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„Beim Schlafen wird kein Radio gehört“ - Der Hörfunk und seine Hörer am Wochenende

01.07.2008 | L4 2008
Unter dem Workshoptitel „Wochenend’ und Sonnenschein“ analysierten die Referenten, was die Hörer an ihren freien Tagen machen, wie das Radioprogramm am Wochenende gestaltet ist, und welche Altersgruppen wann und wie lange Radio hören. Alexander-Klaus Stecher, der sonntags bei Radio Arabella den äußerst beliebten Promitalk „Vorsicht, Stecher“ moderiert, führte durch den Workshop.
 
Den Anfang machte Dr. Ulrich Reinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg. Er stellte das veränderte Freizeitverhalten der Deutschen dar, wonach das Wochenende in den Köpfen meist schon Donnerstag abends beginnt, die Wochenendfreizeit verplante Freizeit ist, und der Freizeitstress an den beiden freien Tagen stattfindet.
 
Wolfgang Werres von TNS Infratest lieferte dem Publikum Zahlen und Fakten zur Radionutzung der Deutschen. Werktags hören sie durchschnittlich 228 Minuten Radio, während es am Samstag nur 191 Minuten und am Sonntag sogar nur 147 Minuten sind. Allerdings sind auch diese Angaben differenziert zu betrachten. Während sowohl die 14- bis 29-Jährigen, als auch die 30- bis 49-Jährigen am Wochenende gerne länger schlafen „und wenn man schläft, kann man schließlich kein Radio hören“, sind die über 50-Jährigen früher wach und deshalb eine interessante und viel versprechende Zielgruppe für die Radiomacher. Durch die demographische Entwicklung müsse diese zahlenmäßig immer größer werdende Bevölkerungsgruppe auch stärker in die Programmplanung einbezogen werden.
 
Gerlinde Jänicke, die bei Radio 104.6 RTL erfolgreich eine Wochenendsendung moderiert, gab den Workshopteilnehmern einen Einblick in die Wochenendprogrammstruktur ihres Senders. Danach ist es vor allem die Abwechslung zum werktäglichen Programm, die den Erfolg ihrer Sendung auszeichnet. Ticket-Verlosungen, Informationen über Veranstaltungen, Call-In-Elemente, aber auch DVD- und TV-Tipps sowie Verkehr und Wetter, bilden neben der Musik die Eckpfeiler ihres Wochenendprogramms.
                                                                                 
Mischa Salzmann von Radio Bamberg und Radio 1 in Coburg, stimmte seiner Vorrednerin in vielen Punkten zu. Er verwies jedoch in seinem Vortrag auf den starken Einfluss den regionale Besonderheiten auf das Radioprogramm – auch auf das am Wochenende – haben. Wer diese Hörervorlieben und -wünsche in seinem Programm berücksichtige, könne auch Eishockey aus Ingolstadt, Basketball aus Bamberg und Handball aus Coburg senden.
 
Die Teilnehmer diskutierten im Anschluss noch über die Fragen, warum der Sonntag keine Werberelevanz besitzt und an diesem Tag keine Reichweiten erhoben werden, sowie über die Einbindung der Generation 50 Plus, die differenziert betrachtet werden sollte und die sich keineswegs pauschal in die Kategorie Volksmusikhörer einordnen lasse.
 
Im Ergebnis waren sich dann aber alle einig: nur wer auch am Wochenende seinen Hörern ein spannendes Programm bietet, kann sich sicher sein, dass sie auch am Montagmorgen wieder einschalten.
 
 
  
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