und Hamburg 1 und liefert diesen Sendern zum Beispiel den Zukunftsblick zu, der Zuschauern die Möglichkeit zu kostenloser telefonischer Beratung bietet. Die Einnahmen werden im Revenue-Share-Modell mit den Sendern geteilt. Eine Kooperation, die für die Sender laut von Gemmingen folgende Vorteile bietet: redaktionellen Content, der komplett vorproduziert ist; Variabilität der Inhalte (Astroshows funktionieren sowohl lokal als auch national) und eine zusätzliche Erlösquelle. Insbesondere lokale Benefits lassen sich dagegen durch Castingshows auf regionaler Ebene erzielen. Norbert Haimerl, Geschäftsführer von Regionalfernsehen Oberbayern, erzielte mit "Lokal Hero" einen Riesenerfolg für den Sender. Das Finale beim Rosenheimer Stadtfest besuchten 5.000 Fans, von denen sich vorher bereits die meisten an den kostenpflichtigen Votings zur Auswahl der Finalisten beteiligt hätten. Insgesamt habe sich die Sendung "sehr gut refinanziert", so Haimerl, aber weniger durch die ca. 10.000 Anrufe (0,49 Euro pro Anruf), sondern eher durch Sponsoring und Kooperationen. "Hier haben zwei Medien erfolgreich an einem Strang gezogen", beschrieb Haimerl die Kooperation mit einem Rosenheimer Anzeigenblatt.