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Digitale Verbreitung auf der Überholspur - Lokal TV nutzt erfolgreich neue Techniken

21.06.2005 | L5

Die Digitalisierung im Rundfunk schreitet weiter voran. Digital Video Broadcast via Antenne (DVB-T), Digital Video Broadcast via Satellit (DVB-S) oder Internet-TV über breitbandige Internetzugänge eröffnen neue Wege zum Zuschauer. Nutzen sie aber auch dem Lokal-TV? Diese Frage – gestellt von Bianca Bauer-Stadler von der Neuen Welle Bayern - wurde in einem Fernsehworkshop im Rahmen der Nürnberger Lokalfunktage nicht euphorisch, aber durchgängig positiv beantwortet.
 
Zunächst sei DVB-T  lediglich eine relativ preiswerte Zulieferung zu Kabelkopfstationen gewesen, inzwischen könne man aber geradezu von einer „Wiederbeatmung der klassischen Antenne“ sprechen, so Bernhard Bertram, Geschäftsführer von Hamburg 1. Im Raum Hamburg gebe es nach Angaben der Elektronikhändler seit Einführung des „Überallfernsehens“ wieder 200.000 Empfangshaushalte, vorher wäre die Zahl bereits auf 120.000 Haushalte gesunken. Damit gibt es wieder einen dritten eigenständigen Verbreitungsweg neben Kabel und Satellit – und damit eine ernsthafte und wichtige Verbreitungsalternative, so Bertram.
 
Von einer bayerischen Erfolgsstory berichtete Thomas Neuhoff, Geschäftsführer von ONTV aus Regensburg. Im Rahmen eines von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) untertützten Pilotprojekts wurden seit 2002 nacheinander die bayerischen Digitalkanäle ONTV, FrankenSat, LokalSAT und über Satellit europaweit verbreitet. Den Zuschauern wird dadurch ermöglicht, sich auch fern ihrer Heimat über die aktuellen Themen des Sendegebiets zu informieren. Damit wird die Bindung an die Programme wesentlich vertieft, so Neuhoff. Die Akzeptanz sei ständig gestiegen, wichtig ist aber, dass die in einem digitalen Kanal zusammengefassten Lokal-Stationen Bezug zu einem kulturell homogenen lokalem Sendegebiet hätten. Sein Wunsch für die Zukunft: mehr Sendezeit auf dem digitalen Satelliten, damit die Zuschauer möglichst rund um die Uhr, mindestens aber die gesamte Primetime ihre Wunschprogramme sehen können.
 
Vor Jahren war er noch viel optimistischer, was Internet-TV betrifft, so Michael Westphal, Geschäftsführer von TV1 in Unterföhring. Das von ihm gegründete erste Internet-TV-Programm Deutschlands musste 2002 aus Kostengründen und wegen unzureichender Werbeeinnahmen eingestellt werden. Heute aber sei richtig zu spüren, wie sich die Widerstände gegen Internet-Streaming reduzierten: „Es geht voran“. Umgesetzt sind momentan Lösungen im Teleshoppingbereich. Via Internet können gleichzeitig Produkte wie im herkömmlichen Fernsehen präsentiert werden und mit allen notwendigen Produkt- und Bestellinformationen ergänzt werden. Westphals Vision: Internet-TV als Bezahlfernsehen. So könnte der Kostenfaktor deutlich gesenkt werden.
 
 
 
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21. bis 22. Juni 2005 Telefon: 0911 / 8606-4638