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"20 Jahre BLM stehen für 20 Jahre große Leistungen": Ministerpräsident Stoiber hält Festrede zum Jubiläum der BLM

06.05.2005 | 25

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) feiert am heutigen Freitag, 6. Mai 2005, ihr 20-jähriges Bestehen. Die BLM wurde im April 1985 gegründet. Als eine von 15 Landesmedienanstalten in Deutschland beaufsichtigt sie die privaten Rundfunkangebote in Bayern. Zu ihren Aufgaben gehört darüber hinaus die Entwicklung und Förderung der privaten Hörfunk- und Fernsehangebote.
 
Zum Festakt in den Räumen der Landeszentrale begrüßte BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring die etwa 200 geladenen Gäste aus Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Ring erinnerte in seiner Begrüßung an die schwierigen Aufbaujahre des privaten Rundfunks in Bayern. Dennoch sei es gelungen, gemeinsam mit der Politik und zahlreichen mittelständischen Unternehmen eine beispiellose lokale Rundfunklandschaft aufzubauen.
Die BLM habe darüber hinaus auch in der nationalen Medienentwicklung eine bedeutende Rolle gespielt und eine Reihe bundesweiter Entwicklungen ange­stoßen. So sei beispielsweise die Neuregelung der Konzentrationskontrolle Mitte der 90er Jahre von der Landeszentrale angeregt worden ebenso wie die Zulassung von Teleshopping-Angeboten. Neben so wichtigen Aufgaben wie Jugendmedien­schutz, Medienkompetenz, Aus- und Fortbildung und Medienforschung werde die BLM in Zukunft ihr Hauptaugenmerk darauf richten, dass mittelständische Medien­unternehmen auch im Zeitalter der Globalisierung an der zukünftigen Medienent­wicklung, speziell der Digitalisierung, partizipieren könnten. „Die Pionierjahre des privaten Rundfunks liegen zwar hinter uns nicht aber die Herausforderungen. Die werden in Zukunft eher größer sein, als sie in der Vergangenheit waren“, so Ring.
 
Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber würdigte in seiner Festrede die Arbeit der Landeszentrale, die durch die hervorragende Besetzung ihrer Gremien und durch motivierte Mitarbeiter von Anfang an ein Zeichen gesetzt und einen Spitzenplatz unter den Landesmedienanstalten in Deutschland eingenommen habe: „20 Jahre BLM stehen für 20 Jahre große Leistungen“. 
   
Dabei hob er den Einsatz und die Leistung des langjährigen Medienratsvor­sitzenden Klaus Kopka, seines Nachfolgers, Dr. Erich Jooß, des Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Manfred Nüssel, und des ersten Präsidenten der BLM, Rudolf Mühlfenzl, hervor. Einen besonderen Dank richtete der bayerische Minister­präsident an BLM-Präsident Ring. „Ihr persönlicher Einsatz und Ihr Engagement haben maßgeblich zur Spitzenstellung des Medienstandorts Bayern innerhalb Deutschlands beigetragen und sind gleichermaßen Visiten- und Trumpfkarten weit über die Grenzen Deutschlands hinaus“, so Stoiber.
 
Während in den Anfangsjahren des privaten Rundfunks die Frequenzknappheit und der Kabelengpass die beherrschenden Themen gewesen seien, gehe es in den Zeiten der Digitalisierung darum, einen technischen Standard zur Verbesserung und zur Vervielfachung der Verbreitungswege zum Nutzen aller durchzusetzen. Dies erfordere Ausdauer und vor allem klare Vorstellungen von einer künftigen Medienordnung. Vor allem bei der weiteren Entwicklung des digitalen Hörfunks DAB käme den Landesmedienanstalten als Koordinatoren und Moderatoren eine Schlüsselrolle zu.
 
Hinsichtlich des lokalen Rundfunks in Bayern hob Stoiber die positive Entwicklung der Lokalradios hervor, die durch die vom Medienrat beschlossene Optimierung und Fortentwicklung des bayerischen Lokalradiokonzepts unterstützt werde. Dagegen müsse die Situation des lokalen Fernsehens weiter verbessert werden. Es gehöre zwar zu den Aufgaben der BLM, eine kulturorientierte Programmförderung und eine Technikförderung aus Gebührenmitteln vorzuhalten. Im Grundsatz müssten sich aber die Lokalsender künftig aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren, so Stoiber. Zum Beginn des Jahres 2007 kündigte er einen Bericht über die wirt­schaft­liche Situation des lokalen und regionalen Fernsehens an.
 
In der Diskussion um die Struktur der Landesmedienanstalten erteilte der Bayerische Ministerpräsident einer Bundesmedienanstalt eine klare Absage. „Wir brauchen Landesmedienanstalten, die einerseits Verantwortung über größere Verbreitungs- und Programmstrukturen ausüben und in der bundesweiten Zusammenarbeit ihr Gewicht einbringen. 
 
Gleichzeitig sollen Landesmedienanstalten als Kenner der örtlichen Verhältnisse die weitere Entwicklung des lokalen und regionalen Rundfunks organisieren und unterstützen“, betonte Stoiber. Die von der Politik geforderten Einsparungen könnten durch eine Zusammenlegung kleinerer Landesmedienanstalten und die damit realisierte Reduzierung der Gesamtzahl erreicht werden.
 
Im weiteren lobte der Ministerpräsident sowohl den Einsatz der BLM beim Jugendmedienschutz, die auf diesem Feld seit vielen Jahren gemeinsam mit der Staatsregierung eine Vorreiterrolle einnehme, als auch die Arbeit der vor zwei Jahren geschaffenen Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), deren Vorsitzender BLM-Präsident Ring ist. Gleichzeitig wies er auf die hohe gesell­schaftliche Verantwortung der Sender hin. „Ich appelliere, diese Verantwortung vor allem im Bereich des Jugendmedienschutzes sehr ernst zu nehmen“, so Stoiber.
 
Im Anschluss an die Festrede des bayerischen Ministerpräsidenten fand im Rahmen der 20-Jahrfeier eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Rundfunk zwischen Regulierung und Deregulierung“ statt, an der neben BLM-Präsident Ring und dem Medienratsvorsitzenden Jooß, der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Erwin Huber, der Präsident der Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), Jürgen Doetz sowie der Vorsitzende des Verbands Bayerischer Lokalrundfunk, Willi Schreiner, teilnahmen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Ressortleiter von epd medien, Dr. Volker Lilienthal.
 

 
>> Kontakt: Dr. Wolfgang Flieger, Tel. (089) 63 808-313, wolfgang.flieger@blm.de