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Service is Success - Erfolgsrezepte für Lokal-TV

22.06.2005 | L15

Serviceformate binden Zuschauer – das war die Quintessenz des Workshops über erfolgreiche Konzepte im Lokalfernsehen, bei dem sich im Rahmen der BLM-Lokal­rundfunktage 2005 in Nürnberg Vertreter aus dem lokalen Fernsehen und der bayern­weiten Vermarktung mit der Frage befassten, wie sich lokales Fernsehen im Wettbewerb behaupten kann.
 
Unter Moderation von Liane Baghai (RT.1 Studios Augsburg) erläuterten Thomas Eckl, Marketingleiter bei Donau TV Deggendorf, die Kochsendung „Donau TV Kulinarisch“ und Christoph Rolf, Studioleiter von Oberpfalz TV, die OTV-Wetter­schau. In beiden Serviceformaten werden Werbeformen wie Sponsoring, Product Placement, Scrolls mit Werbung und Crosspromotion eingesetzt. Durch entspre­chende Synergien und Kooperationen können die Produktionskosten im Rahmen gehalten werden. Außerdem kann durch zusätzliche Generierung von Flächen aus Serviceformaten im Kabel weitere Angebote für die Zuschauer und die Werbewirt­schaft ge­schaffen werden. Als entscheidend für die Zuschauerbindung bezeichne­ten beide Sendervertreter den Lokalbezug und die Kontinuität, die über den Mode­rator, den Sendeplatz und das im Wesentlichen über Jahre unverändert angebo­tene Format gesichert wird und diesen dadurch die Qualität einer Marke verleihen.
 
Eine Analyse der Vermarktungsmöglichkeiten lokaler Formate im überregionalen Bereich und des Interesses bundesweit agierender Formatanbieter an Zuschauer­reichweiten im lokalen Sektor gab Peter Jakob, Geschäftsführer von TV-Bayern, der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Fernsehprogrammanbieter (ABF). Auch er stellte fest, dass die Bereiche Wetter, Kochen und Sport sowohl bei den bayerischen Lo­kal­sendern wie bundesweit das größte Interesse beim Zu­schauer finden.
Zugekaufte Fremdproduktionen haben gegenüber vor Ort generierten Eigen­pro­duk­tio­nen in der Regel keinen lokalen Bezug; je spezieller zudem das behandelte The­ma ist, desto stärker segmentiert sich auch der Zuschaueranteil.
 
Übereinstimmend befanden die Diskussionsteilnehmer, dass Serviceformate keine vorübergehende Erscheinung im Fernsehen sind, sondern auch in Zukunft gefragt sein werden. Allenfalls sei bei den Themen mit Veränderungen zu rechnen, wenn das Zuschauerinteresse schwinde. Die Gefahr der Übertreibung des Serviceformats auf Grund der guten Vermarktungsmöglichkeiten einzelner Rubriken wurde durch­aus gesehen. Hier ist eine Abwägung im Interesse der journalistischen Qualität und der Zuschauerbindung entscheidend. Das Interesse der Zuschauer an Infor­ma­tio­nen aus ihrem unmittelbaren Umfeld hingegen bleibt immer unverändert; dies ist der USP des lokalen Fernsehens, das den Bedarf an Information und die Be­dürf­nisse der Zuschauer in punkto Bezug zum Lokalen in einer zunehmend globa­li­sier­ten Welt unmittelbar decken kann und insoweit selbst als Service fungiert.
 
 
 
Rückfragen:
 
21. bis 22. Juni 2005 Telefon: 0911 / 8606-4638