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Lokal in allen Netzen - Von der Zukunft der lokalen Fensterprogramme

02.07.2008 | L16

Zur bayerischen Medienlandschaft gehören das landesweite Sat.1-Fernsehfenster genauso wie 16 lokale Fenster im RTL-Programm. Und dies durchaus zum gegenseitigen Nutzen: Die Reichweiten belegen den lokalen und landesweiten TV-Angeboten in bundesweiten Fernsehprogrammen die Marktführerschaft. Wie diese Koexistenz auch in der digitalen Verbreitung weitergeführt werden kann, diskutierten Experten in einem Workshop anlässlich der BLM-Lokalrundfunktage in Nürnberg.
 
Um die Vielfalt an nationalen, landesweiten, regionalen und lokalen TV-Angeboten zu erhalten und gleichzeitig einen möglichst hohe Reichweite über viele Verbreitungswege zu erzielen, müssten jetzt die Weichen gestellt werden, erklärte BLM-Geschäftsführer Martin Gebrande. „Wir sind derzeit über Satellit, DVB-T und analoges Kabel empfangbar“, ergänzte Annette Kümmel, Leiterin Medienpolitik bei der ProSiebenSat.1 Media AG, „und führen Gespräche über die Einspeisung ins digitale Kabelnetz.“ Rechtlich sind alle Kabelnetzbetreiber verpflichtet, Fensterprogramme auch im digitalen Kabel zu verbreiten, allerdings ist dies bisher allein in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg umgesetzt. Der größte Kabelnetzanbieter in Bayern, die Kabel Deutschland GmbH (KDG), baut hierfür derzeit regionale Glasfasernetze auf. Ab dem ersten Quartal 2009 sollen diese so genannten Backbones zur Verfügung stehen, kündigte Dr. Annette Schumacher, Leiterin des Bereichs Regulierung der KDG, an.
 
Unklar ist allerdings, wer die Kosten für die Heranführung an die einzelnen Kabelkopfstationen trägt. „Wir sind gefordert, zu fördern“, fasste Gebrande die Wortmeldungen der Unternehmensvertreter zusammen. „Dieser Denkansatz ist nicht unfair, allerdings müssen wir erst das Finanzierungsmodell der KDG kennen, dann können wir gerne darüber sprechen.“
 
Eine Gebührenfinanzierung stellte der Leiter Medienpolitik von RTL Television, Dr. Tobias Schmid, zur Debatte. „Das Anforderungsprofil an die Fensterprogramme hat sich gewandelt. Sie erfüllen mittlerweile einen öffentlichen Auftrag zur Information. Wenn dies gesellschaftlichspolitisch gewollt ist, stellt sich für mich die Frage nach dem Solidarprinzip“, so Schmid.
 
Schmids Vorschlag, Lokal- und Regionalprogramme als separate digitale Kanäle auszubauen, fand keine breite Akzeptanz. Sat.1-Vertreterin Kümmel sieht diese Alternative als nicht finanziell tragbar an. Für die BLM zeigt die derzeitige Situation, dass die zwei großen Senderfamilien RTL und ProSiebenSat.1 nach wie vor die Marktführerschaft innehaben und die Nachfrage nach lokalen und regionalen Inhalten ungebrochen ist.
 
 
 
 
 
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